Mobilfunk: Wie hoch ist Eichenbergs Strahlenlast?

Sailauf
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Sailauf-Eichenberg, Prof. Dr. Bochtler von der Hochschule Aschaffenburg führt Vorab-Messungen für den geplanten und umstrittenen Mobilfunkmast in Eichenberg durch v.l. Bettina Wenzel ( BI ), Bürgermeister Michael Dümig, Armin Huth ( FH ), Heiko Grieschat 8 BI ) und Ulrich Bochtler Fotograf: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Sailauf-Eichenberg, Prof. Dr. Bochtler von der Hochschule Aschaffenburg führt Vorab-Messungen für den geplanten und umstrittenen Mobilfunkmast in Eichenberg durch v.l. Bettina Wenzel ( BI ), Bürgermeister Michael Dümig, Armin Huth ( FH ), Heiko Grieschat 8 BI ) und Ulrich Bochtler Fotograf: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Sailauf-Eichenberg, Prof. Dr. Bochtler von der Hochschule Aschaffenburg führt Vorab-Messungen für den geplanten und umstrittenen Mobilfunkmast in Eichenberg durch v.l. Bettina Wenzel ( BI ), Bürgermeister Michael Dümig, Armin Huth ( FH ), Heiko Grieschat 8 BI ) und Ulrich Bochtler Fotograf: Björn Friedrich
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Sailauf-Eichenberg, Bitte das Protestplakat fotografieren, das die Bürgerinitiative am geplanten Mobilfunkmast-Standort aufgestellt Fotograf: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Sailauf-Eichenberg, Bitte das Protestplakat fotografieren, das die Bürgerinitiative am geplanten Mobilfunkmast-Standort aufgestellt Fotograf: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Seit 2014 läuft in Eichenberg die Suche nach einem geeigneten Standort für einen Mobilfunkmast. Wel­che Strah­len-Be­las­tung auf den Ortsteil hin­zu kä­m­en, sol­len Mes­sun­gen zeigen, die jetzt Mit­ar­bei­ter der Aschaf­fen­bur­ger Hoch­schu­le durch­ge­führt ha­ben.

Armin Huth bringt sich und sein Messgerät auf dem Spielplatz unterhalb des Eichenberger Feuerwehrgerätehauses in Stellung. Mit Blick auf das Display beginnt er, den Tablet-großen Kasten, an dessen Ende eine Art Antenne mit einer großen gelben Kugel sitzt, auf und ab zu schwenken und sich dabei langsam im Kreis zu drehen. Das, was etwas an Wünschelruten-Gänge erinnert, ist die so genannte Wedel-Methode, mit der man misst, wie hoch die Strahlungsbelastung an Ort und Stelle ist.

Nur schwaches Netz

»Drei Netze kommen hier an: D- und E-Netz sowie UMTS«, verkündet Huth, nachdem er die Prozedur noch zweimal wiederholt hat. Allerdings seien alle nur sehr schwach, wie sein Chef, Professor Ulrich Bochtler von der Aschaffenburger Hochschule, mit Blick auf die sich abzeichnenden Diagramme verkündet. Die Gemeinde Sailauf hat den Fachmann für Mess- und Schaltungstechnik, der auch gleichzeitig öffentlich vereidigter Sachverständiger der Regierung von Unterfranken für elektrische Messtechnik ist, mit der Ermittlung des Strahlen-Status-Quo in Eichenberg beauftragt.

Messungen an sechs Orten

An insgesamt sechs Punkten, die alle in Sichtweite von dem favorisierten Funkmast-Platz zwischen Hauptstraße und Waldrand oberhalb der Hausnummer 54 liegen, soll gemessen werden: neben dem Spielplatz noch an der Wendelinuskirche, in der Dorfmitte, auf dem Sportplatz, am Kindergarten und am Dorfladen.

Ein Grund für dieses Vorgehen ist die Kritik einer Bürgerinitiative (BI), die der Ansicht ist, dass der Mobilfunkmast eine Gefährdung für die Gesundheit darstelle - zumindest am aktuell vorgesehenen Standort. Insgesamt 180 Unterschriften hat die BI laut Mitglied Bettina Wenzel bereits gesammelt.

Gemeinsam mit ihrem Mitstreiter Heiko Grieschat ist sie bei dem Messrundgang an diesem Morgen mit dabei. »Die BI ist nicht generell gegen einen Funkmast in Eichenberg, nur bitte nicht an diesem Standpunkt«, sagt Bettina Wenzel, die unterhalb des Grundstücks wohnt, das die Gemeinde an die Deutsche Funkturm GmbH, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, verpachtet hat. »Wir fordern, dass der Mast mindestens 500 Meter entfernt von jeder Bebauung errichtet wird«, sagt Wenzel.

Doch genau hier liegt der Knackpunkt: Alle anderen, von der BI vorgeschlagenen Alternativ-Standorte, wie beispielsweise die Wiese östlich vom Geflügelhof Geis und dem FC Eichenberg, sind laut Sailaufs Bürgermeister Michael Dümig (SPD) nicht geeignet. »Die Deutsche Funkturm hat uns mitgeteilt, das von da aus nur 70 Prozent des Ortes erreicht würden und sich das bei 800 Einwohnern nicht lohne«, erklärt Dümig, der ebenfalls beim Messrundgang dabei ist.

Ein weiteres Argument liefert Ulrich Bochtler: »Je weiter der Mast weg ist, desto mehr gibt das Handy Gas, sprich die Belastung am Ohr wird höher.« Schon am zweiten Messpunkt, der Wendelinuskirche steht für den Fachmann fest: »Wenn man das mit der Stadtmitte Aschaffenburgs vergleicht, sind Sie hier schlecht versorgt!« »Wir wohnen ja auch nicht in der Stadtmitte, sondern auf dem Land«, hält Bettina Wenzel dagegen, die selbst weder Handy noch Funktelefon besitzt, wie sie sagt.

Nachdem man die Eichenberger Mobilfunk-Immissionen, wie es fachlich korrekt heißt, ermittelt habe, werde man nun bei der Telekom die Daten zur geplanten Auslastung des Mastes erfragen, sie zu der ermittelten und bereits in Eichenberg vorhandene Grundlast dazu addieren und so auf einen Vollbetrieb des Mastes hochrechnen, erläutert Ulrich Bochtler das weitere Vorgehen.

Auf Vollbetrieb hochrechnen

Dann könne man auch sagen, ob man mit dem neuen Mobilfunkmast in Eichenberg ober- oder unterhalb des Grenzwerts liege. Die Ergebnisse will Bürgermeister Dümig dann ins Bürgerinformationssystem der Gemeinde stellen, damit sie für jeden einsehbar sind.

Zusätzlich soll es in etwa vier Wochen eine Infoveranstaltung für die Bürger geben, auf neben Ulrich Bochtler, der seine Ergebnisse präsentieren wird, ein Vertreter der Telekom und ein Mobilfunk-Fachmann berichten und für Fragen zur Verfügung stehen werden, so Dümig.

Nina-Anna Beckmann
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