Mittwoch, 05.05.2021

Brauer sitzen auf dem Trockenen

Corona-Krise: Bier-Umsatz stark eingebrochen - Brauereien in der Region leiden

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Weniger kühle Blonde: Weil Feste und Partys abgesagt wurden, Gaststätten und Biergärten geschlossen sind, ist der Bier-Umsatz stark eingebrochen. Foto: Daniel Karmann (dpa)
Foto: Daniel Karmann
Mehr als 620 Braue­rei­en gibt es in Bay­ern, 90 Pro­zent da­von sind klei­ne Fa­mi­li­en­be­trie­be mit ei­nem Jah­res­aus­stoß von we­ni­ger als 30 000 Hek­to­li­tern. Ak­tu­ell wer­den sie durch die Co­ro­na-Kri­se wei­test­ge­hend aufs Tro­cke­ne ge­setzt.

Auch die Brauereien in unserer Region leiden unter der aktuellen Situation. Weil Feste und Partys abgesagt wurden, Gaststätten und Biergärten geschlossen sind, ist der Umsatz stark eingebrochen.

Viele leben gegenwärtig von der Substanz - entscheidend ist für sie, wie lange die Krise noch andauern wird. Bald beginnt normalerweise die Biergarten-Hochsaison, in der Region stehen viele Dorf- und Sportfeste auf dem Programm sowie große Messen oder das Aschaffenburger Volksfest. Wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird, ist derzeit ungewiss. »Wenn die Feste ausfallen, wird das ein Loch reißen«, sagt Georg Rittmayer, Präsident des Verbandes der privaten Brauereien in Bayern. Jetzt sei Kreativität gefragt - bei manchen etwa das Umstellen von Fass- auf Flaschenabfüllung. Doch das ist nicht unbedingt ein Allheilmittel.

Flaschenverkauf rückläufig

Der Bayerische Brauerbund, Standesvertretung eher für die größeren und mittelständischen Brauereien, hat in einer Schnellumfrage ermittelt, dass auch der Flaschenverkauf rückläufig ist. »Wir befürchten, dass in den kommenden Wochen Gastronomen, aber auch Brauereien den Kampf ums Überleben verlieren werden«, erklärt Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes. Der Deutsche Brauer-Bund hatte unlängst eine Befragung unter seinen Mitgliedern gestartet. 87 Prozent der Betriebe rechneten Anfang des Monats damit, dass sie ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen, 18 Prozent gingen sogar von Entlassungen aus. Dass die Krise für Umsatzlöcher sorgen wird, darüber sind sich fast 100 Prozent der Brauereien einig.

Damit die Situation für die meisten seiner über 500 Betriebe nicht existenzbedrohend wird, ist für Bayerns Kleinbrauer-Präsident Rittmayer wichtig, dass die Biergartensaison starten und zumindest ein Teil des Umsatzverlustes wieder aufgefangen werden kann. Rittmayer ist sich sicher, dass die bayerischen Zecher einen gewissen Nachholbedarf haben werden. »Wenn die Biergärten aufmachen, dann müssen wir Platzkarten vergeben«, sagt er scherzhaft.

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