Weniger Leser in der Bibliothek

Gesellschaft:Auch 2018 sanken die Nutzerzahlen der Aschaffenburger Stadtbücherei - Kleiner Boom bei Spielen

Aschaffenburg
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Weniger Besucher als in den Jahren zuvor nutzten die Stadtbibliothek 2018. Die Bibliothek überlegt, wie sich der Trend umkehren lässt. Foto: Stefan Gregor
Foto: Stefan Gregor
Le­sen die Men­schen im Raum Aschaf­fen­burg we­ni­ger als früh­er? Legt man die ak­tu­el­len Zah­len der Stadt­bi­b­lio­thek zu­grun­de, scheint das so zu sein. Die Zahl der ak­ti­ven Nut­zer ih­res Hau­ses ist laut Bi­b­lio­theks­lei­te­rin Pe­t­ra Reu­ter-Bu­lach im ver­gan­ge­nen Jahr um 361 Per­so­nen auf 6 914 zu­rück­ge­gan­gen.

Ein Trend, der sich schon seit Jahren verfolgen lässt. Wobei vor allem die Nutzer aus dem Landkreis schwächeln: Während der Anteil der Aschaffenburger Leser mit einem Anteil von über 60,1 Prozent leicht zugelegt hat, sinken die Zahlen bei der auswärtigen Kundschaft. Reuter-Bulach führt dies auf verbesserte Angebote im Kreis und die wachsende Bedeutung digitaler Medien zurück.

Weniger Neuanmeldungen

Im Jahr 2018 wurden 1720 Neuanmeldungen gezählt, auch das sind deutlich weniger als in den Vorjahren. Darunter waren 28 Neubürger, die ihren Gutschein aus dem Gutscheinheft für Neu-Aschaffenburger eingelöst haben, sowie 124 Kulturpassinhaber. Aus Datenschutzgründen werde das Gutscheinheft nicht mehr aufgelegt, bedauert Reuter-Bulach. In der Folge könne die Bibliothek nicht mehr gezielt Werbung für ihr Angebot machen.

Das Haus wurde auch nicht mehr so oft aufgesucht wie früher: Dass die Bibliothek mit 135 427 Besuchen einen Rückgang von 6708 verzeichnet, könne dem heißen Sommer 2018 geschuldet sein, vermutet die Büchereileitung. Auch die Lage der Feiertage im Dezember habe wohl zu der niedrigeren Frequenz beigetragen.

Damit einher geht eine sinkende Zahl von entliehenen Medien, und das, obwohl deren Angebot im Bestand 2018 von 88 595 im Vorjahr auf 91 235 wuchs. Waren es 2016 noch 410 170 Entleihungen, sank deren Zahl 2017 auf 396 480 und 2018 weiter auf 374 580. Besonders betroffen: die Kategorien Sachbücher, CDs, DVDs und Konsolenspiele. Aber auch an Straßen- und Landkarten herrsche immer weniger Bedarf. Relativ stabil bleibt die Zahl der Kinder- und Jugendbücher. Die Zahl der entliehenen Spiele legt seit Jahren sogar kontinuierlich zu.

Daneben bot die Bibliothek 46 Veranstaltungen für Kinder an. 637 Teilnehmer wurden gezählt. Wenig besucht waren offene Lesungen, wobei Schulveranstaltungen mit denselben Autoren sehr gut ankamen. Erfreulich sei auch das 25. Jubiläum des Café Bücherwurm gewesen, das seit einem Vierteljahrhundert in Kooperation mit der Comeniusschule realisiert wird.

Beendet wurde nach 18 Jahren die Veranstaltungsreihe »Vorlesen und Basteln« für Grundschulkinder. Die Ehrenamtlichen, die diese Reihe organisierten, sind in den Ruhestand gegangen; aber auch die Nachfrage habe in den vergangenen Jahren nachgelassen, heißt es in der Jahresbilanz. Neu hinzugekommen sei dafür das Angebot eines Spielnachmittags für Grundschulkinder.

E-Medien zögerlich genutzt

Trotz des Digitalbooms in der Gesellschaft entwickelt sich die Zahl der Nutzer bei den sogenannten E-Medien nur zögerlich. 2 030 Nutzer sind für die Verwendung von elektronischen Medien in Aschaffenburg registriert, 225 mehr als 2017. Im Schnitt lädt jeder dieser digitalaffinen Leser sechs E-Medien im Jahr herunter.

Die Stadtbibliothek bietet drei große Datenbanken an. Die Munzinger Datenbank, Genios und Brockhaus online. 2019 wird - in Absprache mit Hof- und Hochschulbibliothek - die Datenbank Encyclopedia Britannica angeschafft. Digital, denn die gedruckte Ausgabe wird nicht mehr produziert. Nach vier erfolgreichen Durchläufen in den Vorjahren gibt es 2019 keinen großen Spieletag. Der Grund: Ein Kooperationspartner ist abgesprungen und ehrenamtliche Helfer fehlen.

Im Überblick: Veranstaltungen für Erwachsene

Die Stadtbibliothek war 2018 auch Ort für Ausstellungen. Insgesamt elf Medienpräsentationen und Ausstellungen nennt die Stadtbibliothek in ihrer Bilanz. Während der Kulturtage zeigte der Fotoclub Kleinostheim seine Bilder. Hinzu kommen Medienzusammenstellungen und Büchertische zu aktuellen Themen.

Es gab eine Infowoche mit dem Blindenbund, was den Fokus auf das Angebot für Blinde richtete.

In Kooperation mit der Hospizgruppe wurde eine multimediale Lesung angeboten. In Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe gab es das Vorlesen in leichter Sprache. Auch das dazugehörige Angebot werde dadurch besser genutzt, heißt es in der Bibliotheks-Bilanz. Das Literaturcafé in Kooperation mit dem Miteinander im Zentrum (MIZ) wurde eingestellt, da sich die Einrichtung laut Bibliotheksangaben ein neues Konzept gegeben hat. ()

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