Dienstag, 25.09.2018

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Lehrermedientag: 16 Medienhäuser in Bayern diskutieren mit Pädagogen - 40 Lehrer zu Gast im Main-Echo

Mittwoch, 22. 11. 2017 - 21:11 Uhr

Wel­che Nach­richt im In­ter­net ist ver­läss­lich - wel­che nicht? Ne­ben den El­tern sind vor al­lem die Leh­rer ge­fragt, wenn es dar­um geht, Kin­dern ei­nen ver­ant­wor­tungs­vol­len Um­gang mit di­gi­ta­len Me­di­en bei­zu­brin­gen. Auch das Me­di­en­haus Main-Echo be­tei­lig­te sich an die­sem un­ter­richts­f­rei­en Mitt­woch am ers­ten Lehr­er­me­di­en­tag der baye­ri­schen Zei­tungs­ver­le­ger.

 

Wert des JournalismusBeim ersten Lehrermedientag befassten sich mehr als 1200 bayerische Lehrkräfte mit der Frage, wie sie ihre Schüler im Umgang mit digitalen Medien unterstützen können. 16 bayerische Medienhäuser richteten am Mittwoch den Fortbildungs- und Informationstag an insgesamt zwölf Orten im Freistaat aus, wie der Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) als Initiator mitteilte. Themen waren beispielsweise Fake-News und die Frage, welchen Nachrichten und Informationsquellen Nutzer vertrauen können.
Vor rund 40 Lehrern referierte Main-Echo-Chefredakteur Martin Schwarzkopf in Aschaffenburg unter dem Titel »Jedes Wort wert«. Professioneller Journalismus sei Geld wert, denn er biete verlässliche Qualität in Recherche und Sprache und folge ethischen Normen, wie zum Beispiel dem Pressekodex, so der Tenor von Schwarzkopfs Referat.
Ernst Schulten, Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker der Hochschule Aschaffenburg, referierte zum Thema »Medienmacht und Medienlüge - Von der Filterblase zu Fakenews«. Am Nachmittag stellte dann Thomas Ebert, Leiter des Lesermarketings im Medienhaus Main-Echo, die Digitalangebote des Hauses vorstellte.
Kampf mit Facebook
In Würzburg berichtete Rechtsanwalt Chan-Jo Jun über seine juristische Auseinandersetzung mit dem Social-Media-Riesen Facebook und zog ein überraschendes Fazit: »Alle Menschen sind gleich, außer auf Facebook.«
»Wir hatten das Ziel, die bayerischen Lehrer, Eltern und Schüler professionell über aktuelle Trends in den Medien zu informieren«, sagte VBZV-Hauptgeschäftsführer Markus Rick. Durch eine enge Kooperation der Zeitungsverlage mit Experten aus Wissenschaft, Lehre und anderen Medien sei dies gelungen.
Medienkompetenz fördern
Vielerorts referierten hochkarätige Experten. In Landshut sprach der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Siegfried Schneider, über »Medienkompetenz als moderne Schlüsselqualifikation«.
»Wir alle sind in der Pflicht, unseren Kindern und Jugendlichen Orientierung zu geben, und im Sinne einer zeitgemäßen Medienerziehung fit für die Digitalisierung zu machen«, sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) als Schirmherr der Veranstaltung. »Ganz zentral ist mir dabei mit Blick auf die Schülerinnen und Schüler die Frage nach der Zuverlässigkeit der Nachrichtenquellen und der Nachrichten. Falsche Botschaften - Fake-News - werden in den sozialen Medien nur allzu rasch als vermeintlich wahr verbreitet und können den gesellschaftlichen Kitt infrage stellen.« Die Tageszeitungen stellten an sich selbst den Anspruch von Qualitätsjournalismus - dies sei ein gemeinsames Anliegen.
Seit Jahren arbeiten laut VBZV Zeitungen und Schulen in den verschiedenen Medienprojekten zusammen, wie beim Main-Echo-Medienführerschein. Dabei habe sich ein großes Interesse der Lehrer an weiteren Fortbildungsveranstaltungen ergeben. Daraus entstand die Idee zu diesem ersten Lehrermedientag. An eine Fortsetzung ist bereits gedacht.
Mit Material von dpa und Bayerischem Zeitungsverlegerverband
Dirk Ceelen