Neuerungen stecken im Detail

Umwelt: Energie- und Baumesse in der Frankenstolz-Arena - Vor allem auf den Wirkungsgrad der Systeme kommt es an

Aschaffenburg
2 Min.

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Angeregte Gespräche bei der Energie- und Baumesse »Umwelt 2011« in der Aschaffenburger Frankenstolz-Arena: Zwei Tage lang konnten sich die Besucher im Stadtteil Leider über neue technische Entwicklungen auf dem Markt informieren. Vor allem der Wirkungsgrad von Fotovoltaik und anderen Systemen interessierte die Menschen.
Foto: Harald Schreiber
Schonen, sparen, speichern: Wieder einmal hatte die Energie- und Baumesse »Umwelt 2011« am Wochenende in der Frankenstolz-Arena ihre Pforten geöffnet, wieder einmal waren die Worte auf den Werbebannern der Aussteller die gleichen. Die Produktpalette hingegen hätte kaum unterschiedlicher ausfallen können.
Und so wundert es nicht, dass die Stände belagert waren von Besuchern, die ihr Haus modernisieren oder ein Eigenheim bauen wollen.
Eins vorab: Große Neuigkeiten gab es auf der »Umwelt 2011« nicht. Die angebotenen Techniken - von der Wärmedämmung über Solartechnik bis zu Blockheizkraftwerken - sind seit Jahren bekannt und die entsprechenden Produkte schon lange auf dem Markt. Die Innovationen steckten im Detail. Vor allem in punkto Wirkungsgrad haben die Hersteller beträchtlich zugelegt und damit den Zeitraum verkürzt, in dem sich die Anschaffung eines neuen Geräts lohnt oder die gedämmte Außenfassade bei den Heizkosten noch unmittelbarer zu Buche schlägt.
Bis zu 49 Prozent mehr Energie
So verspricht ein Anbieter von Solarmodulen bis zu 49 Prozent mehr Energieausbeute gegenüber herkömmlichen Modellen. Das Geheimnis ist schnell gelüftet und verblüffend simpel: Die Kontakte der einzelnen Zellen sind von der Vorder- auf die Rückseite gelegt worden. Durch die größere Nutzfläche steigere sich die Energieausbeute der Sonne für ein Einfamilienhaus von 5,4 auf 7,2 Kilowatt Strom.
Eine Leistung von 15 Kilowatt und mehr sichern die Hersteller kompakter Heizkraftwerke zu, so genannter superleiser »Whispergen«, die Wärme und Strom liefern. Das Funktionsprinzip beruht auf einer Erfindung des Schotten Robert Stirling (1790 bis 1878). Dabei wird ein geschlossener Zylinderraum von außen, meist mit Gas, erhitzt und die thermische Energie mittels eines Kolbens in Bewegung umgewandelt. Während die landesweiten Kraftwerke mit 62 Prozent Verlust arbeiteten, reduziert sich dieser bei den »Whispergen« auf vier Prozent.
Der Kauf dieser um die 20 000 Euro teuren Geräte ist für manchen Bauherren nicht einfach zu stemmen. Der Ruheständler Manfred Sever (63) aus Schweinheim hatte sich vor drei Monaten für das Finanzierungsmodell eines regionalen Energieversorgers entschieden, der die Anschaffungs-, Aufstellungs- und Wartungskosten auf zehn Jahre aufsplittet, aber an den Bezug des Gases koppelt. Andere Hersteller punkten mit längerer Garantie, höheren Boni und bundesweiter Erreichbarkeit.
Die völlige Unabhängigkeit von Strom-, Öl- und Gaslieferanten - die nach der Änderung des Atomgesetzes im März dieses Jahres und dem geplanten Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 zum Thema für viele Messebesucher geworden ist - bleibt vorerst nur ein Wunsch. Energieüberschüsse können für saison- und witterungsbedingte Mangelzeiten nur bedingt gespeichert werden. Die Akkus seien für jahrelangen Dauerbetrieb noch nicht ausgereift, meinte ein Aussteller.
Dennoch: Schon heute machen sich ein moderner Specksteinkamin, neu entwickelte Dämmplatten, kleine Windanlagen oder eine intelligente Haustechnik durchaus bezahlt. Und bisweilen springt noch ein optisches Schmankerl dabei raus - etwa bei einer die Umgebungswärme nutzenden Thermopumpe, deren im Garten stehende Metallrippen sogar im Sommer zuckergussähnlich mit Eis überzogen sind. Henning Lauterbach
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