Müllsünder: Blankenbach will Videoüberwachung für Container

Gemeinderat: Blankenbach holt Angebote für Überwachung am Containerplatz wegen illegaler Müllablagerung ein

Blankenbach
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Der Containermüllplatz im Blankenbacher Gewerbegebiet Au wird immer wieder für illegale Müllablagerungen missbraucht. Nun wird über eine Videokamera nachgedacht.
Foto: Caroline Wadenka
Na­he­zu je­de Wo­che ste­hen am Con­tai­ner­platz im Blan­ken­ba­cher Ge­wer­be­ge­biet Au Tü­ten mit il­le­gal ent­s­org­tem Haus­müll. »Das ist ein Rie­sen-Schwei­ne­stall«, schimpf­te Bür­ger­meis­ter Mat­thias Mül­ler (CSU). Karl Denk (SPD) sprach von ei­ner »gro­ßen Saue­rei«.
Um dem ein Ende zu machen, wird nun über eine Videoüberwachung nachgedacht. Rechtlich besteht dazu die Möglichkeit, wie sich Bürgermeister Müller beim Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen, Rainer Skok, rückversichert hatte. Bedingungen: Schilder müssen auf die Überwachung hinweisen, nur der direkte Bereich des Containerplatzes darf überwacht werden und die Aufzeichnungen dürfen nur ausgewertet werden, wenn unerlaubt Müll abgelagert wurde.
Technisch sei eine Kamera kein Problem. Ein von der Zeitschaltuhr unabhängiger Lichtmast, eine Übergabestation, ein Stromzähler, eine Kamera und vielleicht eine Funkweiterleitung müssten installiert werden, sagte Müller. Er sprach von Kosten zwischen 2500 und 4000 Euro.
Wären die wilden Müllablagerungen damit Geschichte, hätte wohl keiner der Gemeinderäte am Sinn und Zweck der Investition gezweifelt. Allerdings befürchteten Müller und Peter Sauer (CSU), dass das Problem verlagert werden könnte. »Dann müssen wir es woanders wegmachen.«
Achim Schumacher (SPD) nannte einen weiteren Vorteil einer Überwachung: So könnte auch kontrolliert werden, ob die Einwurfzeiten eingehalten werden.
Strafen verhängt
Schon in der Vergangenheit hatte die Gemeinde versucht, den Müllsündern auf die Schliche zu kommen, indem zum Beispiel in den Tüten nach Hinweisen wie Adressen gesucht wurde. Was aus den folgenden Anzeigen wurde, erfuhr die Gemeinde nicht. Manche Müllablagerer scheinen bei der Polizei bekannt zu sein, denn die Beamten hätten abgewunken und gesagt, bei diesen Personen sei »nichts zu holen«. Müller schlussfolgerte, dass die Strafen für die Müllsünder wohl nicht abschreckend genug seien.
Auf Anfrage erfährt das Medienhaus Main-Echo beim Landratsamt Aschaffenburg, dass im Jahr 2016 Buß- und Verwarngelder in Höhe von 3770 Euro im Kreis verhängt wurden (55 Verfahren). Gezahlt wurde aber nur in zwölf Fällen. 15 Verfahren wurden eingestellt. Der Spitzenwert wurde 2005 erreicht: 73 Verfahren mit etwa 24 700 Euro Buß- oder Verwarngelder.
Folge des Wiegesystems?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Müllverwiegung, die im Juli 1997 im Kreis Aschaffenburg eingeführt wurde und dem illegal beseitigten Abfall? Das Landratsamt sagt nein und verweist auf eine Statistik seit 1995. Die Summe des illegal beseitigen Mülls lag 2016 bei 705 Tonnen und damit niedriger als 1999 (1081 Tonnen). Als Anzeiger für die Entwicklung der wild abgelagerten Abfallmengen ziehen die Kreis-Entsorgungsfachleute übrigens das heran, was bei der Aktion Sauberer Landkreis und an Containerplätzen gefunden wird. »Dort sind jedoch weiterhin keine signifikanten Veränderungen gegenüber der Zeit vor Einführung des Wiegesystems zu verzeichnen«, heißt es.
Laut Blankenbachs Bürgermeister Müller haben auch andere Gemeinden schon auf Videoüberwachung gesetzt. Der gewünschte Effekt stellte sich jedoch nicht immer ein. Trotz aller Bedenken beschlossen die Gemeinderäte einstimmig, ein Angebot für ein Kamerasystem einzuholen.
Caroline Wadenka
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