Mit der Drohne Rehkitze aufspüren

Tierschutz: Hexakopter überfliegt Wiesen im Schönbusch vor der Heumahd - Sondergenehmigung

Aschaffenburg
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03.07.2017 - Aschaffenburg, Schönbusch - Rehkitzsuche per Drohn
Vor dem Mähen der Heuwiesen im Park Schönbusch wurden am Montagmorgen (03.07.2017) mittels einem auch als Drohne bezeichneten Hexakopter die Wiesen nach Rehkitzen abgesucht.
Foto: Ralf Hettler
03.07.2017 - Aschaffenburg, Schönbusch - Rehkitzsuche per Drohn
Tödliche Gefahr für kleine Rehe: die Mahd der Heuwiesen im Park Schönbusch.
Foto: Ralf Hettler
Ge­konnt steu­ert Ste­fan Ar­bes sei­nen auch als Droh­ne be­zeich­ne­ten He­xa­k­op­ter über die Wie­sen des Parks Sc­hön­busch. Doch nicht et­was Land­schafts­auf­nah­men wa­ren das Mo­tiv für den Flug, son­dern viel­mehr die Su­che nach Reh­kit­zen vor dem Mähen.
Mit dem Ein­satz der High-Tech-Droh­ne be­sch­rei­ten Land­wirt Jo­han­nes Be­cker aus Großost­heim und Kon­stan­tin Buch­ner von der Sch­loss- und Gar­ten­ver­wal­tung neue We­ge.

Bisher mussten beim Mäh-Auftakt die Heuwiesen abgegangen und kontrolliert werden, damit keine in diesem Jahr geborenen Rehkitze den Mähwerken der landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer fallen.
Mit Wärmebildkamera bestückt
Nachdem Pächter Becker von dem Angebot des in Obernburg ansässigen Unternehmens »Unmanned Technologies« erfahren hatte, wollte er die Möglichkeiten auf seinen Heuwiesen testen - zusätzlich zum Abgehen des Geländes. Eigentlich ist die Firma von Stefan Arbes auf Inspektionsflüge spezialisiert, bot aber in diesem Jahr ehrenamtlich zum Zeitpunkt der Heumahd kostenlose Aufklärungsflüge mit dem Kopter an, der mit einer hochauflösenden Wärmebildkamera ausgerüstet ist. Bei der verwendeten Drohne handelt es sich um einen Hexakopter, der voll autonom flugfähig und mit unterschiedlichen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet ist, bis hin zu doppelter Flugsteuerung und zweifachem GPS.
Bei dem Kopter handelt es sich um eine Eigenentwicklung. Die unter der Drohne montierte Wärmebildkamera ist ein hochempfindliches System mit hoher Auflösung.
In einer Flughöhe von rund 40 Metern fliegt der Hexakopter bei der Rehkitzsuche ein vorher definiertes Suchraster ab, welches sicherstellt, dass die Kamera auf ihrem Weg die komplette Fläche erfasst.
Das während des Flugs erzeugte Wärmebild erscheint auf einem Monitor, auf dem die Kitze aufgrund des Temperaturunterschiedes zwischen der Körpertemperatur und der am Morgen noch kalten Wiese als Wärmepunkt deutlich zu sehen sind.
Die Bayerische Schlösserverwaltung unterstützte das Projekt und erteilte für die Parkanlage zum Zwecke des Tierschutzes eine Ausnahmegenehmigung. Generell ist das Befliegen mit Drohnen nämlich verboten.
Kein Kitz entdeckt
Auch wenn die Suche nach Rehkitzen am Montag ergebnislos verlief, zeigte sich Stefan Arbes zufrieden. Es gehe ja nicht darum möglichst viele Kitze zu finden, sondern sicherzustellen, dass keines in die Mähwerke kommt, sagt der Kopter-Pilot.
Ralf Hettler
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