Unberührte Natur genießen

Schutzgebiet: Reinheimer Teich

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Das Gelände um den Reinheimer Teich bietet Schutz für über hundert Tierarten.
Foto: manfreg giebenhain
Stör­che sind so oder so ein be­lieb­tes Fo­to­mo­tiv. Dies trifft na­tür­lich auch auf das Paar zu, das am Rein­hei­mer Teich als Brut­stät­te das Dach der Teich­scheu­ne ge­wählt hat. Die Brut­zeit be­trägt meis­tens 33 oder 34 Ta­ge. Nun wird der Nach­wuchs bald flüg­ge sein.

Weitaus mehr spielt sich im Schutz der dichten Schilfkolonie ab, die weite Teile des Naturschutzgebiets im Kreis Darmstadt-Dieburg bedeckt. Wer sich auf dem rund drei Kilometer langen Rundweg begibt, bekommt besonders die vielen Stockenten, Krickenten und Graugänse zu Gesicht. Aber auch der Graureiher verschwindet nach erfolgreicher Nahrungssuche wieder im Dickicht. Am Himmel vollführt ein Rohrweihe-Pärchen eine spektakulär wirkende Beuteübergabe.

Wechselhafte Zeiten hat das ungewöhnliche, etwa 70 Hektar große Gebiet hinter sich, das zwischen der Landstraße von Habitzheim nach Spachbrücken und dem Segelflugplatz von Reinheim liegt. In den Feuchtwiesen, Gehölzbeständen und ausgedehnten Schilfröhrichten bilden 224 Pflanzenarten die Lebensgrundlage und Nahrungsquelle von über hundert Vogel-, 16 Heuschrecken- und 21 Libellenarten.

Zwölf Fisch- und sechs Amphibienarten sind hier zuhause. Auch unter den rund 90 Laufkäferarten und 120 verschiedenen Spinnen stehen etliche auf der Gefährdungsliste. Graureiher und Schwalben ziehen ihre Kreise über dem Feuchtgebiet.

Neben dem breitblättrigen Knabenkraut zählen auch der Erdbeer-Klee, der Sumpf-Löwenzahn und das Sumpfveilchen zu den zwölf dort vorkommenden Pflanzenarten, die auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft sind.

Bereits 1625 entstand hier nach dem Erwerb durch den Landgrafen Ludwig V. ein Fischteich. Wechselnde Eigentümer und Nutzungsmöglichkeiten mündeten schließlich 1975 in der Anerkennung als Naturschutz- und Flora-Fauna-Gebiet »Untere Gersprenz«.

Patenschaft

Wer die seltene Pflanzen- und Tierwelt unterstützen möchte, findet auf dem Internetauftritt der Stadt Reinheim den Hinweis, eine Patenschaft für angesiedelte Europäische Sumpfschildkröten zu übernehmen.

Radfahrer und Fußgänger haben von mehreren Seiten her Zugang zu den befestigten Wegen, die gut ausgeschildert sind. Reichlich bebilderte Infotafeln wecken die Neugierde, sich mit der Botanik und Tierwelt sowie mit der Geschichte des Reinheimer Teichs zu beschäftigen. Zum besonderen Schutz des Gebiets zählt es ferner, die Wege nicht zu verlassen, Hunde nur angeleint mitzuführen und die Tiere nicht zu füttern.

Anfahrt

Mit dem Pkw ist der Reinheimer Teich am besten über die Landesstraße 3413 von Habitzheim nach Spachbrücken zu erreichen. Auf halber Höhe führt eine schmale Abzweigung über eine kleine Brücke zum Parkplatz. Radwege aus Dieburg und Groß-Zimmern kreuzen sich mit welchen aus Richtung Darmstadt und Spachbrücken sowie von Fischbachtal und Reinheim. ()

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