Den Spaß am Wasser wecken

Was Eltern bei Schwimmdefiziten tun können

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Keine Kinder-Kurse: Was Eltern bei Schwimmdefiziten tun können
Ein kleiner Junge planscht vergnügt am Ufer. Seine Mama bleibt in Griffweite – so kann sie zupacken, falls etwas passiert.
Foto: Benjamin Nolte (dpa-tmn)
Monatelang waren Schwimmbäder in der Coronazeit dicht oder nur eingeschränkt zugänglich und viele Schwimmkurse fielen aus. Deshalb können mehr Kinder denn je nicht oder nicht genug schwimmen. Das kann gefährlich werden. Was können Eltern tun? »Sie sollten für den Spaß im Wasser sorgen, denn der spielt beim Schwimmenlernen eine entscheidende Rolle. Es gibt nichts Schöneres für Kinder, als im Wasser zu spielen und zu planschen«, sagt Harald Rehn, Referent für die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Interview.

Aber: »Das sollte nicht dazu verführen, die Kinder die ganze Zeit mit Schwimmflügeln rumlaufen zu lassen und zu denken, so ist mein Kind sicher.«

Sollten Eltern ihren Kindern selbst das Schwimmen beibringen?
Das würde ich nicht unbedingt empfehlen. Dabei können sich Fehler einschleichen, die sich verfestigen, wie etwa die sogenannte Schere beim Beinschlag des Brustschwimmens. Einmal falsch erlernte Bewegungen sind später von Profis nur schwer zu korrigieren. Wenn sie dann einen Schwimmkurs mit Schwimmlehrer besuchen, machen Korrekturversuche keine Freude und die Kinder können schnell das Interesse verlieren.

Aber zu üben, wie man waagerecht auf dem Wasser liegt, und mit der Hand unterm Bauch Hilfestellungen geben, dürfte doch nicht schaden?
Eine waagerechte Körperlage beim Schwimmen ist wichtig, doch eine helfende Hand unterm Bauch kann kontraproduktiv sein. Das ist wie Fahrradfahren lernen mit Stützrädern. Besser ist, die Kinder an den Händen durch das Wasser zu ziehen, damit sie spüren, wie die Beine auftreiben und hoch kommen. Doch Eltern sollten vor allem mit ihren Kindern spielen und erreichen, dass sie Spaß an jeglicher Bewegung im Wasser haben. Das ist der Gewinn.

Was hilft denn alles bei der Wassergewöhnung?
Das fängt schon zu Hause unter der Brause an – vorsichtig den Wasserstrahl übers Gesicht laufen lassen. Oder mal ganz untertauchen in der Badewanne, natürlich unter Aufsicht. Im flachen Wasser eignet sich alles, was Spaß macht, also Tauch-, Plansch- und Bewegungsspiele. Das Lieblingsspielzeug darf gern mit ins Wasser. Wichtig ist dabei, immer das Kind in Griffweite zu haben.

Was ist mit Griffweite gemeint?
Das Kind sollte nicht ständig an der Hand geführt werden. Aber wenn ein Nichtschwimmer-Kind untergehen sollte, kann man sofort zugreifen. Am Badesee oder der Küste sollte man auch immer im Blick haben, von wo der Wind weht und wie das Ufer beschaffen ist, also lange flaches Wasser oder plötzlich abfallender Boden. Wichtig ist, so nah am Kind zu bleiben, dass man mit einem Griff jede Situation retten kann.

Wenn ich im Getümmel sehe, dass ein anderes Kind untergeht ...
... sollte man immer helfen! Und keinesfalls beim Helfen Angst haben, etwas falsch zu machen. ?Ein Kind ins flache Wasser zu ziehen und zu fragen, ob alles in Ordnung ist oder wie man helfen kann, ist nie falsch. Ist man weiter entfernt, sollte man sofort laut um Hilfe rufen, etwa »Kind in Gefahr!« und natürlich den Rettungsdienst 112 alarmieren.

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