Dienstag, 26.01.2021
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"Main Aschaffenburg": Das ist unser neuer Podcast

Wer Aschaffenburg lebenswert macht und die Geschichten dahinter

Aschaffenburg
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Stets auf der Suche nach Menschen, die Aschaffenburg zu einem lebenswerten Ort machen: Main-Echo-Reporterin Nina Mähliß mit ihrem wichtigsten Werkzeug für den Podcast "Main Aschaffenburg", dem Mikrofon.
Foto: Björn Friedrich
Immer dabei, wenn die Podcasts entstehen: die "grüne Box", gefüllt mit Fragen an die Gesprächspartner.
Foto: Nina Mähliß
In schweren Zeiten bestens gelaunte Gesprächspartner: die Gastronomen Kai Melches und André Lippert-Melches.
Foto: Nina Mähliß
Plauderei im rebenumrankten Paradies: Godelsberg-Winzerin Katrin Orth bei der Podcast-Aufnahme.
Foto: Nina Mähliß
Wenn der be­kann­tes­te Weih­nachts­mann Aschaf­fen­burgs er­zählt, wie er in sei­ner Kind­heit beim An­blick sei­ner als Ni­ko­laus ver­k­lei­de­ten Tan­te un­tern Küchen­tisch flüch­te­te; wenn die Wir­te der ver­rück­tes­ten Bar Aschaf­fen­burgs ver­ra­ten, wer sie einst ver­kup­pelt hat; wenn die Her­rin über den sc­höns­ten Aschaf­fen­bur­ger Wein­berg be­rich­tet, wer dort über­ra­schen­der­wei­se die Mäu­se ver­t­reibt: Dann ent­ste­hen in der neu­en Pod­cast-Rei­he des Me­di­en­hau­ses Main-Echo je­ne Mo­men­te, die die­sem jour­na­lis­ti­schen For­mat (sie­he "Hin­ter­grund") zu sei­nem Boom ver­hol­fen ha­ben. In den et­wa halb­stün­di­gen Hör­stü­cken be­kom­men die Akteu­re den brei­ten Raum, den Zu­hö­rer brau­chen, um sie ken­nen­ler­nen zu kön­nen. "Main Aschaf­fen­burg" heißt der Pod­cast, der seit Ok­tober al­le zwei Wo­chen on­li­ne geht.

Immer donnerstags lässt sich eine neue Audiodatei auf der Main-Echo-Podcastseite (www.main-echo.de/podcast) anhören, dort stehen im Dossier "Main Aschaffenburg" alle bisher erschienen Folgen bereit. Dazu gehört zum Beispiel der aktuelle Podcast mit dem pensionierten Religionslehrer Gabriel Autz aus Obernau, der seit mehr als drei Jahrzehnten un­ent­gelt­lich in Kin­der­gär­ten, Schu­len und pri­vat sowie auf dem Aschaf­fen­bur­ger Weih­nachts­markt als Nikolaus zu Gast ist. Der 66-Jährige berichtet darüber, wie den Mann mit rotem Mantel, Rauschebart und Bischofsmütze spielt, was seine Kindheitserfahrung damit zu tun hat und warum er dringend rät, Schoko-Nikoläuse niemals in Form des Coca-Cola-Weihnachtsmanns zu kaufen.

>>> Hier geht es zum Podcast Main Aschaffenburg

Wie in allen "Main Aschaffenburg"-Folgen wird viel gelacht, wenn Autz mit der Macherin der Podcasts fast eine halbe Stunde lang über Gott und die Welt plaudert: Reporterin Nina Mähliß baut in den bisher fünf Hörstücken große Nähe zu ihren Protagonisten auf, was in der modernen Nachrichtenwelt immer seltener wird. Dabei hilft der 35-Jährigen, die im Kreis Miltenberg geboren und in Obernau aufgewachsen ist, ihre Verwurzelung in der Stadtgesellschaft. Nach dem Studium von Film- und Theaterwissenschaften, Germanistik sowie Soziologie in Köln kam sie zurück in ihre Heimatstadt, wo sie bereits neben dem Studium für das Main-Echo und für Stadtmagazine gearbeitet hat. Nach dem Volontariat beim Aschaffenburger Verlag Morgenwelt und einigen Jahren als Leiterin des Stadtmagazins "Frizz" arbeitet sie seit zwei Jahren als Redakteurin im Main-Echo.

