Mittwoch, 05.05.2021

Sieben Mythen über Bier

Typisches Männergetränk? Der Deutsche Brauer-Bund klärt Irrtümer auf - Markt wird immer vielfältiger

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Pils, hier ein naturtrübes, ist die beliebteste Biersorte in Deutschland.
Foto: Uwe Anspach (dpa)
Über kaum ein Ge­tränk kur­sie­ren so vie­le My­then und Irr­tü­mer wie über Bier.

Vom ominösen »Bierbauch« über das »Sieben-Minuten-Pils« bis zur Regel »Bier auf Wein« - der Deutsche Brauer-Bund löst anlässlich des »Tag des deutschen Bieres« am 23. April sieben der am weitesten verbreiteten Irrtümer auf:

1. Bierkonsum führt zum »Bierbauch« 

Tatsache ist: Ein Pilsbier zum Beispiel hat weniger Kalorien als eine vergleichbare Menge Apfelsaft, Milch, Wein, Sekt oder Spirituosen. Eine Studie des Londoner University College ergab: Bei Männern stehen Bierkonsum und Übergewicht in keinem Zusammenhang. Bei den Frauen sind die Ergebnisse noch bemerkenswerter: Frauen, die moderat Bier trinken, seien im Durchschnitt sogar etwas dünner als abstinent lebende Frauen, so die Studie.

 

2. Bier ist vor allem ein Männergetränk

Falsch, denn die Mehrzahl der Frauen trinkt durchaus gerne Bier. Eine Studie des Max-Rubner-Instituts, des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel, zeigte, dass 48 Prozent der Frauen, die alkoholische Getränke genießen, lieber Bier trinken als Wein. Spirituosen und andere alkoholische Getränke finden laut Studie weniger Zuspruch. Die Untersuchung ergab zudem, dass gerade bei den 19- bis 24-Jährigen die Geschlechterfrage hier keine Rolle spielt, denn in dieser Altersgruppe trinken sowohl Frauen als auch Männer am liebsten Bier, wenn sie alkoholische Getränke genießen.

 

3. »Bier auf Wein, das lass' sein...«

Dieser Reim ist bis heute weit verbreitet, war aber schon immer falsch: Seinen Ursprung hat der Trinkspruch im Mittelalter - er symbolisierte die sozialen Unterschiede: Bier galt damals als Getränk der einfachen Stände, Wein hingegen war einer elitären Oberschicht vorbehalten. Was jedem bewusst sein sollte: Auf die Menge kommt es an. Alkoholkonsum im Übermaß ist schädlich - egal, in welcher Reihenfolge.

 

4. Ein gutes Bier braucht sieben Minuten

Richtig ist: Ein frisches Bier kann und sollte in maximal zwei bis drei Minuten gezapft werden. Durch zu langes Zapfen verliert Bier viel Kohlensäure und wird schneller warm und schal. Perfekt gelingt ein Bier, wenn ein sauberes, kalt ausgespültes Glas, schräg gehalten, zu etwa Zweidrittel angezapft, kurz abgestellt und anschließend mit dem kunstvollen Aufsetzen einer Schaumkrone nachgezapft wird. Prost!

 

5. Bier ist arm an Nährstoffen

Studien belegen: Bier enthält neben Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor, Magnesium und Kalium auch verschiedene B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole, die zum größten Teil aus dem zum Brauen verwendeten Malz und dem Hopfen stammen oder von der Brauhefe während der Gärung gebildet werden. Sie sind in Bier zwar nur in verdünnter Form und daher in geringen Mengen enthalten, im Vergleich mit anderen alkoholischen Getränken ist der Gehalt aber relativ hoch.

 

6. Dunkles Bier ist stärker als helles Bier

Richtig ist vielmehr, dass es keinen grundsätzlichen Zusammenhang von Farbe und Alkoholgehalt des Bieres gibt. Die dunklere Farbe kommt lediglich zustande, weil andere Malzarten, etwa Dunkel- oder Röstmalze, beim Bierbrauen verwendet werden. Diese verleihen dem Bier zwar eine intensivere Färbung und einen anderen Geschmack, verändern den Alkoholgehalt jedoch nicht automatisch.

 

7. Es gibt immer weniger verschiedene Biere

Im Gegenteil: Wer den Markt beobachtet, stellt fest, dass die Markenvielfalt deutscher Biere zunimmt. Mit Blick auf die weltweit einzigartige Brauerei- und Biervielfalt in Deutschland kann davon ausgegangen werden, dass es zur Jahrtausendwende rund 5000 verschiedene Biere auf dem deutschen Biermarkt gab. Der Brauer-Bund schätzt, dass es allein in Deutschland mittlerweile mehr als 5500 verschiedene Biermarken gibt, wobei die Biersorte Pils mit über 50 Prozent Marktanteil in der Beliebtheit der Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin unangefochten auf Platz eins steht, gefolgt von Export und Weizenbier.

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