Geläut der Heimbuchenthaler Martinskirche beim "Zwölfuhrläuten" zu hören

Schönstes Glockenläuten der Gegend im Radio

Heimbuchenthal
2 Min.

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1949 geweiht: 71 Jahre alt ist das Geläut der Heimbuchenthaler Martinskirche.
Foto: Veronika Schreck
Das Glo­cken­läu­ten der Heim­bu­chentha­ler Mar­tins­kir­che kommt ins Ra­dio: An­läss­lich des 70. Jah­res­tags der Glo­cken­wei­he im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de das Ge­läut nun im Sep­tem­ber auf­ge­nom­men. Am 8. No­vem­ber - am Sonn­tag vor dem Mar­tins­tag - ist es beim Zwöl­fuhr­läu­ten des Ra­dio­sen­ders "Bay­ern 1" zu hö­ren.

Der Stolz der Heimbuchenthaler auf ihre Glocken hat Tradition: Schon beim Bau der Martinskirche im 18. Jahrhundert galt deren Geläut als das schönste in der Gegend. Seit Beginn der Coronakrise erklingen die Glocken auch jeden Abend um 21 Uhr, um an die Kranken und Toten zu erinnern und zum gemeinsamen Gebet aufzurufen - eine Aktion der Diözese Würzburg.

Wer den Turm der Martinskirche nach oben zu den Glocken klettern will, darf nicht zimperlich sein: Von der Empore führt eine Treppe zum Dachboden der Kirche, es folgt eine lange Leiter ins nächste Stockwerk, nach einer weiteren Leiter steht man schließlich vor den vier Glocken. Die kleinste ist die Bonifatius-Glocke mit 85 Zentimetern Durchmesser, die nächstgrößere die Martins-Glocke, dann die Marien-Glocke. Die größte ist die Herz-Jesu-Glocke mit knapp 1,3 Metern Durchmesser. Im Jahr 1949 hat sie der "Bochumer Verein für Gußstahlfabrikation" aus Stahl gegossen. Wie in vielen anderen Gemeinden wurden die Heimbuchenthaler Glocken im Ersten und Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen, um das Material für Waffen und Kanonen zu verwenden. Nach dem Krieg wurden 1949 die heutigen Glocken eingeweiht.

Wer schlank ist, kann von den Glocken aus auf einer weiteren Leiter durch eine schmale Luke noch eine Etage nach oben klettern. Unter dem Dach des Turmes befinden sich die mit Strom betriebenen Glockenmotoren und der Steuerungskasten. Auf Knopfdruck beginnt das Geläut. Zuerst nimmt die große Herz-Jesu-Glocke langsam Anlauf, sie braucht am längsten zum Anschwingen. Nacheinander stimmen die anderen mit ein, bis auch die kleinste und höchste dabei ist. Es rasseln die Ketten, die die Glocken antreiben. Das Läuten geht im Turm durch Mark und Bein.

"Vorzügliche Präzisionsarbeit"

Zusammen spielen die vier Glocken einen G-Mollakkord mit Quarte. Der Musikwissenschaftler Heinrich Dormann prüfte 1949 die Tonqualität und war begeistert: "In edlem Wettstreit jubeln sie ihre besten Klänge heraus," schwärmte er. In seinem Gutachten sprach er von "vorzüglicher Präzisionsarbeit". Der Stolz der Heimbuchenthaler ist also berechtigt. 71 Jahre nach der Glockenweihe kam im September schließlich der Bayerische Rundfunk zur Aufnahme: Eine Stunde lang haben die Glocken geläutet, jede einzeln, in unterschiedlichen Kombinationen, alle gemeinsam, berichtet der ehemalige Kirchenpfleger und geschichtsinteressierte Heimbuchenthaler Karl-Heinz Klameth.

Info: Glocken der Heimbuchenthaler Martinskirche im Radio: am Sonntag, den 8. November, um 12 Uhr auf "Bayern 1"

Zahlen und Fakten: Die Martinskirche in Heimbuchenthal

Im Jahr 1757 erbaute der Architekt Christian Berman die Martinskirche im Rokoko-Stil. Am Bau habe sich damals das ganze Dorf beteiligt, erzählt Karl-Heinz Klameth aus Heimbuchenthal, der sich viel mit der Geschichte des Ortes beschäftigt. In der "steinreichen" Gegend habe in jedem Garten ein Haufen aus Sandsteinen gelegen. Die Bewohner trugen sie zusammen und bauten daraus die Grundmauern der Martinskirche. 37,5 Meter lang und 10,8 Meter breit ist sie, mit einem Turm von 33 Metern Höhe.

Wie damals halfen die Heimbuchenthaler auch bei der Renovierung in den Jahren 2002/2003 zusammen. 7000 freiwillige Helfer verfugten die Außenwände neu, erneuerten Boden, Dach, Fenster und Kirchenbänke, auch die Altäre, Bilder und andere Schmuckstücke wurden restauriert. Dank der fleißigen Bauhandwerker kostete die gesamte Restaurierung laut Kirchenführer nur 1,5 Millionen DM (gut 600.000 Euro).

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