Donnerstag, 29.07.2021

Der treue Gefährte

Menschen und ihre Hunde - Fünf Beispiele, fünf Liebeserklärungen

Wertheimer Michaelismesse
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Hunde und Menschen leben seit etwa 15 000 Jahren zusammen. Der Hund gilt als ein treuer Weggefährte des Menschen. So versteht wohl kein anderes Tier Gesten und Blicke eines Menschen so gut wie der Hund. Obwohl er im Riechen, Hören, Sehen dem Menschen weit überlegen ist, ordnet er sich ihm unter und lässt sich gerne führen.

Lebenselixier

Weshalb aber lieben viele Menschen ihre Hunde so und können sich ein Leben ohne ihr Haustier kaum noch vorstellen? Günter Herberich sprach mit Hundebesitzern in und um Wertheim über ihre Hunde, die Verbundenheit zu ihren Tieren, die Körpersprache und das Lebenselixier, das dafür sorgt, dass ihr Hund schnell zu einem geschätzten Teil der Familie wurde.

Der einjährige Husky Kelani spitzt die Ohren und ist ganz aufmerksam, als sein Besitzer Thomas Zöller kurze Kommandos ansagt und ihm Zeichen gibt. »Seit ich die Huskys habe, hat sich mein Leben vollständig geändert, bis zu drei Stunden bin ich täglich mit den Hunden unterwegs, um sie zu beschäftigen«. Dabei war es eine ganz spontane Idee, dass sich die Familie Zöller vor einem Jahr einen Malamute Husky zulegte.

»Nicht der optimale Beginnerhund«, schmunzelt Zöller. Dennoch schaffte er es, ihn innerhalb von einem Jahr, ihn zu erziehen. »Ein regelmäßiger Besuch der Hundeschule sowie einmal wöchentliches Training zusätzlich mit einem Hundetrainer, das hat viel gebracht«, so der Tierliebhaber. Ein kurzes Kopfnicken, ein Fingerzeig und schon setzt sich Kelani hin. »Huskys sind Rudelhunde, daher haben wir uns vor vier Monaten noch Floyd zugelegt, ein Sibirian Husky«, sagt er. »Sie sind sehr kontaktfreudig und sanftmütig, wollen viel bewegt werden. Ich komme seitdem gar nicht mehr dazu, den Fernseher anzuschalten, aber das ist auch gut so«, lautet das Fazit für den selbstständigen Finanzmakler.

Einmal täglich mit dabei ist bei einem der Spaziergänge Eduard Hoffmann. Für den 30-Jährigen ist der Mischling Mila bereits der zweite Hund. »Nachdem unser erster Hund gestorben ist, haben wir uns innerhalb kurzer Zeit wieder einen zugelegt«.

Die Familie fanden ihr neues Familienmitglied im Tierheim von Lohr. Inzwischen ist Mila bereits neun Monate alt und hört aufs Wort. Kein Wunder, wird sie doch täglich von ihrem Herrchen trainiert. »Für mich ist der Hund ganz wichtig, so komme ich frühs, mittags und abends raus und bewege mich. Die Arbeit mit ihm macht mir viel Spaß. Er fühlt und reagiert sofort darauf, wenn etwas nicht stimmt«.

Platz auf Fingerzeig

Ein strenger Blick von Eduard Hoffmann, Fingerzeig und schon nimmt Mila Platz. Dafür gibt es ein Leckerchen. Zwischen Hund und Mensch gibt es eine Beziehung, die einzigartig ist und sich wohl nur durch das lange intensive Zusammenleben erklären lässt. Besonders, was das Verstehen und Interpretieren der Gesten ihres Herrchens oder Frauechens betrifft. Da macht den Hunden so schnell keiner etwas vor.

»Hundeflüsterin« Marita

Marita Thielen könnte man als »Hundeflüsterin« bezeichnen. »Wir hatten schon immer Hunde, ich bin mit Hunden aufgewachsen, das hat sich durch mein ganzes Leben durchgezogen«. Die Neufundlänger Mischlingshündin Nelly gehorcht aufs Wort. Bei ihr reicht schon ein kurzes Kopfnicken in Richtung der versteckten Leckerli vollkommen als Hinweis. Nelly weis genau, was das bedeutet. Es ist längst zum Instinkt bei ihr geworden. »Wir hatten immer große schwarze Hunde«, erinnert sich Marita Thielen und spricht davon, wie man als Hundebesitzer mit den Tieren arbeitet, welche Tiere für welche Meschen wohl passend wären, worauf es beim Training ankommt und wie wichtig eine gute Hundeschule ist.

Man könnte ihr stundenlang zuhören. Ihre achtjährige Tochter Angelina ist so oft wie möglich dabei. »Die Neufundländer sind sehr wesensfest und empfindsam. Sie fühlen und schlagen auch an, wenn etwas nicht passt. So hat unser Hund auch gebellt, als in der Nähe eingebrochen wurde«. So ist es kein Wunder, dass für Familie Thielen der Hund auch ein Sicherheitsaspekt ist. In Urlaub fahren sei auch kein Problem. »Wir haben dann eine Nanny, die kommt zu uns, wohnt im Haus und kümmert sich um unsere Tiere, alles ganz einfach«.

