Noch keine Luftreiniger für Dettingens Grundschüler

Gemeinderäte uneins, welche Geräte geeignet sind - Entscheidung soll bis Ende Juli getroffen werden

Karlstein a. Main
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Geld ist vor­han­den, der Wil­le auch - den­noch dürf­ten noch Wo­chen ins Land ge­hen, be­vor in den Klas­sen­zim­mern der Det­tin­ger Grund­schu­le Ra­um­luft-Rei­ni­gungs­ge­rä­te in Ak­ti­on tre­ten. Der Karl­stei­ner Ge­mein­de­rat ei­nig­te sich in sei­ner jüngs­ten Sit­zung le­dig­lich dar­auf, der­ar­ti­ge Ap­pa­ra­te an­zu­schaf­fen. Wel­che Tech­nik zum Ein­satz kom­men soll, blieb um­s­trit­ten.

Ausgelöst hatte die Debatte ein Antrag der Schulleitung, die sich wiederum auf ein Votum des Elternbeirats berief. In einer Online-Sitzung hatten sich die Elternvertreter demnach für die Anschaffung von Luftreinigern auf UV-Licht-Basis zum Schutz gegen Covid-19-Infektionen ausgesprochen. Im Test, schrieb Schulleiter Erich Olbrich, habe sich eine solche Apparatur als besonders geräuscharm und effektiv erwiesen.

Einen Nachteil benennt Olbrich in seinem Schreiben von Ende März ebenfalls: Mit Fördermitteln von der bayerischen Staatsregierung kann die Gemeinde nur rechnen, wenn sie statt UV-Technik Filtergeräte für die Schule kauft. Die sogenannten Hepa-Filter müssen nach Recherchen von Bürgermeister Peter Kreß (FDP) zweimal jährlich gewechselt werden, was stets mit Kosten und Aufwand verbunden sei. Nach Worten von Heiko Lindner, CSU-Gemeinderat und selbst Elternbeirat, war ein Hepa-Gerät beim Unterrichtstest außerdem zu laut.

Kein Freund der UV-C-Technik ist SPD-Fraktionssprecher Günther Raffler. Nach seinen Informationen erzeugen solche Apparate mit Oberflächendesinfektion, wie sie der Elternbeirat favorisiert, Wasserstoffperoxid und geben den Reizstoff auch in die Raumluft ab.

Kindersicher?

Sven Rienecker (FWK) brachte weitere Prüfsteine ins Spiel. So müssten die anzuschaffenden Geräte hinreichend kindersicher sein, um Manipulationen bei kurzer Abwesenheit oder Ablenkung der Lehrkraft auszuschließen.

Bevor der Rat nun eine Entscheidung trifft, soll die Verwaltung weiter recherchieren und so viele Fakten wie möglich zusammentragen. Unbegrenzt Zeit hat sie dazu nicht: Falls die Kommune Hepa-Geräte kaufen und Zuschüsse beanspruchen möchte, müsse die Bestellung spätestens Ende Juli abgeschickt sein, betonte der Rathauschef.

Dass das Thema so spät auf den Tisch kommt, liegt laut Kreß daran, dass die Schule zuvor trotz mehrfacher Nachfrage aus dem Rathaus keinen Bedarf gemeldet habe.

Zumindest an den Finanzen dürfte die Anschaffung nicht scheitern: Mit dem Nachtragshaushalt hat der Gemeinderat in derselben Sitzung 50 000 Euro Sondermittel für Corona-Ausstattung bereitgestellt, unter anderem vorgesehen für Luftreiniger.

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