Was das integrative Spielfest der Lebenshilfe besonders macht

Die Organisatoren Selma Mattern und Heiko Knapp über das Fest am 4. Mai

Aschaffenburg
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Organisieren gemeinsam mit der Kommunalen Jugendarbeit das integrative Spielfest: Selma Mattern und Heiko Knapp von der Lebenshilfe. Foto: Cornelia Müller
Foto: Cornelia Müller
Knapp 30 Ve­r­ei­ne, Schu­len, Pfar­rei­en und Grup­pen be­tei­li­gen sich auch in die­sem Jahr wie­der mit ih­ren Mit­mach­an­ge­bo­ten am in­te­g­ra­ti­ven Spiel­fest am Sams­tag, 4. Mai, in der Aschaf­fen­bur­ger Co­me­ni­us-Schu­le.

Warum die Zusammenarbeit nicht nur beim Fest, sondern das ganze Jahr über in Angeboten für Freizeit, Begegnung und Bildung (FBB) gut funktioniert, erklären Heilpädagogin Selma Mattern (57) und Sozial-Pädagoge Heiko Knapp (47) vom Bereich FBB der Lebenshilfe.

Was zeichnet das integrative Spielfest aus?

Mattern: Es ist über die vielen Jahre hinweg eine Begegnung auf Augenhöhe geworden. Menschen mit und ohne Behinderung tun gemeinsam etwas, was ihnen Spaß macht, ohne Leistungs- und Zeitdruck, jeder nach seinen Fähigkeiten. Die Kontakte, die hier geknüpft werden, reichen weit über das Fest hinaus. Daraus ist ein Großteil unserer inklusiven Angebote in Sport, Bildung, Kunst oder Treffs gewachsen.

Diese Augenhöhe gab es anfangs nicht?

Mattern: Ich bin jetzt seit fast 30 Jahren bei der Lebenshilfe, damals waren Menschen mit Behinderung noch Bittsteller. Das hat sich langsam gewandelt.

Knapp: Heute formulieren gerade junge Menschen mit Handicap ihre Bedürfnisse, ihre Wünsche nach Freizeitgestaltung, nach Bildung sehr aktiv, sagen, was sie wollen, und werden darin auch von den Eltern stark unterstützt.

Hintergrund: Spielfest-Programm

Das 36. integrative Spielfest auf dem Gelände der Comenius-Schule am Bessenbacher Weg beginnt am Samstag, 4. Mai, um 14 Uhr mit der offiziellen Begrüßung durch Lebenshilfe-Vorstand und Politiker. Bereits um 13.45 Uhr spielt die Samba-Gruppe der städtischen Musikschule auf.

Um 14.15 Uhr führen die Sandrosen orientalischen Tanz vor. Die Hunde-Spaß-Sportgruppe zeigt um 14.30 Uhr, was die Vierbeiner alles können. Um 15 Uhr folgt der Linedance der Dancing Fools. Um 16 Uhr tritt die Tap Dance Factory mit der inklusiven Gruppe auf.

Eine Kurzvorstellung liefert der Zirkus Namenlos um 16.15 Uhr. Das Story Stage-Theater zeigt um 16.30 Uhr ein Märchenstück. Alle Bastel- und Mitmachangebote enden gegen 17.30 Uhr. (comü)

Werden ihre Wünsche gehört?

Mattern: Das Denken in den Vereinen und überall dort, wo auch Menschen ohne Behinderung ihre Freizeit verbringen, hat sich geändert. Sich in der Inklusion zu engagieren, beispielsweise beim Fußball, Klettern oder Ringen, in Tanz- und Malgruppen, bei Kursen der Volkshochschule, das bringt den Gruppen zunächst einmal ein gutes Image. Es ist aber auch die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern, über den Tellerrand zu schauen. Früher mussten wir die Menschen mit Behinderung fit für den Verein machen, heute machen sich die Vereine fit für sie, stellen sich auf deren Besonderheiten und Bedürfnisse viel offener ein.

Können das Vereine und Gruppen denn alleine stemmen?

Mattern: Das müssen sie ja nicht. Unser FBB-Team - neben uns beiden ist noch Ulrike Liebisch-Rai hauptamtlich dabei - unterstützt sie, wir bereiten unsere Kooperationspartner auf die Menschen mit Handicap vor, wir schulen sie, wir stehen als Ansprechpartner und in Organisation zur Verfügung.

Knapp: Wir haben etwa 60 Ehrenamtliche und gut 40 Helfer, die die Menschen mit Behinderung in den Kursen, bei den Trainings und Veranstaltungen begleiten. Sonst wäre das nicht zu schaffen. Wobei wir derzeit personell am Anschlag sind. Wir kommen auf etwa 400 Einzelveranstaltungen im Jahr, die gut 300 Frauen und Männer, vom Jugendlichen bis ins Seniorenalter, nutzen.

Zurück zum Spielfest: Was haben Sie und die kommunale Jugendarbeit unter Jimmy Roth, die Mitveranstalter ist, geplant?

Mattern: Wie immer ist alles sehr bunt und zum Mitmachen, sich bewegen, kreativ sein: Von der Kletterwand, Ringen über Trampolinspringen, Schminken, Malaktionen, Knete herstellen, Filzen, Papier weben oder Blumentöpfe basteln. Geschichten werden vorgelesen, Märchen gezeigt, Tänze aufgeführt, ein Ernährungsspiel findet statt. Das Team der Tagesstätte sorgt wieder für die Bewirtung und Logistik.

Knapp: Es ist einfach ein entspanntes, ungezwungenes, familiäres Miteinander. Wenn das Wetter mitspielt, erwarten wir etwa 800 Besucher.

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