Sechs Monate Dorfladen in Wiesen - das ist die Bilanz

Versorgung: Der im März gegründete Dorfladen in Wiesen zieht jetzt eine erfreuliche Zwischenbilanz

Wiesen
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Die Geschäfte laufen gut im Wiesener Dorfladen, der nach einem Personalwechsel jetzt von Christiane Amrhein (vorne) geleitet wird.
Foto: Doris Pfaff
Ei­ne er­freu­li­che Zwi­schen­bi­lanz kann der Wie­se­ner Dor­f­la­den vor­wei­sen, der im März er­öff­net wur­de. Wenn die Ge­schäf­te wei­ter so gut lau­fen, ist zum Jah­re­s­en­de mit ei­nem re­la­tiv aus­ge­g­li­che­nen Er­geb­nis zu rech­nen.
Ab­züg­lich der Kos­ten (77 700 Eu­ro) vom Net­to-Ro­h­er­trag, so zei­gen die be­triebs­wirt­schaft­li­chen Aus­wer­tun­gen, wird es für 2013 un­term Strich vor­aus­sicht­lich nur ein klei­nes ver­sch­merz­ba­res Mi­nus von 3500 Eu­ro ge­ben.

Landesweit im oberen Drittel
Dies ist der aktuellen Ertragsübersicht und den Plandaten des Ladens zu entnehmen, die der Unternehmensberater Wolfgang Gröll in der vorigen Woche der Unternehmergesellschaft (UG) in Wiesen vorgelegt hat. Laut Grölls Fazit ließe sich der Wiesener Dorfladen damit ins oberste und beste Drittel der etwa 120 bayrischen Dorfläden in der Gründerphase einreihen, sagen UG-Geschäftsführerin Anje Elsesser und Bürgermeister Gerhard Büdel.
»Mit dem Ergebnis können wir alle sehr zufrieden sein. Die Zahlen haben von Anfang an gepasst«, erklärt Anje Elsesser. Das Umsatzergebnis bezifferte sich zum 31. Juli auf rund 166 000 Euro; zum Jahresende sollen es 330 000 Euro sein, so die Hochrechnung.
Als höchst positiv habe Gröll bei dem Treffen ferner das »hohe und faire Lohnniveau« bei der Bezahlung der Dorfladenangestellten hervorgehoben, sagt Rathauschef Büdel. Drei Minijobberinnen und eine hauptverantwortliche Ladenleiterin arbeiten derzeit in der Einrichtung in der Ortsmitte, - ein früheres Gemischtwarengeschäft in Familienhand, das zum Jahresende 2012 geschlossen und mit viel bürgerschaftlichem Engagement zum Dorfladen umgebaut wurde (wir berichteten).
Vor allem ältere Kunden
Freilich stand das Ladenteam anfänglich vor etlichen großen Herausforderungen, blickt Elsesser zurück. Neben der erforderlichen Neustruktur galt es in erster Linie, sich auf die Wünsche der Kunden einzustellen.
Gemeistert wurde inzwischen auch ein unerwarteter Personalwechsel. Seit 1. August ist Christiane Amrhein aus Wiesen - eine frühere Aldi-Mitarbeiterin - die Ladenleiterin des Dorfladens anstelle von Elfi Steinle aus Rechtenbach, die kurzfristig ausgeschieden ist.
Meist ältere Leute kaufen im Dorfladen ein, die »richtig froh sind«, dass es in Wiesen wieder ein Geschäft für fast alle Dinge des täglichen Bedarfs gibt. Doch auch sehr viele junge Kunden kommen, erzählen die vier Ladenfrauen. Gelegentlich halten auch auswärtige Besucher und Urlauber bei ihrer Fahrt durch Wiesen an, um in der Spessartgemeinde einzukaufen.
Besonders gut gingen die regionalen Produkte, wie etwa Obst, Kartoffeln und Eier, aber auch Käse und Wurst über die Theke. Oft werden zudem Neuigkeiten ausgetauscht, etwa beim spontanen Kaffeeplausch am Stehtisch im Eingangsbereich. Die meisten Kunden aus dem 1000-Seelen-Dorf Wiesen kennen sich. Es tut gut, sich im Laden zu begegnen. »Es herrscht eine herzliche Atmosphäre, sowohl für Kundschaft als auch für das Team«. freut sich Anje Elsesser. Doris Pfaff
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