Ohne Hund geht es auf jeden Fall bei der Familie Thielen nicht. »Ich hab ja auch manchmal noch andere Tiere in Pflege, das weiß man hier, so hab ich gerade eine Taube in Pflege«.

Findling aus Spanien

Der fünfjährige Podengo-Mix Manuel hat es mit seiner neuen Besitzerin Almuth Böhm endlich gut getroffen. Er stammt ursprünglich aus Spanien und wurde dort von den SOS-Dogs aufgelesen. In Spanien war er ausgesetzt und halb verhungert, als er gefunden wurde. Sein Finder hieß Manuel, daher wurde er auch so getauft. »Ich hab mich im Vorfeld ganz intensiv mit dem Thema Hund beschäftigt. Hauptgrund ist allerdings der Sicherheitsaspekt, da bei uns hier eingebrochen wurde. Manuel passt sehr gut auf, das gibt Sicherheit für uns«, erzählt sie.

Zu Beginn war es für Almuth Böhm richtig viel Arbeit, da ihr Hund ja keinerlei Kommandos kannte. In den letzten Monaten hat sich das erheblich gebessert. Die Arbeit mit der Hundetrainerin sowie die Hundeschule haben sich ausgezahlt. Manuel ist ganz entspannt und nimmt Platz. »Ich konnte zu Beginn nicht einmal eine Leine bei ihm anlegen«. Nun klappt dies perfekt.

»Er war auch sehr ängstlich, dies hat sich alles gelegt. Du musst dich einfach um die Tiere kümmern«, stellt Almuth fest. Die Mühe habe sich bei ihr gelohnt. Je mehr man sein Tier fordere, umso mehr fördere man es. Das haben die Hunde mit den Menschen gemeinsam und ist Grundlage für eine lebenslange Verbundenheit. »Sicherlich ist dies eine intensive Arbeit, aber es lohnt sich, ich hab sogar abgenommen«, schmunzelt Almuth und ihr Hund Manuel blickt zu ihr hoch.

Ein ganz treuer Weggefährte ist für Jens und Marina Hörnig ihr portugiesischer Wasserhund Happy. Der offizielle und sehr klangvolle Namen des Vierbeiners lautet Cão de Água Português. »Wir haben ihn seit Januar 2018, neben unseren Chihuahua. Ich wollte diese Rasse haben, wir fanden ihn zufälligerweise«, erzählt Jens Hörnig. Er arbeitet bei seinem Vater auf der Mondfelder Fähre.

Dort ist Happy immer dabei und hat längst einige Fans. »Die fragen sogar nach ihm, wenn er mal nicht mit dabei ist«. Es gibt, so Hörnig, nur wohl rund 2000 Exemplare dieser Rasse in Europa. Bekannt wurde er vor allem als Präsidentenhund, denn ein Portugiesischer Wasserhund namens Bo war während der Präsidentschaft von Barack Obama der so genannte »First Dog« der USA.

Jens Hörnig kennt sich mit seinem Wasserhund bestens aus. »Er ist ein Fischerhund, der früher alle Aufgaben übernahm, die ein Hund für den Fischer leisten konnte. Er bewachte Boot, Gerät und Fang, er roch die Fischschwärme und gab den Fischern Signal zum Auswerfen der Netze, half beim Einholen der Netze und hielt die Verbindung von Boot zu Boot und zum Festland«. Dreimal täglich ist er mit seinem Happy unterwegs. Er gehorcht ihm aufs Wort, obwohl er ein heftiges Temperamt hat, eigenwillig, genügsam und unermüdlich ist. Ganz stolz auf seinen großen Freund Happy ist auch der sechsjährige Sohn Joel. »Mir macht es Spaß, mit ihm zu spielen«, sagt er. Kein Wunder, dass er täglich mit ihm zu Hause kuschelt. So ein portugiesischer Wasserhund ist schon etwas besonderes, vor allem, wenn er auch noch den Namen Happy hat. »Der Name ist Programm, er ist einfach glücklich. Wir sind es mit ihm auch«. Damit ist bei der Familie Hörnig alles gesagt.

Hintergrund

Marita Thielen mit ihrer Tocher Angelina und Hündin Nelly.

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Eduard Hoffmann mit seiner jungen Mila beimtäglichen Gassigehen in Mondfeld.

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» Für mich ist der Hund ganz wichtig, so komme ich frühs, mittags und abends raus und bewege mich.Die Arbeit mit ihm macht mir viel Spaß.«

Eduard Hoffmann,

Besitzer von Mila

Hintergrund

Bei Thomas Zöller dreht sich mittlerweile alles um seine beiden Huskys.

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