Wiesener Schule in einem Jahr leer

Bürgerversammlung: Themen Asylbewerber und Dorfladen sorgen für bestbesuchtes Treffen in Büdels Amtszeit

Wiesen
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Der Wiesener Rathauschef Gerhard Büdel (links) leitete am Mittwoch in der Schulturnhalle seine letzte Bürgerversammlung. Für die nächsten Jahre sah er »riesige Aufgaben« auf die Gemeinde zukommen.
Foto: Doris Pfaff
Es wa­ren wohl die The­men Asyl­be­wer­ber und Dor­f­la­den,die für ein vol­les Haus ge­sorgt ha­ben. Über 150 Wie­se­ner ka­men am M itt­woch zu Bür­ger­ver­samm­lung in die Schul­turn­hal­le. Die letz­te von ihm ge­lei­te­te Bür­ger­ver­samm­lung sei wohl, zu­g­leich auch die »best­be­such­te Ver­samm­lung in sei­ner nun 24-jäh­ri­gen Amts­zeit«, so Bür­ger­meis­ter Ger­hard Bü­del, der bei den Kom­mu­nal­wah­len im März nicht mehr an­t­re­ten wird,
Einen sachlichen und pragmatischen Umgang mit dem Thema Asylbewerber, Respekt und Menschlichkeit mahnte Büdel an. Seit dieser Woche sind 14 Flüchtlinge, darunter drei Jugendliche, in einem vom Kreis angemieteten privaten Wohnhaus in der Hauptstraße untergebracht (wir berichteten). Es sind sechs Frauen aus Äthiopien, eine syrische Frau mit zwei Töchtern und eine fünfköpfige Familie aus dem Irak. Die Flüchtlinge werden von einer Sozialpädagogin aus dem Landratsamt betreut.
Vor Asylbewerberhaus randaliert
Vor einigen Tagen hätten »zwei Bekloppte« - so Büdel -  nachts um 1 Uhr gegen die Mülltonnen vor dem Asylbewerberhaus getreten und Krach gemacht. Ein solches Verhalten sei kein Streich, sondern in schärfster Form zu verurteilen, sagte Büdel. Am Samstag, 23. November, ist von 15 bis 17 Uhr ein Familiennachmittag im Rathaus angesetzt, bei dem sich Bürger und Asylbewerber kennenlernen können, informierte der Ortschef.
Günter Fleckenstein fragte an, wie sich die Gemeinde dazu stelle, sollten weitere Investoren kommen und ihre Häuser für Asylbewerber vermieten wollen. Theoretisch könne die Kommune nichts dagegen machen, doch versuche das Landratsamt, Flüchtlinge gleichmäßig zu verteilen, damit kein Ort überfordert werde, erklärte Büdel.
In der Bürgerversammlung 2014 werde wohl über ein »leeres Wiesener Schulhaus« berichtet werden müssen, sagte Büdel in seinem Jahrsbericht. Hintergrund sind sinkende Kinderzahlen im Ort und im Schulverband. Wie das Schulgebäude und die Turnhalle künftig zu nutzen sind, seien herausfordernde Fragen.
Kindergarten gesichert
Für den Kindergarten mit derzeit rund 30 Kindern sehe er dagegen den Bestand gesichert, so Büdel. Er könne in einen sogenannten Landkindergarten umgewandelt werden, sollte die Kinderzahl auf unter 25 sinken.
Keine Sorgen mache die derzeitige Finanzlage Wiesens, führte der Bürgermeister aus. Die derzeit 1042 Einwohner zählende Gemeinde kann Rücklagen über rund 1,8 Millionen Euro aufweisen. Der Schuldenstand liege zum Jahresende mit 575 Euro pro Kopf, unter dem Landesdurchschnitt von 690 Euro. Doch kämen auf die Spessartgemeinde in den nächsten Jahren »riesige Aufgaben« zu, um die Infrastruktur zu erhalten und zu verbessern, sah Büdel voraus.
Über 150 000 Euro sind demnächst in die Kläranlage zu investieren, die es nach behördlichen Vorgaben zu optimieren gilt (wir berichteten). Weitere 120 000 Euro sind für dringende Kanalsanierungen nötig. An verschiedenen Straßen sind Reparaturen erforderlich. Unumgänglich sei die grundlegende Sanierung der Lindenstraße, so Büdel. Noch für dieses Jahr kündigte der Bürgermeister eine Anliegerversammlung an.
Großen Beifall erntete zum Abschluss ein Antrag von vier Männern und zwei Frauen im Alter von 66 bis 96 Jahren. Die Senioren wünschen, dass der mit grobem Schotter belegte Fußweg von der Dreschhalle zum Sportplatz einen feineren und festen Belag erhält, um für Bürger mit Rollator und oder Rollstuhl besser begehbar zu sein. Der Antrag soll jetzt in der nächsten Gemeinderatssitzung behandelt werden.
Dorfladen schließt mit Minus ab
Voraus ging dem Bürgertreffen eine Versammlung der Dorfladen-Unternehmensgesellschaft (UG). Von den 210 Teilhabern der UG waren 99 da. Einstimmig wählten sie Friedhelm Kleespies wieder in den dreiköpfigen Aufsichtsrat, dem ferner Günter Fleckenstein und Hildebert Steigerwald angehören. Als Rechnungsprüfer wurde Werner Elsesser bestätigt.
Der Dorfladen, der im Februar in Betrieb gegangen ist, werde heuer etwa mit einem Minus von 8500 Euro abschließen, teilte die UG-Geschäftsführerin Anje Elsesser mit. Der Bürgermeister appellierte, die Bevölkerung möge sich noch stärker mit dem Laden identifizieren. Doris Pfaff
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