Sexuellen Kontakt mit Neunjähriger angebahnt

Gericht: 22-Jähriger zu Haftstrafe und Therapie verurteilt - Kinderpronografische Bilder auf dem Handy

Aschaffenburg
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Zu ei­nem Jahr und acht Mo­na­ten Haft in­k­lu­si­ve The­ra­pie hat das Aschaf­fen­bur­ger Amts­ge­richt am Di­ens­tag ei­nen jun­gen Mann aus dem Land­kreis Mil­ten­berg ver­ur­teilt, weil er den se­xu­el­len Miss­brauch von Kin­dern vor­be­rei­tet hat­te und im Be­sitz kin­derpor­no­gra­fi­schen Ma­te­rials war. Der Be­schul­dig­te räum­te die Vor­wür­fe voll ein - so­wohl den Kon­takt mit ei­nem neun­jäh­ri­gen Mäd­chen, als auch den Be­sitz von Bil­dern und der Vi­de­os.

Er wisse, dass er ein Problem habe, sagte der junge Mann. Aber er könne es einfach nicht lassen, es sei wie ein Zwang. Ihm sei vollkommen bewusst, dass er Hilfe benötige. Der Angeklagte ist einschlägig vorbestraft: Er verbüßte eine zweijährige Haftstrafe wegen Diebstahls und weil er sogenannte »Dickpics« - Abbildungen des männlichen Geschlechtsteils - an drei Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren geschickt hatte. Eines der Mädchen hatte er zudem aufgefordert, Nacktbilder von sich zu machen und sich nackt in speziellen Posen zu filmen.

Nach seiner Haftentlassung im Juli vergangenen Jahres habe er keinen Therapieplatz gefunden, um das Problem anzugehen, sagte der 22-Jährige vor Gericht aus. Im September 2021 begann er erneut, mit einer Neunjährigen zu chatten. Er gab dabei an, dass er 14 Jahre alt sei. Er forderte das Mädchen auf, Bilder von sich zu schicken, auf denen es ganz abgebildet ist, allerdings bekleidet. Daraufhin machte er dem Mädchen eindeutige Komplimente und bat um weitere Bilder in eng anliegender Kleidung.

Auf dem von der Polizei beschlagnahmten Handy des Beklagten befanden sich zudem kinder- und jugendpornografische Videos und Bilder. Darüber hinaus stellten die Beamten fest, dass der 22-Jährige noch mit mindestens fünf weiteren Kindern Kontakt aufgenommen hatte. In der Verhandlung berichtete der Beschuldigte, er sei vor einigen Jahren selbst von einem Bekannten sexuell missbraucht worden.

Ein Polizeibeamte sagte als Zeuge aus, der Angeklagte sei bei seiner Festnahme im November vergangenen Jahres sehr kooperativ und hilfsbereit gewesen. Die Zusammenarbeit mit dem Bewährungshelfer und der Betreuerin hingegen war problematisch, wie sich in der Verhandlung herausstellte. So schilderte der Bewährungshelfer in seiner Stellungnahme, der Beschuldigte habe innerhalb von vier Monaten dreimal den Arbeitsplatz gewechselt, ohne ihn zu informieren. Zudem habe er sich auch nicht ernsthaft um einen Therapieplatz in Wohnortnähe bemüht. Die Therapie in Bamberg, die er während der ersten Haft begonnen hatte, habe er abgebrochen, obwohl die Fahrtkosten erstattet worden wären.

Zwei Gutachten bescheinigten dem jungen Mann volle Schuldfähigkeit. Darüber hinaus attestierten sie ihm Verhaltensprobleme und ein sexuell auffälliges Verhalten. Bereits in seiner Kindheit sei er auffällig gewesen. Vor seiner ersten Haft sei er bereits in diversen Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht gewesen. In beiden Gutachten wurde ein erheblicher therapeutischer Bedarf festgestellt.

In seinem Schlussplädoyer sagte Verteidiger Christoph Jahrsdörfer, der Angeklagte habe keinen geraden und konstanten Entwicklungsweg hinter sich. Zudem habe er ein Problem mit seiner sexuellen Entwicklung und einen großen Mangel an Selbstbewusstsein. Aufgrund dessen habe es bereits in der Justizvollzugsanstalt Probleme gegeben. Für seinen Mandanten schlug er eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat vor, die er in der JVA Würzburg verbüßen solle, wo es eine sozialtherapeutische Abteilung gibt. Staatsanwalt Sebastian Brunner forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten.

Richter Andreas Burghardt verurteilte den Beschuldigten schließlich zu einem Jahr und acht Monaten Haft in der JVA in Würzburg, wo der 22-Jährige eine Therapie beginnen soll. Das Handy wird eingezogen und vernichtet, womit der Beschuldigte sich einverstanden erklärt hatte.

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