Theater ist zurück am Spessart-Gymnasium

Bühne: 14 Oberstufenschüler präsentieren »Romeo und Julia« in eigener Version - Abschied von Uschi Jebe

Alzenau
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Einen erbitterten (Stock-)Kampf lieferten sich in der modernisierten Version von "Romeo und Julia" die Familien Montague und Capulet - eine Szene der beeindruckenden Aufführung am Spessart-Gymnasium Alzenau.
Foto: Doris Huhn
Mit ei­ner äu­ßerst be­mer­kens­wer­ten um­ge­schrie­be­nen, ak­tua­li­sier­ten und neu in­ter­p­re­tier­ten Fas­sung von Wil­liam Sha­ke­spea­res Klas­si­ker »Ro­meo und Ju­lia« kehr­te das Thea­ter nach zwei Schul­jah­ren zu­rück ans Spess­art-Gym­na­si­um Al­zenau (SGA). Die gut 200 Be­su­cher der aus­ver­kauf­ten Open-Air-Auf­füh­rung am Sonn­ta­g­a­bend ap­plau­dier­ten den 14 Ober­stu­fen­schü­l­ern und den drei ver­ant­wort­li­chen Leh­rern Uschi Je­be, Hol­ger Büch­ner und Frau­ke Neu­beck beim Stück »In Touch - mit Mas­ke wird die Krähe auch zum Schwan«.

Doch es gab leider einen Wermutstropfen: Uschi Jebe informierte abschließend darüber, dass sie zum Schuljahresende aufhören wird. Damit endet eine jahrzehntelange Theater-Erfolgsgeschichte am SGA. Ihre beiden Mitstreiter werden im nächsten Schuljahr, »das hoffentlich normal wird«, so Jebe, den Kurs Dramatisches Gestalten und die Theatergruppe übernehmen.

Mit vollem (Körper-) Einsatz und enormer Lust am Theaterspielen gestalteten (in alphabetischer Reihenfolge) Jonas Fölsch, Sabrina Gerlach, Inga Hopf, Lisa Hortebusch, Selina Hug, Johanna Imhof, Marie Janowski, Annika Jansen, Sophie Kachouh, Miriam Müller, Joshua Parr, Lydia Repmann, Konstantin Stegmann und Luca Steigerwald die Kurzfassung des berühmten Dramas. Da wurde ein erbitterter Stockkampf auf der Bühne gezeigt, es entstand eine elektrisierende Szene bei der ersten Begegnung zwischen Romeo und Julia.

Das Besondere bei der Aufführung: Alle Darsteller spielten alle Rollen und das teilweise parallel. Das heißt zum Beispiel, dass sich sieben Paare auf der Bühne von links nach rechts und rechts nach links ewige Treue schworen oder - verdeckt durch große Planen - es siebenmal ganz heiß zur Sache ging zwischen dem bekanntesten Liebespaar der Literaturgeschichte.

Doch zwischen »Es war die Nachtigall und nicht die Lerche« hatte der Oberstufentheaterkurs viele aktuelle Tendenzen eingebaut. »Wir haten (hassen) heute auf Social Media« heißt es neusprachlich nach dem tödlichen Streit zwischen den Familien Capulet und Montague. »Steht unser Date für morgen Abend?«, fragt der Romeo Version 2021 online seine Julia. Und im Tinder-Chat gibt es einen krassen Shitstorm gegen Julia: @Julia: big love story - war wohl nix! Als Romeo die tote Julia findet, fährt ihm ein »Fuck, Julia!« raus.

Das Selbstmord-Drama der beiden jungen Leute wird zum Schluss nüchtern über einen Radiosprecher vorgelesen. Grund: Cybermobbing! Deshalb plädiert das Ensemble am Schluss für Respekt und Toleranz auf der ganzen Welt.

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