Mobilfunkmast auf dem Ziegelberg?

Bürgerentscheid: Morgen haben die Geiselbacher und Omersbacher Wahlberechtigten das Wort - Zwei Initiativen

Geiselbach
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Zur Frage, ob an der so genannten Kirschenallee (im Bild auf der Anhöhe am Ende des Weges) auf dem Ziegelberg ein Mobilfunkmast errichtet werden kann, findet morgen in Geiselbach ein Bürgerentscheid statt.
Foto: Marion Stahl
Wird an der Kirschenallee auf dem Ziegelberg ein Mobilfunkmast gebaut oder nicht? Diese Frage steht beim Bürgerentscheid am morgigen Sonntag, 14. März, im Mittelpunkt bei den Wahlberechtigten aus Geiselbach. Um ihnen dabei eine Hilfestellung zu bieten, haben die beiden gegenläufigen Bürgerinitiativen in den vergangenen Tagen Flugblätter verteilt.
Die Befürworter haben die Initiative »Go mobil« gegründet, weil sie davon überzeugt sind, dass sich Geiselbach und Omersbach nicht auf Dauer dem notwendigen Netzausbau entziehen können. Die Initiative besteht aus einigen Gemeinderatsmitgliedern der Fraktionen CSU/Freie Bürger und Unabhängige Wähler (UW) sowie einigen interessierten Bürgern.
Antennenwald vermeiden
Für sie steht fest, dass die Mobilfunkbetreiber weiterhin nach Standorten suchen werden, um die Netzabdeckung zu verbessern. Eine Blockadepolitik führe letztlich dazu, dass entsprechende Anfragen nur noch an Privatpersonen gerichtet würden und die Gemeinde somit keine Kontroll- und Einwirkungsmöglichkeiten mehr habe. Viele Menschen seien in den unterschiedlichsten Bereichen auf eine lückenlose Erreichbarkeit angewiesen, und eine optimale Versorgung habe sogar schon Leben gerettet. Laut Go mobil eignet sich ein geregelter und kontrollierter Maststandort als zentrale Plattform für künftige weitere Dienste, wie der digitale Funk, der bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten verwendet werde. Er eigne sich aber auch für DSL-Anbieter, so dass ein Antennenwald in den Ortsteilen vermieden werden könne.
Funktechnisch optimal
Der Standort an der Kirschenallee sei funktechnisch optimal geeignet für die Versorgung des gesamten Ortsbereiches. Jeder andere Standort führe dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer höheren Strahlenbelastung. Ein von der Gemeindeverwaltung im Jahr 2006 bei der Landesgewerbeanstalt Nürnberg in Auftrag gegebenes Gutachten habe gezeigt, dass an diesem Standort die gesetzlich zulässigen Grenzwerte im Wohngebiet weit unterschritten würden. Und es gebe »keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Mobilfunkstrahlung im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte gesundheitsschädlich ist«.
Das eigentliche Problem seien die Mobilfunktelefone: Schon allein dadurch, dass sich bei verbesserten Empfangsbedingungen ein Mobiltelefon nicht ständig neu ins Funknetz einwählen müsse, werde dessen Energieverbrauch und die Strahlenbelastung wesentlich reduziert.
Laut Go mobil darf die Genehmigung für einen Mast auf Privatgrund grundsätzlich nicht verweigert werden, wenn die geplante Anlage dem Baurecht und den geltenden Richtlinien entspreche. Zudem sei in der Rechtsprechung kein Fall bekannt, dass Schadenersatzklagen gegen Mobilfunkbetreiber oder Grundstückseigentümer erfolgreich gewesen wären, vor allem weil die Mobilfunkbetreiber mittlerweile dazu übergingen, die Grundstücke zu kaufen. Ein Werteverlust von Immobilien sei nicht zu befürchten, weil die nächste Wohnbebauung etwa 700 Meter vom Mast an der Kirschenallee entfernt wäre.
Naturgut bedroht
Die Bürgerinitiative »Kein Mobilfunkmast zwischen Geiselbach und Omersbach« (BI) setzt sich gegen den Mast an der Kirschenallee ein. Sie wurde gegründet, als der Gemeinderat dem Bau eines 45 Meter hohen Mobilfunkmasts beim Hellchen an der Ortseinfahrt nach Omersbach zustimmen wollte. Dies wurde aber durch einen Bürgerentscheid im Jahr 2006 verhindert. Für die Gegner steht fest, dass durch den neuerlich geplanten 30 Meter hohen Mast die unverbaute Hochebene über Geiselbach, ein altes Naturgut, zerstört würde. Sie weisen darauf hin, dass seit 2005 laut Bundesnetzagentur die Verpflichtung zum Netzausbau abgeschlossen sei. Somit diene jeder weitere Netzausbau dem Profit der Mastbetreiber.
»Durch den ersten genehmigten Mast geht für die Gemeinde automatisch die Planungshoheit verloren«, sagen sie. Ein Mobilfunkbetreiber brauche demnach nur den Nachweis darüber zu führen, dass eine Bündelung mit anderen Einrichtungen aus technischen Gründen nicht möglich sei, schon könne er bauen, wo er wolle, sofern der Mast nicht höher sei als die genehmigungsfreien zehn Meter. Erfahrungen in anderen Gemeinden hätten aber gezeigt, dass auf Privatgrund nicht gebaut werden könne, wenn Bürger und Gemeinde das verhindern wollen.
Weitere Antennen folgen
Die BI weist ferner darauf hin, dass das Unterdorf in Omersbach vom Mast an der Kirschenallee nicht erreicht würde und deshalb auf weitere Antennen im Innerortsbereich nicht verzichtet werden könne, um eine massive Mobilabdeckung zu erhalten.
Das Thema DSL dürfe keinesfalls mit dem Mobilfunkmast vermischt werden, weil diese Versorgung per Funk, unabhängig vom Funkmast, in beiden Ortsteilen realisiert werden könne.
Abschließend informiert die BI, dass gesundheitliche Auswirkungen des Mobilfunks sehr wohl vorhanden seien, vor allem für Kinder und elektrosensible Menschen seien sie nachgewiesen. Außerdem habe die Gemeinde auf die Leistung eines Mobilfunksenders außerhalb der gesetzlichen Grenzwerte keinen Einfluss.

Marion Stahl
Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!