Stunden gekürzt: Kita-Personal wandert ab

Gemeinderat: Kinderhaus St. Johannes senkt Defizit im Jahr 2021 auf 20.000 Euro - Kita-Haushaltsplan genehmigt

Johannesberg
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Deut­lich re­du­ziert hat das Jo­han­nes­ber­ger Kin­der­haus St. Jo­han­nes sein De­fi­zit: von 215.000 Eu­ro im Jahr 2020 auf 20.000 Eu­ro im ver­gan­ge­nen Jahr. Der dras­ti­sche Spar­kurs hat je­doch laut Alex­an­der Fuchs, dem Vor­sit­zen­den des Trä­gers St. Jo­han­nes­ve­r­ein, zu ei­ner Ab­wan­de­rung von Per­so­nal ge­führt. Der Ge­mein­de­rat nahm die Aus­füh­run­gen von Fuchs zur Kennt­nis und be­sch­loss oh­ne Ge­gen­stim­me, dass die Ge­mein­de das De­fi­zit be­g­leicht. So be­rich­te­te es Ge­schäfts­lei­ter Chris­ti­an Gei­sen­hof auf An­fra­ge nach der Sit­zung te­le­fo­nisch.

1,81 Millionen Euro Ausgaben hatte das Kinderhaus St. Johannes demnach im vergangenen Jahr. Das sind rund 75.000 Euro weniger als im Haushaltsplan 2021 veranschlagt. Die Einnahmen betrugen 1,79 Millionen Euro, rund 10.000 Euro weniger als geplant. Das Defizit aus dem Zweckbetrieb Kindergarten ist bereits um den Gemeinde-Zuschuss von 85.000 Euro (eine Vorauszahlung zum Defizitausgleich) für 2021 bereinigt.

Fuchs sagte, die deutlichsten Einsparungen seien durch massive Einschnitte und Stundenkürzungen beim Personal erzielt worden. Diese hätten zwar kurzfristig die Kosten wie gewünscht gesenkt. Doch langfristig würden die Maßnahmen zu einer Abwanderung des Personals führen. Andernorts gebe es genug Stellen mit der gewünschten Stundenzahl. Wegen des allgemeinen Fachkräftemangels, verstärkt durch die Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie, habe das Johannesberger Kinderhaus die freien Stellen nur zum Teil nachbesetzen können. Die Unterbesetzung habe zudem zu massiver Mehrbelastung und stark erhöhter Krankheitsquote geführt.

Alles in allem könne man davon ausgehen, so Fuchs, dass eine normale Personaldecke Mehrkosten von mindestens 100.000 Euro jährlich verursachen würde. Bei normaler Beitragszahlung wäre hingegen nur mit Mehreinnahmen von rund 20.000 Euro im Jahr zu rechnen. Wenn Kindertagesstätten Personal binden wollten, bedeute dies in vielen Bereichen einen besonderen Mehraufwand, der aktuell noch nicht zu beziffern sei. Fuchs meinte, das Kinderhaus St. Johannes müsse eine Ausbildungsstätte bleiben, um dauerhaft Personal zu binden, was wiederum zusätzliche Kosten verursache.

Der Haushaltsplan 2022 der Kita sieht Einnahmen von 1,86 Millionen Euro und Ausgaben von 1,94 Millionen Euro vor. Das Ergebnis aus dem Zweckbetrieb Kindergarten wird mit einem Defizit von 76.500 Euro veranschlagt. Der Gemeinderat, der aufgrund einer Zweckvereinbarung mit dem Kinderhaus ein Mitsprachercht hat, stimmte dem Entwurf mit 14 gegen eine Stimme zu.

Im Gemeinderat herrschte laut Geisenhof »Konsens« darüber, dass gegen den Personalengpass im Kinderhaus konsequent vorgegangen werden müsse, damit dort gut gearbeitet werden könne. Zwar sei das langfristige Ziel eines Defizits unter 50.000 Euro jährlich noch nicht erreicht worden. Doch sei laut einem Gemeinderatsbeschluss im vergangenen Jahr das Einvernehmen der Gemeinde für den Fall in Aussicht gestellt worden, dass 2022 ein Defizit von 100.000 Euro nicht überschritten wird. Nach der aktuellen Haushaltsplanung der Gemeinde sei das prognostizierte Kinderhaus-Minus von 76.500 Euro finanzierbar.

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