Mittwoch, 21.04.2021

Mysteriöser Knall im Kahlgrund: War ein Meteor Auslöser?

Geräusch: Polizei hat keine Hinweis auf eine Explosion - Hobbyastronom tippt auf eine Feuerkugel

Aschaffenburg
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Leuchtet hell im dunklen Nachthimmel - Der Lichtschweif könnte der Auslöser für den mysteriösen Knall am vergangenen Samstag gewesen sein. Die Aufnahme stammt von der Allsky-Kamera in Henry Bolgehns Sternwarte.
Foto: Henry Bolgehn
Die Ur­sa­che des mys­te­riö­sen Knalls, der zahl­rei­che Men­schen im Kahl­grund und dar­über hin­aus be­schäf­tigt hat, bleibt wei­ter un­klar. Of­fen­bar spricht aber ei­ni­ges da­für, dass das Ge­räusch durch ei­nen Me­teor aus­ge­löst wur­de. Am Sams­tag, 21. No­vem­ber, hat­ten ei­ni­ge Men­schen zwi­schen 22.30 und 22.50 Uhr ei­nen lau­ten Knall wahr­ge­nom­men - in wei­ten Tei­len des Kahl­grunds, aber auch in Hös­bach, Sail­auf oder Al­zenau.

In meh­re­ren Fa­ce­book-Grup­pen aus der Re­gi­on (»Du bist ein ech­ter Aschaf­fen­bur­ger, wenn Du ...«, »Möm­b­ris ... mein Zu­hau­se« und »Hös­bach!? - Miä soin Häis­bi­scher !!«) sam­mel­ten sich mehr als 200 An­mer­kun­gen zu dem Knall. Ei­ni­ge Nut­zer be­rich­ten auch von ei­nem gelb­li­chen Licht­b­litz ei­ni­ge Se­kun­den zu­vor, ve­r­ein­zelt ha­be so­gar ei­ne Druck­wel­le Fens­ter zum Wa­ckeln ge­bracht.

Unter anderem wegen des Blitzes, so hieß es, seien wohl Kampfjetflüge und ein Überschallknall als Ursachen auszuschließen. Und Feuerwerkskörper als etwaiger Auslöser spielten bei den Spekulationen in den sozialen Netzwerken keine Rolle.

Wie das Main-Echo am Montag nach dem Knall berichtete, waren am Samstagabend laut Polizei Alzenau auch zwei Anrufe bezüglich des Knalls eingegangen. Polizei und Feuerwehr gaben gegenüber der Redaktion jedoch an, die Ursache nicht zu kennen. Dabei hatten sich, wie ein Polizeisprecher jetzt auf Nachfrage bestätigte, gleich vier Polizeistreifen aus Alzenau auf die Suche gemacht.

Im Internet machten nach dem Knall Spekulationen über eine Explosion die Runde, ein Facebook-Nutzer erlaubte sich einen Spaß: »Ja, ich bin gerade mit meinem Raumschiff gelandet. Sorry, ich wollte euch nicht beunruhigen.« Ganz ausschließen kann die Polizei eine Explosion offenbar nicht. Aber selbst einige Tage später sei keine Sachbeschädigung oder ähnliches gemeldet worden, die mit dem Knall in Verbindung gebracht werden könnte, so ein Sprecher. Auch Main-Echo-Wetterexperte Dominik Jung vom Portal wetter.net hat keine Erklärung: »Es gibt vereinzelt Wintergewitter, aber als Ursache für den großen Knall halte ich das für unwahrscheinlich.« Zumal die Wetterdienste Blitze normalerweise erfassten.

Eine Entdeckung, die den mysteriösen Knall erklären könnte, hat Hobbyastronom Henry Bolgehn in seiner privaten Sternwarte gemacht - im thüringischen Föritztal-Rotheul, einem kleinen Dorf an der bayerischen Grenze nahe Coburg. Seine Kamera habe um 22.39 Uhr eine Feuerkugel aufgenommen, eine Art große Sternschnuppe. »Dass Knall und Blitz dadurch verursacht wurden, ist möglich«, so Bolgehn. Meteore oder Feuerkugeln entstehen, wenn kleine Gesteins- oder Staubteilchen aus dem All (Meteoriden) in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Während Sternschnuppen durch winzige Teilchen verursacht werden, könnte der am Samstag von ihm gesichtete Brocken nach Angaben Bolgehns ein paar Kilogramm schwer gewesen sein. Im Gegensatz zu einer Sternschnuppe könne eine Feuerkugel, ähnlich wie ein Blitz, einen Knall oder ein donnerähnliches Geräusch verursachen, wie es im Kahlgrund zu hören war. Genau orten könne man die Eintrittsstelle des Meteoriden allerdings nicht, so Bolgehn.

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