Chaos im Festzelt

Hauptamtsleiter: Dieter Daus erinnert sich an eine Verlosung

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Dieter Daus (2. von links), Franz Widmann und Bürgermeister Siegfried Selinger (weiter von links) strahlen nach einem gelungenen Bieranstich im Festzelt um die Wette.
Foto: Franz Widmann
Ei­ne »be­son­de­re Rei­se­ver­lo­sung« hat Die­ter Daus nie ver­ges­sen: »Ei­ne be­son­de­re Er­in­ne­rung ha­be ich an ei­ne Rei­se­ver­lo­sung, die ich nach an­fäng­li­chen Ver­su­chen mit ex­ter­nen Mo­de­ra­to­ren selbst mo­de­rier­te.

Bürgermeister Siegfried Selinger las die siegreichen Nummern vor, seine Ehefrau Ingrid fungierte als Glücksfee. Mitten in der Anmoderation des nächsten Preises hörte ich plötzlich eine mir unbekannte männliche Stimme über die Lautsprecheranlage des Festzeltes wirres Zeug sprechen. Im Augenwinkel erkannte ich, dass Siegfried Selinger sein Mikrofon nicht mehr besaß. Ein Fremder hatte es ihm aus der Hand gerissen. Ohne weiter darüber nachzudenken, was in den nächsten Sekunden passieren könnte, legte ich flugs mein Mikrofon zur Seite, umklammerte den ungebetenen Bühnengast und bewegte mich mit ihm mit aller Kraft Richtung Bühnenabgang, der damals noch Richtung Festbüro ausgerichtet gewesen war.

Gemeinsam, ich ihn immer noch fest umklammernd, stürzten wir mehr oder weniger kontrolliert die hölzerne Bühnentreppe hinunter, wo Festwirt Franz Widmann uns schon entgegeneilte. Ich überließ dem Festwirt den im Verhältnis zu mir doch um Einiges größeren und stärkeren Herrn und eilte zurück auf die Bühne, um die Moderation der Verlosung fortzuführen. Für das abschließende Pressebild fragte ich später nach einem der Hauptsponsoren, Franz Widmann. Man winkte mich zur Seite und erklärte mir im Vertrauen, dass sich der von mir auf der Bühne Überwältigte dem Festwirt gegenüber rabiat verhalten hätte und es zu einer Rangelei gekommen war, bei der der Festwirt zu Boden gegangen sei. Der Randalierer hatte ihm dann noch ins Gesicht getreten, wobei Franz Widmann an der Oberlippe eine Platzwunde erlitten hatte. Diese hatte im Kreiskrankenhaus Lohr unverzüglich genäht werden müssen. Diese Story erzählten sich Insider noch Jahre nach dem Vorfall immer wieder.«

Hintergrund: Zwei weitere Anekdoten von Dieter Daus:

Eine kleine Anekdote habe es vor Jahren auch in die Tageszeitung geschafft, so Daus. »Bei der Buszubringerfahrt für den Seniorennachmittag hatte der Busfahrer beim Abholen der Senioren in der Lindig-Siedlung eine Haltestelle vergessen. Als ich davon erfuhr, lieh ich mir kurzerhand den Dienstwagen des Bürgermeisters aus und fuhr zweimal in die Lindig-Siedlung, um die Senioren von der betreffenden Haltestelle zur Festwoche zu bringen. Meine Passagiere waren mächtig stolz, im Wagen des Bürgermeisters mitfahren zu dürfen.«

Und eine zweite Geschichte: »Der Tag der guten Nachbarschaft 1998 ist mir noch lebhaft in Erinnerung. Pünktlich versammelten sich der Erste Bürgermeister, Stadtratsmitglieder und die Verwaltungsspitze, um die in diesem Jahr eingeladenen Stadtratsmitglieder aus Arnstein zu empfangen. Minute um Minute verstrich, und kein einziger Gast aus Arnstein erschien. Da es damals noch keine Smartphones gab, eilte ich zu dem am Parkdeck stehenden Telefonhäuschen, suchte eiligst die Telefonnummer der Arnsteiner Stadtverwaltung aus dem Telefonbuch heraus und wählte. Zwar erwischte ich direkt den Ersten Bürgermeister. Der ließ sich jedoch nur entlocken, dass niemand kommen würde, und er jetzt in eine Sitzung müsse.

Am Folgetag recherchierte sogar die Presse in Arnstein. Der damalige Bürgermeister fasste als Fazit schließlich entschuldigend zusammen: »Da ist, bedingt durch die Urlaubszeit, etwas versiebt worden.« Die Presse mutmaßte, vom Arnsteiner Sitzungsdienst. Der dortige Rathauschef musste zuletzt bedauernd feststellen: »Es ist einfach dumm gelaufen«. ()

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