Sonntag, 17.10.2021

Was tun mit der alten Ölheizung?

Gesetze: Ab 2026 neue Vorgaben - Möglichkeiten und Förderungen heute schon

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Die Kombination von herkömmlichen Ölheizungen mit Solarenergie ist auch eine Zukunftsoption.
Foto: Uwe Anspach
Ab 2026 gibt es neue Vor­ga­ben zu Öl­hei­zun­gen. Neue Brenn­wert­ge­rä­te dür­fen dann nicht mehr al­lei­ne ein­ge­baut wer­den, son­dern nur noch in Ver­bin­dung mit der Nut­zung. Fra­gen und Ant­wor­ten, wie man da­mit am bes­ten um­geht. Was än­dert sich ab 2026?

Bis Ende 2025 können Hauseigentümer eine neue Ölheizung einbauen. Ab 2026 ist das nur noch erlaubt, wenn man sich für eine Hybridheizung entscheidet, die mit Öl und einer erneuerbaren Energie arbeitet.

Es gibt aber Ausnahmen für manche Haushalte. »Ist kein Gas- oder Fernwärmenetz als Alternative verfügbar oder kann aus technischen Gründen keine erneuerbare Energie anteilig eingebunden werden, darf nach heutigem Stand auch nach 2025 eine reine Ölheizung eingebaut werden«, erklärt Adrian Willig vom Institut für Wärme und Mobilität.Ist eine neue Ölheizung überhaupt noch empfehlenswert?

»Technisch und wirtschaftlich ist gegen diese Geräte nichts einzuwenden«, sagt Alexis Gula vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Der Wirkungsgrad einer Heizung mit einem alten Konstanttemperaturkessel liegt bei bis zu 70 Prozent, der einer modernen Öl-Brennwertheizung bei bis zu 100 Prozent. Doch Gula ergänzt: »Man sollte bei der Entscheidung auch berücksichtigen, was am besten für das Klima ist. Und da liegt Technik, die erneuerbare Energien nutzt, nun einmal vorn.«

Adrian Willig, der für die Mineralölwirtschaft spricht, sagt auch: »Durch die Modernisierung einer älteren Heizung mit einer Öl-Brennwertheizung lässt sich durchaus Energie sparen und umweltschonender heizen.« Das IWO empfiehlt aber, beim Kauf einer Ölheizung schon jetzt, »diese möglichst mit einer Komponente aus erneuerbaren Energien zu koppeln und damit nicht bis 2026 zu warten. Das macht wirtschaftlich und umwelttechnisch Sinn«, so Willig.

Ein weiterer Punkt: »Reine Ölheizungen werden aktuell nicht mehr gefördert«, sagt Stefan Materne von der Energieberatung der Verbraucherzentralen. Nur noch die erneuerbaren Komponenten von Öl-Hybridheizungen sind bezuschussungsfähig, also eine Solaranlage oder Wärmepumpe. »Und mit der CO2-Bepreisung werden die Preise für Öl und Gas jedes Jahr steigen.«

Materne rät daher Besitzern von Ölheizungen ganz zum Umstieg auf regenerative Heiztechniken. »Dafür muss keine CO2-Abgabe bezahlt werden, und es gibt sehr attraktive Fördermöglichkeiten.«

Sollte man bis zur Umstellung warten oder schon jetzt reagieren?

Das ist eine Frage des investierbaren Geldes. Eine Überlegung dabei könnten aber die staatlichen Fördermöglichkeiten sein - aktuell gibt es die nur für den Weitblick. Gula sagt: »Wichtig ist, anzufangen, bevor die Heizung kaputt geht. Denn es gibt keine Förderung für die neue Technik, wenn die alte Heizung nicht mehr funktioniert.«

Welche Alternativen zur Ölheizung bieten sich an?

Das sind oft andere Hybridheizungen, etwa Wärmepumpe oder Solarthermieanlage kombiniert mit einem Gasbrennwertkessel, so Materne. Auch das Heizen mit Öfen für Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz ist eine Kombinationsmöglichkeit. Die Heizungswahl ist eine individuelle Entscheidung, die zum Gebäude passen muss: Größe und Beschaffenheit des Hauses, die Anzahl der Bewohner, Dachausrichtung, Heizkörper oder Fußbodenheizung und vieles andere spielen eine Rolle, welches Heizsystem das beste sein kann.

Was kostet der Umbau einer Heizung?

Nach Erhebungen der Verbraucherzentrale muss der Hausbesitzer für die Installation einer Wärmepumpe 17 000 bis 32 000 Euro investieren. Der Einbau einer Brennstoffzelle kostet 35 000 bis 40 000 Euro, eine Pelletheizung 25 000 bis 28 000 Euro und ein Scheitholz-Vergaserkessel 13 000 bis 15 000 Euro.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Alternativen zur bestehenden Ölheizung werden im Moment großzügig gefördert. Ein grober Überblick: Gasbrennwert-Heizungen mit 30 Prozent, Gas-Hybridheizungen mit 40 Prozent, Solarthermieanlagen mit 40 Prozent, Wärmepumpen mit 45 Prozent, Biomasseanlagen mit 45 Prozent und Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen mit 45 Prozent.

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