Auf einer Wiese liegen und Wolken betrachten

Wissenschaft: Zeit in der Natur tut nachweislich gut

1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

ILLUSTRATION - Zum Themendienst-Bericht von Katja Sponholz vom 25. Juni 2021: Einfach mal auf die Wiese fallen lassen: Die Natur bewusst wahrzunehmen, wirkt vitalisierend. Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
Foto: Christin Klose
Es lohnt sich, so oft wie mög­lich die Ru­he im Grü­nen zu su­chen. So­wohl für den Kör­per als auch den Geist. »Ka­na­di­sche Stu­di­en ha­ben ge­zeigt, dass be­reits nach 20 Mi­nu­ten ein gu­ter Ef­fekt da ist«, sagt And­reas Mi­chal­sen, Pro­fes­sor für Kli­ni­sche Na­tur­heil­kun­de der Cha­ri­té in Ber­lin.

Konkret: Der Puls wird langsamer, Blutdruck und Stresslevel sinken, das Immunsystem wird stimuliert. Im Gehirn werden jene Areale besser durchblutet, die für Entspannung und Ruhe zuständig sind; bei Kindern lassen ADHS-Symptome nach.

Die stressreduzierende und vitalisierende Wirkung durch Naturerlebnisse sei mittlerweile durch eine Zusammenschau von mehr als 100 Studien belegt, sagt Psychologin Anja Göritz. »Das ist keine Esoterik, sondern man kann wirklich sagen, dass solche Aufenthalte im Grünen etwas bringen«, betont die Wirtschaftspsychologie-Professorin der Uni Freiburg. Nicht nur körperliche Effekte seien messbar. Auch psychische Probleme wie Angst und Depressionen werden bei Aufenthalten in der Natur reduziert.

Mediziner Michalsen: »Es geht vor allem darum, dass wir uns mit unseren Sinnen auf die Natur einlassen - das bedeutet für mich Naturerleben.« Das sei zum Beispiel auch möglich, wenn man auf einer Wiese sitzt oder einfach nur die Wolken betrachtet. »Vermutlich gehen 70 bis 80 Prozent über die Optik, der Rest über die gute Luft und Düfte sowie über akustische Reize wie Vogelgezwitscher oder Rascheln.« Deshalb lohne es sich, alleine und leise in der Natur unterwegs zu sein, statt laut redend mit einer Gruppe oder gar telefonierend, rät Michalsen. Wer mit ständigem Blick auf die Fitness-Uhr durch den Wald joggt oder mit Musik aus den Kopfhörern auf dem Mountainbike die Wege entlang rast, profitiert zwar von der Bewegung an der frischen Luft und tut Herz und Lunge etwas Gutes, viele wichtige Effekte bleiben dann aber im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke.

Wer nicht auf dem Land wohnt oder das Glück hat, regelmäßig ein paar Stunden im Grünen zu verbringen, kann dennoch von der Kraft der Natur profitieren: »Schon ein schöner Ausblick aus dem Fenster oder bereits Bilder von Naturszenen wirken«, sagt Anja Göritz. Der CharitéProfessor Michalsen appelliert aber, jede sich bietende Möglichkeit zu nutzen, ein Stück Grün leibhaftig unter freiem Himmel zu erleben. Je öfter, desto besser: Statt einmal im Jahr eine Woche Intensiv-Wanderurlaub zu buchen, sei es sinnvoller, mehrmals in der Woche kleinere Spaziergänge im Grünen zu unternehmen. Wann geht das besser als im Sommer?

Hintergrund

» Das ist keine Esoterik, sondern man kann wirklich sagen, dass solche Aufenthalte im Grünen etwas bringen.«

Anja Göritz,Wirtschaftspsychologie-Professorin der Uni Freiburg

Hintergrund

Einfach mal auf die Wiese fallen lassen: Die Natur bewusst wahrzunehmen, wirkt vitalisierend. Foto:

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!