Seit 100 Jahren elektrisches Licht in Haibach

Geschichte: Erstmals Schalt- und Transformatorenstationen im Ort - Künftig Fotovoltaikanlagen auf Neubauten

Haibach
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Bau eines Trafohäuschens in Grünmorsbach im Jahr 1921. Archivfoto: Heimatverein
Foto: Heimat-, Geschichtsverein
Am 1. Ok­tober ist es ge­nau 100 Jah­re her, dass das elek­tri­sche Licht in Hai­bach und Grün­mors­bach »an­ge­k­nipst« wur­de. Dörr­mors­bach folg­te am 20. De­zem­ber. Die Zeit der Pe­tro­le­um-Lam­pen und Ker­zen und der müh­sa­men Ar­beit, die Wä­sche in gro­ßen Kes­seln zu ko­chen, ging da­mit lang­sam zu En­de.

Vorausgegangen waren Verträge der drei Gemeinden mit der Kreiselektrizitätsversorgung Un?terfranken AG, genannt Kreis-AG, dem späteren Überlandwerk Unterfranken (ÜWU). Damit konnten erstmals Stromleitungen, Schalt- und Transformatorenstationen im Ort errichtet werden. Die Kabel kamen als Freileitung in den oberen Teil der Trafohäuschen und wurden nach dem Transformator zu den Dachständern auf den Häusern ebenfalls als Freileitung geführt und dann von Haus zu Haus weitergeleitet. Erst ab 1972 wurden die Strommasten auf den Hausdächern abgebaut und die Niederspannungsleitungen unter die Erde verlegt. In Dörrmorsbach gibt es heute noch Bereiche, in denen Häuser über Dachständer versorgt werden.

Die Gemeinde Haibach beteiligte sich mit 250 000 Reichsmark (RM) an den Baukosten der Stromversorgungsanlage für die damals 1856 Einwohner. Die Grünmorsbacher mussten ebenfalls pro Kopf 165 RM aufbringen und die Dörrmorsbacher insgesamt 32 000 RM. Die Straßenbeleuchtung in Haibach kostete zusätzlich 6390 RM. Dafür musste jede Familie 100 RM bezahlen. Eine Kilowattstunde kostete im Oktober 1923 während der Inflationen 16 Millionen Mark.

Bereits im Jahr 1930 erließ die Gemeinde eine »ortspolizeiliche Vorschrift«, nach der jeder Besitzer einer »Licht- und Kraftanlage« verpflichtet wurde, seine Stromversorgung kontrollieren zu lassen, um die Unfall- und Brandgefahr zu überprüfen. Bei Zuwiderhandlungen wurden Geldstrafen von 150 RM oder 14 Tage Haft angedroht.

23 Stationen für 2670 Haushalte

1948 wurde in Haibach eine zweite Umspannstation gebaut, mit der die Kleiderfabriken Arnold und Süweda versorgt werden konnten. In den drei Ortsteilen gibt es heute 23 Ortsnetzstationen für 2670 Haushaltsanschlüsse.

Die Gemeinde hat für die künftige Stromversorgung mit der neuesten Bebauungsplanänderung neue Wege beschritten: Damit die Bürger von der allgemeinen Stromversorgung unabhängiger werden und die Umwelt mit selbst produziertem Ökostrom schützen helfen, müssen künftig auf Neubauten Fotovoltaikanlagen errichtet werden.

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