Nach 25 Jahren ist die integrative Linedance-Gruppe »Dancing Fools« zum letzten Mal aufgetreten

Abschied: »Wir werden den Spaß mit Euch vermissen!«

Aschaffenburg
1 Min.

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Mit Schwung verabschiedet: Nach 25 Jahren löst sich die integrative Linedance-Gruppe "Dancing Fools" unter Leitung von Brigitte Seiler (vorne rechts) nun auf. Ihren letzten Auftritt hatten die Tänzer im Jugendzentrum.
Foto: Cornelia Müller
Es war ihr al­ler­letz­ter Auf­tritt: Die in­te­g­ra­ti­ve Li­ne­dan­ce-Grup­pe »Dan­cing Fools« der Le­bens­hil­fe hat sich am Frei­tag im Ju­gend­zen­trum von ih­rem Pu­b­li­kum ver­ab­schie­det. Sie löst sich nach 25 Jah­ren auf.

Weil sie sich mehr Zeit für Enkel und Familie nehmen will und auch aus Altersgründen, sagt Leiterin Brigitte Seiler Lebewohl. Lange hat die 71-Jährige nach einem Nachfolger gesucht, der wie sie ehrenamtlich und mit der nötigen Begeisterung für Country- und Westerntanz die Tänzer aus Stadt und Landkreis Aschaffenburg, Alzenau und Miltenberg weitertrainieren könnte. Doch es fand sich niemand. Beim Café Freitag, dem regelmäßigen Treff des Lebenshilfe-Teams Freizeit, Begegnung und Bildung (FBB), gab es deshalb die Abschiedsvorstellung.

»Ihr seid einfach klasse, wir werden den Spaß mit Euch vermissen«, bedauerten die Zuschauer schon bei der Begrüßung. Selma Mattern vom FBB erinnerte an die Anfänge der Gruppe: 1994 wurde sie von den damaligen Lebenshilfe-Mitarbeiterinnen Petra Heiermann und Gabi Boll ins Leben gerufen. Mit Unterstützung von Thorsten und Christiane Reichold, die Deutsche Meister im Linedance waren, schafften es die 16 Erwachsenen mit geistiger Behinderung und ihre ehrenamtlichen Helfer gar aufs Siegerpodest: Sie belegten im Jahr 2000 den ersten Platz bei der Newcomer Demo im German Country Western Dance - als einzige integrative Tanzgruppe.

Ehrenamtlich weitergeführt

Als Gründerin Heiermann die Lebenshilfe verlassen hatte, führten die beiden Mütter Brigitte Seiler und Gisela Mai ehrenamtlich die Gruppe weiter. Von Anfang an hatten die beiden Frauen dort auch mitgetanzt. Zuletzt haben neben Brigitte Seiler auch Ute Joha und Petra Rosenberger die Tänze einstudiert. Immer mittwochs trainierten die »Dancing Fools« in einem Wohnheim der Lebenshilfe. Ihren Namen hat die Gruppe, die bei jedem Spielfest, bei Betriebsfeiern, Pfarr- und Dorffesten oder bei der Benefizveranstaltung »Hilfe für Menschen in Not« in Mömbris regelmäßig zu Gast war, von Frank Zappas Lied »Dancing Fool« aus dem Jahr 1979.

»Fordern heißt fördern«, unter dieses Motto stellte Brigitte Seiler, die seit Jahren aktiv beim Verein »Linedance Rebellen« im Stadtteil Schweinheim tanzt, das Training. Jedes Jahr wurden zwei neue Linedances einstudiert. Gar nicht so einfach, wie jeder weiß, der das schon einmal versucht hat. Anspruchsvoller Höhepunkt der integrativen Gruppe ist ein Medley, das sich aus acht verschiedenen Tänzen zusammensetzt.

Für die »Dancing Fools« und ihre Fans bleibt ein kleiner Trost: Bei allen Auftritten der Countryband Flaggstaff können die Linedancer in den vorderen Reihen mittanzen und zeigen, was sie draufhaben.

 

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