Winterfreuden und Verliebtes

Barockmusik: Junges Kammerorchester bezaubert Publikum in Aschaffenburger Muttergotteskirche

Aschaffenburg
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Das von Heinz Peter Rausch geleitete junge Kammerorchester Aschaffenburg mit Solistin Monika Beck spielt Vivaldis Winterkonzert in der Muttergottespfarrrkirche.
Foto: Melanie Pollinger
Mit kri­s­tall­klar hel­len Gei­gen­me­lo­di­en aus Vi­val­dis »Win­ter« und den tie­fen wei­chen Klän­gen von Pa­chel­bels be­rühm­tem Ka­non den Sonn­tag aus­k­lin­gen las­sen: Wer das Ba­rock­kon­zert des Jun­gen Kam­mer­or­ches­ters in der Mut­ter­got­tesp­farr­kir­che be­sucht hat, konn­te Kraft für die neue Ar­beits­wo­che tan­ken.

Insgesamt 150 Besucher kamen zu beiden Aufführungen am Nachmittag und frühen Abend und genossen das saubere, achtsame Spiel der jungen Musiktalente aus dem Raum Aschaffenburg unter Leitung von Heinz Peter Rausch.

Der Dirigent hatte neben den genannten populären Stücken auch weniger Bekanntes für das einstündige Programm ausgewählt. Beim Konzert in f-Moll des neapolitanischen Barockmusikers Francesco Durante (1684 bis 1755) konnten die jungen Streicher-Talente ihre Vielseitigkeit im emotionalen Ausdruck zeigen. Sachte Trauer sprach aus dem ersten Satz »Un poco andante«, höfische Eleganz aus dem folgenden »Allegro«, innige Verliebtheit aus dem »Amoroso«. Das »Allegro« am Schluss spann das Thema des zweiten Satzes lebhaft weiter.

Verena Sennekamp und Jakob Boyny am Violoncello und Roxana Neascu am Cembalo glänzten mit zwei Sonaten des Italieners und Wahl-Dubliners Francesco Geminiani (1687 bis 1762). Opus 5 Nummer 3 in C-Dur begann mit feierlichem Ernst. Auf dem lebhaften und verspielten zweiten Satz folgte ein virtuoses, gefühlt mühelos umgesetztes Finale. Die d-Moll Sonate opus 5 Nummer 2 harmonierte in ihren Wohlklang und ihrer tänzerischen Anmut mit dem prächtigen Hauptaltar der Muttergottespfarrkirche, der zehn Jahre nach Geminianis Tod entstanden war.

Kernstück des Konzerts war »Der Winter« aus den »Vier Jahreszeiten« von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) mit Solistin Monika Beck an der Geige. Eisigen Wind »malte« diese ausdrucksvoll zum Zähneklappern im 16tel16-Tempo des Orchesters und beschwor Bilder von kuscheliger Wärme am Kamin herauf, während die Geigen mit schnellem Pizzikato den Regen ans Fenster klopfen ließen.

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