Früher ein Kaufladen – künftig ein Bistro

1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Marktfest Mömbris
Noch ist das Hermann-Dümig-Haus eine Baustelle. Der neue Charakter ist aber schon zu erkennen.
Foto: Marion Stahl
Das Hermann-Dümig-Haus und seine wechselvolle Geschichte

Ein besonderes Schmankerl bietet der Heimat- und Geschichtsverein am Festsonntag, 31. Juli, mit den Führungen um 11, 14 und 16 Uhr durch das Hermann-Dümig-Haus, Am Markt 10. Karl Grün, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Heimatjahrbuch „Unser Kahlgrund“, wird dabei den Bogen spannen zwischen früher und heute.

Zurzeit läuft der Umbau in ein Bistro mit Außenterrasse im Erdgeschoss und einem Ausstellungsraum, unter anderem für die Funde bei den Ausgrabungen der Burg Mömbris, im Obergeschoss. Für die Barrierefreiheit soll ein Aufzug sorgen. Die Arbeiten, die im Dezember 2020 mit dem Abriss des kleinen Gebäudeteils begonnen haben, in dem früher ein Kaufladen war, können voraussichtlich im Oktober 2022 abgeschlossen werden.

Das kann sich aber noch verschieben, denn seit Baubeginn gab es immer wieder Verzögerungen wegen unvorhersehbarer Schwierigkeiten. So waren unter anderem die Schäden im Bereich des Fachwerks und der Holzbalkendecken umfangreicher als angenommen. Auch die auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzten Kosten können, aufgrund der aktuellen Situation, noch steigen. Bezuschusst wird die Maßnahme über das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“.

Von der Ortsdurchfahrt blickte man früher auf ein kleines, vorgebautes Gebäude, in dem sich einst ein Tante-Emma-Laden mit Lebensmitteln, Textilien und Kurzwaren befand. Martha Gerhard hat dort 1956, im Alter von 15 Jahren, ihre Lehre als Verkäuferin begonnen. Sie erinnert sich, dass damals die Lebensmittel – sogar Salz und Mehl – lose verkauft wurden. Als ihre Chefin, die Inhaberin Lena Fuchs, 1966 starb, hat Martha Gerhard den Laden weitergeführt, bis sie 1971 wegen der aufkommenden Supermärkte schließen musste. Danach wechselten die Eigentümer, bis die Gemeinde 2017 das rund 700 Quadratmeter große Anwesen erwarb.

Das bestand damals aus mehreren Gebäuden. An den ehemaligen Tante-Emma-Laden schloss sich das größte Gebäude, das heute zum Bistro umgebaut wird, an. Über ein Zwischenteil war es verbunden mit einem kleineren Gebäude, das inzwischen ebenfalls abgerissen wurde. Der Verbindungsbau ist teilweise noch vorhanden; darunter entstand die Durchfahrt zum hinteren Grundstücksteil, wo Stellplätze geplant sind.

Das große Gebäude war früher ein Wohnhaus. Bevor es über 50 Jahre leerstand, lebte hier unter anderem ein Bürgermeister, der inzwischen als Nazi bekannt ist. Um die Erinnerung daran zu löschen, trägt das Ensemble seit 2021 offiziell den Namen Hermann-Dümig-Haus, benannt nach Kaplan Dümig, der sich den Nazis entgegenstellte und ins Konzentrationslager Dachau verschleppt wurde.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!