"Natürlich kenne ich viele meiner Gesprächspartner schon", sagt Mähliß, "aber selbst ich erfahre immer wieder Neues über sie". Als Journalistin, die weiß, was es bedeutet, Themen auf einer Handvoll Zeilen umreißen zu müssen, räumt sie ein: "Ich genieße den Luxus, die Menschen in einem Plausch auf Augenhöhe nahbar machen zu können - und viel Zeit dafür zu haben." Zwischen 20 Minuten und einer guten halben Stunde dauern die Podcasts, in denen Mähliß Menschen trifft, die nach ihrer Ansicht Aschaffenburg "lebenswert und einzigartig" machen. Die Podcasts sind also von ihrer Persönlichkeit geprägt, der Titel lässt sich nicht zufällig auch als "Mein Aschaffenburg" verstehen. Bei der Auswahl der Akteure spiele das Thema Genuss in der Genusstadt Aschaffenburg häufig eine große Rolle, so Mähliß: Winzerin Katrin Orth etwa verrät, was sie unter "Glück im Glas" versteht - und dass Terrier Chewie mehr Mäuse aus dem "rebenumrankten Paradies" am Godelsberg vertreibt als Katze Miezi.

Das Vogelgezwitscher in Orths Urbani-Häcker im Hintergrund dokumentiert es: Mähliß trifft ihre Gesprächspartner - so lange es die Corona-Auflagen erlauben - stets persönlich und an den Orten, an denen sie wirken. Das gilt auch für das Gastronomen-Ehepaar André Lippert-Melches und Kai Melches, die Mähliß in deren angeblich "verrücktester Bar Aschaffenburgs" in der Webergasse traf. Die beiden Wirtsleute gackern munter drauf los, geben Tipps gegen den Kater am Morgen danach und erzählen gut gelaunt von ihrer ersten Begegnung - all das inmitten der auch für sie existenzbedrohlichen Krise, die die gesamte Gastronomie derzeit durchleben muss. "Ich würde Negatives oder Nachdenkliches nie herausschneiden", versichert Podcasterin Mähliß. Trotzdem verbreiten ihre Hörstücke gute Laune: "Wahrscheinlich, weil ich immer mit Menschen zu tun habe, die von ihren Projekten überzeugt sind."

Hintergrund: Der Boom der Podcasts

Podcasts sind vergleichbar mit Radiosendungen, die man sich unabhängig von Sendezeiten auf dem Computer, dem Handy oder im Auto anhören kann. Ein wenig nach dem Aufstieg der Video-on-Demand-Plattformen wie Netflix erleben diese Audio-on-Demand-Stücke derzeit einen enormen Boom. Wichtiger Unterschied zu den Videoangeboten: Podcast-Dateien lassen sich in der Regel kostenfrei herunterladen und abonnieren. Der englische Name für die Hörstücke stammt vom bekannten Apple-Audioplayer iPod (heute hören die meisten Menschen Podcasts auf dem Smartphone) und dem Begriff "Broadcast" für Sendung. Zu den aktuell bekanntesten Podcasts in Deutschland zählt das "Coronavirus-Update" des Norddeutschen Rundfunks mit dem Virologen Christian Drosten.

Einer aktuellen Studie zufolge hat der Erfolg der Podcast-Formate inzwischen alle Altersgruppen erfasst: 71 Prozent der Deutschen über 14 Jahren nutze Online-Audio-Angebote jenseits des klassischen UKW-Radios. Aus dem Nischenprodukt sei ein massentaugliches Unterhaltungs- und Informationsmedium geworden heißt es im Online-Audio-Monitor 2020, den unter anderem mehrere Landesmedienanstalten erstellt haben. Attraktiv seien die Podcasts unter anderem, weil Abspielgeräte wie Smartphones und Smart Speaker zu Alltagsgegenständen geworden seien und die Beiträge zu jeder Zeit an jedem Ort gehört werden könnten.

Im Main-Echo erleben Podcasts ihren zweiten Frühling: Das Medienhaus stellt bereits ab 2008 Beiträge bereit. Anfangs lasen die jeweiligen Autoren vor allem beliebte Glossen wie die "Aschaffenburger Streifzüge" oder die "Hohler Chausee" vor. Mittlerweile sind die Podcasts zu eigenständigen journalistischen Beiträgen geworden - äußerst erfolgreich: Zu den beliebtesten Reihen gehören der laufende »Corona-Podcast« oder die Mini-Serie »Tatort Hasenkopf«. Auf die Main-Echo-Podcasts gab es bereits mehrere Zehntausend Zugriffe. Auf der Main-Echo-Homepage sind übrigens alle jemals erstellten Dateien jederzeit abrufbar. (JhR)

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