Sonntag, 17.10.2021

Wenn plötzlich das Licht ausgeht

Sehverlust: Sofort ärztlichen Rat einholen - Risikofaktoren frühzeitig behandeln

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Vor allem ältere Menschen sind vom plötzlichen, schmerzfreien Sehverlust betroffen.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Plötz­lich fal­len auf ei­nem Au­ge Tei­le des Sicht­felds aus oder es wird ganz schwarz. Oh­ne Vor­war­nung. Al­so oh­ne Sch­mer­zen, Rö­t­un­gen oder Ver­let­zun­gen, et­wa durch ei­nen Un­fall. Der plötz­li­che, sch­merz­f­reie Seh­ver­lust tritt vor al­lem bei äl­te­ren Men­schen auf.
Durchblutungsstörungen

Eine Hauptursache dafür seien Durchblutungsstörungen, erklärt Thomas Reinhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Uniklinik Freiburg. »Bei Störungen der Durchblutung kann es zu einem Verschluss der Zentralarterie des Auges kommen«, sagt Reinhard. Die Arterie versorgt die Netzhaut (Retina) mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen. Wenn dieses Gefäß, das das Blut in die Netzhaut führt, sich verschließt, gehe mitunter innerhalb von Sekunden »das Licht aus«. Auf dem betroffenen Auge wird es also fast schlagartig dunkel.

In manchen Fällen hält der Sehverlust nur für Sekunden an. Danach löst sich der Verschluss. Manchmal passiert das auch nach zehn Minuten oder einer Stunde. »Wichtig ist, sofort zum Arzt zu gehen und nach der genauen Ursache des Gefäßverschlusses zu suchen«, sagt der Augenarzt.

Oft sei auch der Hausarzt gefragt, auf die allgemeine Blutgerinnung zu achten, sagt Reinhard. »Oder der Neurologe, der nach dem Blutfluss in der Halsschlagader schauen muss.« Diese ist für die Blutversorgung des Gehirns und der Augen zuständig.

Ursache bekämpfen

»Wenn Durchblutungsstörungen zu einem kompletten Sehverlust geführt haben und der Patient zu spät kommt, kann man in der Regel nicht mehr viel für das betroffene Auge tun«, sagt Reinhard. Allerdings könne man die Ursache der Durchblutungsstörung finden und diese bekämpfen, sagt der Augenarzt. So könne oft zumindest das zweite Auge vor Erblindung gerettet werden.

Der Verschluss der Zentral?arterie der Netzhaut hat in sehr seltenen Fällen eine entzündliche Ursache: die Arteriitis temporalis. Das ist eine autoimmunologische Gefäßentzündung, die dazu führt, dass die körpereigene Abwehr den Arterien zusetzt. Auch hier kommt es zu Durchblutungsstörungen. In der Regel haben Betroffene starke Kopfschmerzen und Kauschmerzen. Schlimmstenfalls kommt es in Folge der Entzündung zur Erblindung.

Netzhautablösungen und Sehnervenerkrankungen zählen zu den weiteren möglichen Ursachen einer plötzlichen, schmerzfreien Sehverlustes.

Sehverlust vorbeugen

Vorbeugen kann man einem Sehverlust, indem man bei Schmerzen immer frühzeitig augenärztlichen Rat einholt. Je nach Symptom werden der Augendruck gemessen, Netzhaut oder Sehnerv untersucht. So können Risikofaktoren für einen möglichen Sehverlust verhindert oder behandelt werden.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) könne bei der Diagnostik auch der Augen-Ultraschall hilfreich sein. Vor allem, wenn der Einblick ins Augeninnere wegen einer »schlecht erweiterten Blende« - also in dem Bereich um Pupille und Iris - erschwert ist.

Ultraschall vor CT

Frank Tost, Leiter der DEGUM-Sektion Augenheilkunde, weist darauf hin, dass mit modernen Ultraschalltechniken kleinste, rote Blutkörperchen im Auge dargestellt werden können. Somit ermögliche die Sonographie eine weitaus genauere Darstellung als andere bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT).

Ein Vorteil des Ultraschalls sei, dass Patienten das Augen bewegen könnten und so wichtige Zusatzinfos lieferten, sagt Tost. Damit könnten auch verstecktere Bereiche ziemlich genau dargestellt werden. Bei einer CT wäre das Bewegen des Auges indes störend.

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