»Eine Hilfe zur Selbsthilfe«

Vaginale Laserbehandlung: Junge Methode bei Wechseljahr- und anderen Beschwerden

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Die Wechseljahre können mit allerhand Beschwerden einhergehen, die für Frauen sehr unangenehm sind.
Foto: spukkato
In der Der­ma­to­lo­gie gibt es La­ser­be­hand­lung schon seit den 1960er Jah­ren und hat dort ei­ne brei­te Ak­zeptanz. In der Frau­en­heil­kun­de wird ihr Nut­zen ge­ra­de erst ent­deckt.

Unter dem Begriff vaginale Lasertherapie kann sie Frauen ab Mitte 20 bis ins hohe Alter helfen, diverse Beschwerden in der Scheide mit einem minimalinvasiven ambulanten Eingriff zu reduzieren oder gar zu beseitigen.

Die Aschaffenburger Gynäkologin Stefanie Fenz-Monauni ist von der Methode begeistert. »Der Eingriff ist kurz, dauert etwa 15 Minuten und ist schmerzarm. Er erfolgt ambulant und ist auf verschiedene Beschwerdefelder anwendbar«, erklärt sie.

Es brauche dafür einen speziellen CO2-Laser für die vaginale Anwendung. Ähnliche Laser verwenden auch Hautärz­te für medizinische oder kosmetische Behandlungen. Bei der Femi Lift genannten Laser-Methode hilft das stark gebündelte Licht, die Haut im Intimbereich wieder elastischer zu machen, zu straffen und zur Bildung von Kollagen anzuregen Mit Hilfe eines ein­malig verwendeten Applikators werden rund um die Scheide beziehungsweise in der Vagina durch Erhitzung winzige Kanäle geschaffen, mikro-kleine Verletzungen der Schleimhaut, die bewirken, dass der Körper wieder Kollagen und neue Blutgefäße produziert.

Trockenheit und Juckreiz

Wie die äußere Haut enthält auch das Gewebe in der Vagina Kollagenfasern. Kollagen ist ein wichtiges Strukturprotein des Körpers. Wird mit zunehmendem Alter beziehungsweise mit sich veränderndem Hormonhaushalt weniger davon gebildet, verliert das Gewebe an Stärke und Feuchtigkeit.

Das macht sich in der Scheide etwa durch ein unangenehmes Gefühl von Trockenheit bis hin zu Juckreiz, Schmerzen und einer verstärkten Infektanfälligkeit bemerkbar. Für Frauen in den Wechseljahren könne die Lasertherapie unter Umständen ein Ersatz für eine herkömmliche Hormontherapie sein, meint Fenz-Monauni. Und das ohne schädliche Nebenwirkungen. »Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe«. Sie empfiehlt vor der Behandlung lediglich, eine lokal anästhesierende Salbe aufzutragen. Nach rund einer halben Stunde sei die Patientin wieder auf dem Weg nach Hause.

Die Lasermethode könne aber auch etwa bei Blasenschwäche oder Beschwerden nach der Geburt angewendet werden, um das oft stark überdehnte Gewebe wieder zu straffen. Wer unter häufig wiederkehrenden Scheideninfektionen leidet, profitiere laut der Gynäkologin ebenfalls von einer Laserbehandlung. Schließlich gibt es noch eine sehr unangenehme Autoimmunerkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane, Lichen Sclerosus genannt, bei der die Laserbehandlung eine Anregung zur Selbstheilung sein kann.

Keine Kostenübernahme

Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Laserbehandlungen bislang nicht. Die Kosten von rund 400 Euro pro Sitzung können gegebenenfalls über die private Krankenversicherung abgerechnet oder müssen selbst getragen werden. Eine Behandlung umfasst in der Regel drei Sitzungen im Abstand von je sechs Wochen. Nach etwa einem Jahr lässt die Wirkung im Normalfall nach und sollte aufgefrischt werden.

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