Rothenbuch forciert Waldumbau zum Mischwald

Gemeinderat: Rothenbucher Forstbetriebsplan vorgestellt - Verjüngung beginnt früher - Schäden an Fichten und Buchen

Rothenbuch
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Haupt­säch­lich die Fich­ten, aber auch der Bu­chen­be­stand hat un­ter der Dür­re und den da­mit ver­bun­de­nen Schä­den der ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­lit­ten: Das be­rich­te­te Forst­be­triebs­lei­ter Flo­ri­an Vo­gel im Ge­mein­de­rat Ro­then­buch.

Erstmals seit der Wahl 2020 stellte er dem neuen Gremium den forstlichen Betriebsplan vor, in den letzten beiden Jahren fiel der Vortrag wegen Corona aus.

Spezialgerät entwickelt

Wegen der Schäden und Käferbefalls habe man große Flächen neu anpflanzen müssen, so Vogel. Dadurch könne der Waldumbau hin zum Mischwaldstärker forciert werden. Da einige Flächen nicht für Maschinen geeignet sind, habe man fast zehn Hektar Wald per Hand aufgeforstet. Für diese Arbeiten habe der Forstbetrieb ein eigenes Gerät entwickelt, das mittlerweile sogar unter Gebrauchsmusterschutz stehe.

Gesetzt wurden Eichen, da sie Trockenphasen besser aushielten als Buchen. Mithalten könne da maximal noch die Weißtanne. Doch auch deren heimische Art reagiere empfindlich auf die Klimaerwärmung, wie die Entwicklung in Mittelfranken zeige. Deshalb wurden im Rothenbucher Revier Weißtannen aus den rumänischen Karpaten gepflanzt. Von ihnen erhoffe man sich eine größere Widerstandskraft.

Hiebsatz verringert

Buche und Eiche, so Vogel, bleiben weiterhin die Baumarten im Spessart. Durch die verlangsamte Verjüngung im Buchenbestand habe Rothenbuch den Hiebsatz von 55.000 Festmeter Holz auf 40.000 Festmeter verringert.

Heuer werde wieder mit einer "Forsteinrichtung" festgelegt, wie sich der Wald in den nächsten zehn Jahren entwickeln soll. Dabei sei Nachhaltigkeit das oberste Ziel. Momentan verzeichne man acht bis neun Festmeter Zuwachs Holz pro Hektar Waldfläche und Jahr. Der Wald insgesamt sei im Spessart älter geworden, die Stämme würden dicker. Zugenommen habe der Anteil an Totholz, das bewusst im Wald verbleibt. Der Vorrat an Fichte nehme jedoch ab.

Starker Verbiss

Da es im Spessart für das Wild wenig Vegetation zum Fressen gibt, ist der Verbiss stärker als in den Regionen. Deshalb halte das "Habitat Spessart" nur einen geringen Anteil an Wild aus, so Vogel. Die bestehenden Jagdgesetze verhinderten die notwendige Flexibilität.

Die Mitarbeiterzahl im Forstbetrieb Rothenbuch sei stabil, der Altersdurchschnitt steige allerdings. Drei Azubis in Heigenbrücken sollen den Forstbetrieb nach ihrer Ausbildung unterstützen.

Wie langatmig man beim Waldumbau sein muss, zeigte Vogel an einem Rechenbeispiel: Der Rothenbucher Forst habe 17.000 Hektar Wald, zehn Prozent davon mit Fichtenbewuchs. Bis diese 1.700 Hektar Wald umgebaut seien, vergingen einige Jahrzehnte. Zumal die FFH-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinien zusätzliche Rücksichten verlangten. So seien in Vogelschutzgebieten keine Tannen zulässig, weil sich dort Habichte und Bussarde aufhalten, die ihrerseits den geschützten Kleinspechten gefährlich werden könnten.

Keine Kahlschläge mehr

Wichtig sei dem Forstbetrieb an erster Stelle die Vitalität des Baumes, die Qualität des Holzes kommt erst an dritter Stelle, erklärte Vogel. Mittlerweile fange man früher mit der Bestandsverjüngung an. Dafür würden keine Kahlschläge mehr gemacht, sondern kleine Flächen innerhalb des Bestandes als "Femelflächen" angelegt: mit Jungbäumen unterschiedlichen Alters, die unter Altbäumen geschützt aufwachsen können. eh

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