Mittwoch, 23.06.2021

Bewegung für den Geist

Natalie Haas über Sport für mehr Gehirnleistung

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Natalie Haas Fotograf: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Dass re­gel­mä­ß­i­ge kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät die Ge­sund­heit för­dert, ist wohl un­um­s­trit­ten: Wer sich aus­rei­chend be­wegt, stärkt nach­weis­lich un­ter an­de­rem sein Herz-Kreis­lauf-Sys­tem und senkt das Ri­si­ko für vie­le Er­kran­kun­gen wie bei­spiels­wei­se Typ-2-Dia­be­tes oder man­che Krebs­for­men.

Doch wirkt sich Bewegung auch auf unser Gehirn aus?

Ja. Studien belegen, dass Bewegung die intellektuelle Entwicklung von Kindern fördert, die Psyche von Erwachsenen stärkt und im Alter geistig länger fit hält. Auch die geistige Leistungs?fähigkeit wird durch Muskelaktivität positiv beeinflusst.

Das stellten etwa Forscher der University of Arizona (USA) im Jahr 2016 fest: Sie untersuchten zwei Gruppen junger Männer - eine trieb regelmäßig Ausdauersport, die andere war inaktiv. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Sportler sich besser auf eine Tätigkeit fokussieren und diese schneller, effektiver und mit niedrigerer Fehlerquote ausführen konnten als die Vergleichsgruppe.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch Neurologen am Klinikum Bergmannsheil in Bochum bereits 2013: Mithilfe bildgebender Verfahren untersuchten sie die Gehirne von Sportlern und Nichtsportlern. Resultat hier: Die Hirnsubstanz der aktiven Probanden war deutlich größer. Die Forscher gehen davon aus, dass sich das Mehr an Hirnsubstanz positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirkt.

Sport gegen Demenz?

Dass mit regelmäßiger Bewegung sogar das Risiko für Demenz verringert werden kann, zeigt zudem die sogenannte Denksport-Studie der Deutschen Sporthochschule Köln aus dem Jahr 2018. Sie richtete sich an Menschen, bei denen zwar noch keine Demenz diagnostiziert worden war, die aber eine beginnende Vergesslichkeit oder Konzentrationsstörungen im Alltag feststellten. Wichtig: Die Probanden sollten sich zuvor im Alltag wenig bewegt haben.

Ziel der Forscher war es, herauszufinden, ob durch regelmäßige Muskelarbeit das Fortschreiten der Demenz beeinflusst werden kann. Im Zentrum des Sportprogramms standen ein Ausdauertraining und Übungen, die Kraft und Koordination stärken sollten. Entweder einmal oder zweimal pro Woche nahmen die Probanden an Übungsstunden teil. Verglichen wurden ihre Ergebnisse mit Probanden, die keinen Sport trieben.

Zu Beginn der Studie, nach sechs Monaten sowie nach einem Jahr wurden die Teilnehmer untersucht. Das Ergebnis: Die Probanden wurden nicht nur körperlich fitter, auch in den Konzentrationstests schnitten sie besser ab. Entscheidend dafür war die Trainingshäufigkeit: Nur wer mindestens zweimal wöchentlich Sport getrieben hatte, zeigte eine Verbesserung - die Sportart war Nebensache.

Doch wie viel Bewegung muss eigentlich sein, um gesund zu bleiben? Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 150 Minuten moderater Bewegung oder 75 Minuten intensiver Bewegung pro Woche oder eine Kombination von beiden. Fünfmal je 30 Minuten spazieren gehen pro Woche reichen also aus - und das lässt sich oft leichter in den Alltag integrieren, als man vielleicht denkt...

Natalie Haas ist Redakteurin beim Medienhaus Main-Echo und betreut zusammen mit ihrer Kollegin Ansa Riedel dieses Magazin.

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