Mitspracherecht für junge Leute

Gemeinschaft: Aschaffenburger Jungpolitiker entwickeln Idee für Jugendparlament - Gründung für 2017 geplant

Aschaffenburg
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Zukünftige Aschaffenburger Jugendparlaments
Hatten die Idee eines Jugendparlaments für Aschaffenburg: von links Max Bruder (JuLi), Niklas Wagener (Grüne Jugend) undJan-Niklas Freund (JU). Nicht auf dem Bild: Sükrü Uzar (Jusos). Foto: Petra Reith
Foto: Petra Reith
Ein Mit­spra­che­recht für jun­ge Leu­te in der Aschaf­fen­bur­ger Kom­mu­nal­po­li­tik: Das wol­len Niklas Wa­ge­ner (Grü­ne Ju­gend), Jan-Niklas Freund (Jun­ge Uni­on), Max Bru­der (Jun­ge Li­be­ra­le) und Sükrü Uzar (Ju­sos).
Die Jung­po­li­ti­ker ha­ben ein Kon­zept für ein Ju­gend­par­la­ment er­s­tellt, das erst­mals bei der Herbst­voll­ver­samm­lung des Stadt­᠆ju­gen­drings vor­ge­s­tellt wur­de (wir be­rich­te­ten) und nun wei­ter aus­ge­ar­bei­tet wird.

Im Sommer dieses Jahres soll dieses dann offiziell in einer Fragerunde vorgestellt werden, die Gründung des Parlaments ist dann für 2017 vorgesehen.
Zuvor nicht dagewesen
Damit wären sie Pioniere: Denn ein Jugendparlament hat es in Aschaffenburg zuvor noch nicht gegeben. »Weiter als bis zur Idee ist es noch nie gekommen«, sagt Wagener. Sie wissen auch bayernweit von keinem vergleichbaren Projekt, nur von einem Dachverband für Jugendpartizipation in Regensburg. Der 17-jährige Niklas Wagener und seine Mitstreiter legen Wert darauf, dass ihr Jugendparlament ein überparteiliches sein soll: Schließlich sollen Inhalte im Vordergrund stehen.
Die Idee für ein Jugendgremium hatten sie nach der Stadtratswahl 2014, als sich die Jugendparteien in der Stadthalle trafen, um über Wahlversprechen zu diskutieren. »Wir wollten gemeinsam an einem Konzept arbeiten«, erinnert sich Wagener. Fortan gab es einmal im Monat ein Treffen, bis das Konzept stand. Im September vergangenen Jahres schickten sie es dann an Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) und den Stadtjugendring (SJR).
Ein Jugendparlament könnte durchgängiger Ansprechpartner für Jugendliche sein und quasi eine Ergänzung zum Angebot des SJR. »Wir suchen Parallelen und sehen das Jugendparlament als unterstützende Institution«, betont Wagener.
Jugendliche ab 12 Jahren
Ihnen sei wichtig, dass Jugendliche ab 12 Jahren Demokratie erfahren und Parlamentarismus. Und sie wollen der Politikverdrossenheit entgegenwirken. Ihnen ist bewusst, dass es in Zeiten von G12 nicht einfach ist, für Politik zu begeistern.
Max Bruder ist in der Schule »auf den Geschmack« gekommen. Der IT-Fachmann musste auch erst einmal die Hürde überwinden, zu einer Partei zu gehen und sein Interesse auch auszudrücken. Dann habe er aber gleich mitdiskutiert. Jetzt ist er bei den Julis Aschaffenburg und Unterfranken.
Bei Niklas Wagener hat Politik in der Familie schon immer eine Rolle gespielt. Mit 14 war er auf seinen ersten Bezirksveranstaltungen der Grünen und hat 2013 schließlich die Grüne Jugend der Stadt Aschaffenburg mitbegründet.
Jan-Niklas Freunds Interesse wurde durch Diskussionsveranstaltungen an der Schule im Rahmen der Bundestagswahl 2013 geweckt. Mittlerweile ist der Student des Wirtschaftsingenieurwesens im Kreisverband der JU Aschaffenburg-Land aktiv. Ihr Interesse und Engagement wollen sie weitergeben. »Das Ziel ist, das Ganze zu initiieren und Angebote schaffen, den Rest müssen die Jugendlichen dann selbst machen«, sagt Max Bruder.
Hauptamtliche Stelle schaffen
Damit das funktioniert, müsse aber eine Grundvoraussetzung geschaffen sein: Eine hauptamtliche Stelle im Rathaus, die Organisationsarbeit übernimmt, damit sich das Jugendparlament voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren kann. Die Frage der Finanzierung einer solchen Stelle soll in diesem Jahr noch in die Haushaltsplanung einfließen.
Orientiert haben sich die vier Aschaffenburger Jungpolitiker vom Jugendparlament in Offenbach, das es dort bereits seit 1998 gibt. Wie dieses soll auch das Aschaffenburger Jugendparlament themenbasiert in Ausschüssen arbeiten. Das komme geplanten Projekten zugute.
»Wir wollen nicht, dass das Parlament ein Selbstläufer wird. Ziel ist, dass die Jugendlichen selbst Projekte anstoßen und auch Veranstaltungen organisieren«, betonen die Jungpolitiker. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass viel Arbeit dahintersteckt. »Das ist vergleichbar mit Vereinsarbeit«, sagt Freund. Aber man wolle auch das Potenzial ausschöpfen, das in jungen Leuten steckt. Und sie sind zuversichtlich, dass das klappt.

bInteressierte Jugendliche können sich melden unter: jugendhilfeplanung@aschaffenburg.de
Miriam Schnurr
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