Warum der Philharmonische Verein Aschaffenburg jetzt Konzerte für Kinder und Jugendliche gibt

Jugendförderung: Klassische Musik soll Schüler ansprechen

Aschaffenburg
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Ein Kind an der Geige
Ein Kind an der Geige (Themenbild)
Foto: Angelika Warmuth
Das muss erst einmal geschafft werden: Im besten Fall erleben in diesen Tagen über 2000 Kinder und Jugendliche die Schönheit sinfonischer Musik. Denn mit Sergej Prokofjews (1891 bis 1953) »Peter und der Wolf« bringt der Philharmonische Verein ein Musikmärchen auf die Bühne, das mit etwa 40 Minuten Spieldauer kurz genug ist, um die Konzentration nicht zu strapazieren - aber lange genug dauert, um den Zauber des Klangs zu vermitteln.

Weit über 60 Schulen aller Sparten in Stadt und Kreis Aschaffenburg hat der Verein in den vergangenen Wochen angeschrieben und eingeladen, an den Vorstellungen an diesem Freitagvor- und mittag in der Turnhalle des Schulzentrums Hösbach (Kreis Aschaffenburg) - hier verlässt der Philharmonische Verein erstmals den Konzertsaal, dennoch soll ein »professionelles Klangbild« geboten werden - und am Samstagnachmittag, 28. September, in der Aschaffenburger Stadthalle teilzunehmen. Beide Veranstaltungen sind nach Vereinsangaben ausverkauft, das Konzert in der Stadthalle dürfte im Klassiksegment die größte Familienveranstaltung bisher sein. Vereinsvorsitzender Carsten Schumacher hatte ursprünglich mit 1000 Besuchern gerechnet und meldet nun über 2000 Zusagen aus den Klassen und von Familien.

Oper für Kinder

Für den Verein eine immens wichtige Zahl: Denn die Inszenierung von »Peter und der Wolf« ist zugleich Startschuss des Vereins für ein Jugendkulturförderprogramm, dessen nächste Veranstaltungen bereits in Vorbereitung sind: Im Juni kommenden Jahres wird es in Zusammenarbeit mit der Oper Frankfurt Gioachino Rossinis (1792 bis 1868) »Barbier von Sevilla« in einer Raffung auf 60 Minuten als »Oper für Kinder« geben - auch hier in zwei Vorstellungen: eine am Sonntagnachmittag, 21. Juni 2020, für junge Familien, die andere mit zwei Aufführungen am Montagvormittag, 22. Juni, für Schulklassen.

Parallel arbeitet der Verein mit dem neuen Mühlenforum in Glattbach (Kreis Aschaffenburg) zusammen, um auch hier ein Standbein für Kammermusik zu schaffen, die in erster Linie Jugendliche ansprechen will und soll: Hier sind im kommenden Jahr vier Konzerte - dabei eines mit Jazz - angesetzt, die für Carsten Schumacher und den Betreiber des Mühlenforums, dem im Kuratorium des Philharmonischen Vereins vertretenen Philip Dean Kruk-De la Cruz, als »Gesprächskonzerte« über die Musik hinaus deren Einordnung gerade für ein Publikum, das sich erstmals auf Klassik einlässt, spannend machen soll.

Crowdfunding

Dabei scheint die Idee, vor allem mit regionalen Akteuren klassische Musik gezielt Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, bei Institutionen und in der Öffentlichkeit auf Zustimmung zu stoßen: Stadt und Kreis Aschaffenburg unterstützen das Projekt nach Schumachers Darstellung, die vom Verein avisierte Summe von 20 000 Euro bei einem Crowdfunding wurden nach eigenen Angaben »weit übertroffen«: Gemeint ist die Finanzierung von Projekten durch Dritte, die Geld für die Realisierung zur Verfügung stellen.

Ganz nebenbei ergibt sich mit dem Jugendprogramm des Philharmonischen Vereins eine Förderung regionaler Künstler - »bewusst«, wie Schumacher sagt, um die regionale Identität zu betonen - für das Publikum, aber auch bei den Künstlern. So kommt es, dass bei »Peter und der Wolf« der Kabarettist Klaus Staab aus Krombach (Kreis Aschaffenburg) als Sprecher in Aschebercher Mundart moderiert, die Aschaffenburger Tanzpädagogin Sonja Chiara Heeg für die Choreografie verantwortlich zeichnet und neben dem Aschaffenburger Collegium Musicum unter Leitung von Michael Millard beispielsweie Solisten wie die Aschaffenburger Oboistin Flavia Käfer vertreten sein werden.

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