Prioritätenliste für Aschaffenburger Mainufergestaltung steht

"Mas­ter­plan Sch­loss­u­fer" soll bis 2023 umgesetzt sein

Aschaffenburg
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Der neue Fußweg am Main ist schon im Rohbauzustand zu sehen. Das Großprojekt Schlossufer-Gestaltung war erneut Thema im Planungssenat des Stadtrats. Foto: Schreiber
Foto: Harald Schreiber
Für Ober­bür­ger­meis­ter Klaus Her­zog (SPD) war es »ein his­to­ri­scher Be­schluss«: Der Pla­nungs­se­nat des Aschaf­fen­bur­ger Stadt­ra­tes hat am Di­ens­tag für die Um­set­zung des so­ge­nann­ten "Mas­ter­plans Sch­loss­u­fer" ei­ne Prio­ri­tä­ten­lis­te be­sch­los­sen.

Die umfasst eine große Investitionssumme und einen langen Zeithorizont. 5,5 Millionen Euro soll die Neuordnung des Bereichs zwischen Willigisbrücke und Pompejanumfelsen kosten. Ein »erster Kostenrahmen«, sei das, so Dirk Kleinerüschkamp, der Leiter des Stadtplanungsamtes. Bis 2023 strebt die Stadtverwaltung die Fertigstellung an. »Sehr ambitioniert« sieht er dieses Datum.

Erst Rückhaltebecken bauen

Abhängig ist es unter anderem von der Bereitstellung der Mittel im Haushalt. Im laufenden Jahr ist erst einmal wenig von den großen Änderungen zu sehen. Der neue Fußweg am Main ist im Rohbau schon zu sehen und soll in wenigen Monaten fertig sein. Die weiteren Umbauten ruhen aber vorerst. Das ist dem Bau des Regenrückhaltebeckens an der Willigisbrücke geschuldet.

Erst wenn diese Baustelle geschlossen ist, wollen die Stadtplaner mit der Umgestaltung der Suicardusstraße beginnen. Die gilt als »Schlüsselprojekt« des Masterplans. Bis Ende des Jahres, so hofft Kleinerüschkamp, könne er die ausgearbeiteten Pläne präsentieren. Insgesamt sieht die Stadt vier Bauabschnitte für das neue Ufer am Schloss vor:

Nördliche Suicardusstraße: Erweiterung des Biergartens, neuer Zugang zum Schlossgarten; mögliche Kosten: 1,7 Millionen Euro;

Kranichplatz: Neugestaltung des Platzes (mittlerer Bereich der Grünfläche zwischen Schloss und Main), Bau einer Sitzstufenanlage, Freischneiden von Sichtachsen auf der Maininsel, Errichtung eines Aufzugs zur Oberstadt; mögliche Kosten: 1,2 Millionen Euro;

Südliche Suicardusstraße: Neugestaltung der Straße und der dortigen Grünfläche; mögliche Kosten: 2,3 Millionen Euro;

Theoderichstor: Neubau einer Schiffsanlegestelle, Bau einer Sitzstufenanlage für Wasserwanderer anstelle der Slipanlage, Neugestaltung der Platzanlage; mögliche Kosten: 300 000 Euro.

Die Bauabschnitte eins und drei (Suicardusstraße) wollen die Planer gemeinsam erledigen. Die Straße wird fünf Meter breit asphaltiert und bekommt Aufpflasterungen. Auf der Mainseite entsteht ein 2,30 Meter breiter Fußweg. Entlang der Straße entstehen 100 senkrecht angeordnete Parkplätze. Die Kosten waren im Planungssenat kein Thema.

Wiese »zu überfrachtet«

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Peter Schweickard merkte zwar an, dass man im Oktober noch von 4,65 Millionen Euro gesprochen habe, sagte aber auch: »Wir können das stemmen.« Die Neugestaltung der Wiese bemängelten Wolfgang Giegerich (SPD) und Johannes Büttner (KI) als zu überfrachtet. »Weniger ist mehr« müsse das Motto sein, es sollten Freiräume und »Platz für Kreativität« bleiben. Große Debatten drehten sich einmal mehr um die Parkplätze, obwohl Schweickard unterstrich, dass die CSU mit der Zahl von nur noch 100 statt bislang über 200 Stellplätzen zufrieden sei, »weil die Neugestaltung der Panoramaseite der Stadt wichtiger ist als Parkplätze«.

Offen blieb aber die Frage, wer dort einmal sein Auto hinstellen darf. Die Verwaltung möchte den Anwohnern der Oberstadt und den Marktbeschickern Vorrang einräumen, die CSU zumindest teilweise frei verfügbare Stellplätze schaffen. Schweickard deutete an, für einen Kompromiss offen zu sein.

Bürger werden nochmals gefragt

Die Parkplatzfrage war aber der Grund, warum Manfred Christ (CSU) und Büttner den »historischen Beschluss« ablehnten, wenngleich aus entgegengesetzten Richtungen. Für Christ ist die Reduzierung zu drastisch. »Da waren mal über 200 Plätze, wenn wir so weiter machen, sind wir am Ende bei Null.« Büttner sind die jetzt vorgeschlagenen 100 Stellplätze noch zu viel. Er hätte am liebsten gar keine, könne sich höchstens 50 für die Anwohner vorstellen.

Außerdem bemängelte der KI-Stadtrat, dass die Wünsche der Bürger nicht in die Pläne eingeflossen seien. Die werden jedoch noch einmal gefragt. Zwar blieb die Verwaltung bei ihrer Ansicht, den Plan nicht als Ganzes noch einmal zur Diskussion zu stellen. Aber vor der Umsetzung der einzelnen Bauabschnitte will sie die öffentlich vorstellen.

Hintergrund: Kein Platz für die Määkuh

Im vergangenen Oktober beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, einen weiteren Liegeplatz für das alte Kettenschleppschiff zu untersuchen. Die Mainwiese zwischen Theoderichstor und Pompejanumfelsen sollte als neue Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Aufstellungsorte im unmittelbaren Umfeld des Schlosses hatte der Stadtrat zuvor generell ausgeschlossen.

Gegen den Platz in Pompejanumnähe brachte Dirk Kleinerüschkamp, der Leiter des Stadtplanungsamtes, jetzt technische Hindernisse vor. Die Wiese liege im Hochwasserbereich. Für feste Einbauten müssten Sondergenehmigungen beantragt werden. Gravierender aber: Das gesamte Gebiet sei von drei großen Leitungstrassen (Energieversorgung, Schmutzwasserhauptsammler, Steuerungskabel) durchzogen, und zwar nicht gebündelt, sondern flächendeckend. Daher gebe es dort keine Aufstellungsfläche für das alte Schiff.

Wie es mit der Määkuh weitergeht, bleibt offen. Oberbürgermeister Klaus Herzog will sich nun persönlich dafür einsetzen, dass es zwischen dem Eigentümer, dem Unternehmer Jürgen Westarp, und dem Verein der Altstadtfreunde wieder zu einer Kommunikation kommt.

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