Zeichen gegen soziale Kälte gesetzt

Aschaffenburg
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Heiligabend im Martinushaus: 330 Gäste waren am Mittwoch zur Weihnachtsfeier für Bedürftige und Einsame in Aschaffenburg gekommen.
Foto: Ralf Hettler
Ein Zei­chen ge­gen so­zia­le Käl­te hat auch in die­sem Jahr wie­der das Mar­ti­nus­haus in Aschaf­fen­burg ge­setzt. Rund 330 Gäs­te be­such­ten die Weih­nachts­fei­er an Hei­li­g­a­bend: Be­dürf­ti­ge, mit­tel­lo­se Fa­mi­li­en und Durch­rei­sen­de nutz­ten das An­ge­bot, um für ei­ni­ge Stun­den die Sor­gen des All­tags zu ver­ges­sen.

Nach mehreren Jahren richtete das Martinushaus die inzwischen 41. Weihnachtsfeier erstmals wieder alleine aus. Unter der Federführung von Projektleiterin Barbara Powollik hatten sich rund 40 überwiegend ehrenamtliche Helfer gefunden, die ihr eigenes Weihnachtsfest verschoben, um für ihre Mitmenschen da zu sein.
Darunter waren viele »Ersttäter«: Bei den Mitarbeitern habe ein Generationswechsel stattgefunden, so die Rektorin des Martinushauses, Hildegard Gosebrink. Sie haben das eine Ziel, anderen Menschen besinnliche, sorglose Stunden zu bereiten - Menschen, denen die Mittel fehlen, ein schönes Weihnachtsfest zu Hause zu feiern oder die Heiligabend sonst alleine verbringen müssten.
Wachsende Besucherzahl
Die wachsende Zahl der Gäste zeigt die Notwendigkeit der Traditionsveranstaltung. Zum Vergleich: 2006 waren es nur 141. Neben dem großen Saal des Martinushauses war in diesem Jahr daher auch der Vorraum festlich hergerichtet.
Barbara Powollik aus Schweinheim hat den Abend zum ersten Mal organisiert. Bereits im September hatte für sie die Vorbereitung begonnen. »Es war toll, wie viele Menschen helfen wollten«, sagt die Organisatorin. Kurz vor der Veranstaltung sei sie noch nervös gewesen, dass alles klappt. Doch kein Helfer habe abgesagt, und am Abend selbst sei die Entspannung gekommen: Alles lief wie geplant.
Auch die Helfer hatten bereits Tage vor dem Weihnachtsfest einiges zu tun. Mehrere hundert Geschenke mussten vorbereitet werden. Für die Erwachsenen gab es Kaffee, Schokolade und einen Einkaufsgutschein, jedes Kind durfte sich über Spielzeug, Schokolade und einen Gutschein freuen. Familien erhielten zudem eine Tageskarte für das Hallenbad.
Pünktlich um 17 Uhr eröffnete Rektorin Hildegard Gosebrink den Abend. Mit dem Weihnachtsevangelium stimmte sie auf den Abend ein.
Aus Spenden finanziert
Den Weihnachtsbraten lieferte der Partyservice Streitenberger aus Hösbach, der mit seinem Team angerückt war. Es gab Hähnchenbrustfilet mit Pfannengemüse, Spätzle und Rahmsoße. Pannacotta mit Zimtpflaumen servierten die Helfer zum Nachtisch. Um die Zeit bis zur Bescherung zu überbrücken, hatte das Organisationsteam für die Kinder ein Spiel- und Bastelangebot vorbereitet.
Finanziert wurde die Weihnachtsfeier vor allem aus Spenden, erklärte Rektorin Gosebrink. Aschaffenburger Einrichtungen, Vereine und Privatpersonen hätten die Veranstaltung unterstützt.
Den wohl schönsten Lohn für ihren Einsatz erfuhren die Helfer von den Gästen selbst: Frauen und Männer, denen die Unbeschwertheit des Abends anzusehen war, und fröhliche Kindergesichter entschädigten für die Arbeit und die geopferte Freizeit.
Ralf Hettler

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