Millionengrab Wildgraben

Sanierungsbedarf: Im früheren Hochwasser-Überlauf könnte bald ein siebenstelliger Betrag versickern

Grossostheim
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Millionengrab Wildgraben
So sieht der Wildgraben heute aus. Tiefbaureferent Walter Fischer steigt in den an dieser Stelle trocken gelegten Kanal und nimmt nach 50 Jahren den Zustand in Augenschein. Dort, wo das Welzbachwasser durch fließt sind Beton und Eisenarmierung korodiert.
Foto: Bernd Hilla
Millionengrab Wildgraben
So idyllisch sah der Wildgraben noch Anfang 1950 aus.  
Foto: Archiv Geschichtsverein
Rund 1,3 Millionen Euro hat die Marktgemeinde gerade für den Ausbau der Kuhpforte berappt. Jetzt kommt ein neues Groß-Projekt auf Großostheim zu. Im ehemaligen Wildgraben könnten bald Millionen versickern
Häuser, Scheunen und Garagen stehen heute auf teils marodem Grund, denn in den 50er Jahren verschwand der Wildgraben unter der Erde und wurde überbaut. Im Verborgenen bahnte sich mit dem Wasser auch der Rost seinen Weg. Wie schlimm es steht mit der Großostheimer Unterwelt, werden erst die Ergebnisse einer genauen Untersuchung durch das beauftragte Kleinostheimer Ingenieurbüro Jung zeigen. Danach wird die Gemeinde mehrere Sanierungsvorschläge unter die Lupe nehmen. Solange die nicht auf dem Tisch liegen, will Tiefbauamtsleiter Walter Fischer keine Eckzahlen nennen. Aber: "Eine Billiglösung streben wir nicht an." Unter der Millionengrenze werde man deshalb kaum bleiben können.

Versteckt, was stört Die Ursache der kostenträchtigen Sanierung liegt in den 50er und 60er Jahren, als man "versuchte, alles zu verstecken, was stört", so Fischer (siehe: Daten und Fakten). Ende der 60er Jahre trat mit dem Bau der Kläranlage eine gravierende Änderung ein: Der Welzbach wurde in das Bett des Wildgrabens und in ein neues Kastenprofil in der Pestalozzistraße umgeleitet, der alte Graben durch eine Mauer abgetrennt und trockengelegt. Das alte Bachbett in der Bachstraße diente fortan nur noch als Schmutzwasserkanal.

 So ist die Situation noch heute. Weil aber all die Jahre über regelmäßig Welzbach-Wasser durch den vorher nur gelegentlich als Überlauf genutzten Wildgraben floss, hat die ständige Feuchtigkeit Beton und Eisenfassungen stark zugesetzt. Die Konstruktion ist verrostet. Ein grobes Sanierungskonzept hat die Gemeinde schon: Mit dem verkehrsberuhigten Ausbau der zentralen Bachstraße soll der Wildgraben in Abschnitten vom Mühltörchen bis zur Ostendstraße in drei Abschnitten erneuert werden. Vordringlich ist der mittlere Abschnitt von der Kreuzung  Breite Straße bis hinter die Kanzleistraße, die bis zum Marktplatz verkehrsberuhigt wird. Die Gemeinde will so den Innenort  aufwerten.

Die Sache hat aber einen Haken: Da der neue Kanal tiefer liegt, müsste das Abwasser über längere Zeit gepumpt werden. Technisch sinnvoller wäre es, am anderen Ende zu beginnen. Dann aber müsste die Umgestaltung des Ortskerns noch warten. Dauern wird es ohnehin. Fischer rechnet bis zum Abschluss des Gesamtprojekts mit "ein paar Jährchen". Entsprechend würden die Kosten über mehrere Haushaltsjahre verteilt.  Bernd Hilla/SMdA
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