Wenn der Garten als "naturnah" zertifiziert wird

"Bayern blüht": Hobbygärnter-Auszeichnung für »Wilde Ecken«, reichlich Blühflächen und Verzicht auf Chemie

Aschaffenburg
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Garten Hildegard Junkert-Löwer Sailauf
Foto: Ernst Bäppler
Otmar Seidel vom Kreisverband Garten- und Landschaftspflege zeichnet Gartenbesitzerin Michaela Lippert mit der Plakette "Bayern blüht - Naturgarten" aus. Darüber freut sich auch Gartenwächter Beethoven
Foto: Ernst Bäppler
Ar­ten­viel­falt statt Schot­ter­wüs­te und eng­li­scher Ra­sen: Die­se soll­te für je­den Gar­ten­be­sit­zer gel­ten, sagt das baye­ri­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Um hier­für An­rei­ze zu schaf­fen, hat es ge­mein­sam mit der Lan­des­ve­r­ei­ni­gung Gar­ten­bau Bay­ern die Ak­ti­on "Bay­ern blüht - Na­tur­gär­ten" ins Le­ben ge­ru­fen. In be­son­de­rer Wei­se na­tur­nah be­wirt­schaf­te­te Gär­ten wer­den hier­bei all­jähr­lich aus­ge­zeich­net und dür­fen mit ei­ner Pla­ket­te auf sich auf­merk­sam ma­chen. Wie be­reits im Vor­jahr sind auch in die­sem Jahr un­ter den bay­ern­weit 200 mit dem Zer­ti­fi­kat "na­tur­nah" aus­ge­zeich­ne­ten Gar­ten­be­sit­zern vier aus der Stadt Aschaf­fen­burg und dem Land­kreis ver­t­re­ten.

Eine dieser mit der Plakette belohnten Hobbygärtnerinnen ist Michaela Lippert aus der Schweinheimer Seebornstraße. Anfang der Woche erhielt sie Besuch von Otmar Seidel und Elisabeth Eitzenhöfer vom Vorstand des Kreisverbands Garten- und Landschaftspflege Aschaffenburg. Beide haben von der Veitshöchheimer Landesanstalt für Wein- und Gartenbau eine Zulassung als staatlich geprüfte "Zertifizierer" erhalten.

Sie nahmen sich über eine Stunde Zeit für eine Bestandsaufnahme, um danach zu resümieren, dass alle Bewertungskriterien erfüllt sind: Verzicht auf Einsatz von Torf und Chemie, Düngung nur mit Kompost, reichliches Vorkommen von Insektennahrungspflanzen, Mischkulturen, "Wilden Ecken" und Nützlingsunterkünften. Eine geschickte Auswahl von Blühpflanzen, darunter zahlreiche englische Rosensorten, lässt es von März bis Oktober stets reichlich blühen.

Dass die Gartenbesitzerin bei aller Liebe für die englische Gartenkultur gerade keinen "Englischen Rasen", sondern einen Naturrasen mit Gänseblümchen und blühenden Kräutern hat, fiel den Zertifizierern genauso positiv ins Auge wie die geschickte Anpassung an die Hanglage eines ehemaligen Weinbergs innerhalb eines geschlossenen Siedlungsgebiets. Zur Teilnahme am Wettbewerb ließ sich Michaela Lippert nach eigenen Worten durch einen Beitrag des Schweinheimer Obst- und Gartenbauvereins in unserer Beilage "Unser Echo" anregen.

In gleicher Weise zertifiziert und ausgezeichnet wurden kürzlich die Gärten von Susanne Dinsenbacher und Elisabeth Vorndran in Alzenau (wir berichteten) sowie der Garten von Hildegard Junker-Löwer in Sailauf. All diese Anlagen, so Otmar Seidel im Gespräch mit unserem Medienhaus, zeigten, dass jeder etwas fürs Klima und die Umwelt tun kann, wenn man der Natur sich frei entfalten lässt und nur behutsam eingreift. Mit "sterilen" Gärten, wie sie in Neubaugebieten neuerdings überhandnehmen würden, sei dies nicht möglich: "Für mich gilt: Traue keinem Ort, an dem kein Unkraut wächst."

Weitere Informationen: Werner Oberle (Obst- und Gartenbauverein Schweinheim), Tel. 06021 95967

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