Legler schlägt "Klimabaum"-Allee zwischen Hörstein und Wasserlos vor

Idee des Bürgermeisters findet Mehrheit im Alzenauer Stadtrat - Es gibt aber auch Kritik

Alzenau
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Eine Halballee aus bis zu 34 klimabeständigen Bäumen will die Stadt Alzenau westlich der Straße von Hörstein nach Wasserlos - hier in Fahrtrichtung links - pflanzen. Die Mehrheit im Stadtrat gab grünes Licht. Foto: Karin Klemt
Foto: Oliver und Karin Klemt
Ent­lang der Chau­see zwi­schen Hör­stein und Was­ser­los will die Stadt Al­zenau nicht nur ei­nen Fahr­rad- und Fuß­w­eg bau­en, son­dern auch ei­ne Rei­he aus »Klim­abäu­men« pflan­zen. Mit CSU und SPD fand die Idee von Bür­ger­meis­ter Alex­an­der Leg­ler (CSU) in der jüngs­ten Stadt­rats­sit­zung ei­ne Mehr­heit, stieß aber auch auf Be­den­ken: Die FDP fürch­tet um die spek­ta­ku­lä­re Aus­sicht Rich­tung Frank­furt und Tau­nus, die Grü­nen hät­ten gern aus­sch­ließ­lich hei­mi­sche Bau­m­ar­ten.

Auf der Favoritenliste der Abteilung Umwelt und Forsten stehen neben Zerr-, Rot- und Schindeleichen indessen auch amerikanische Linden, ungarische Eichen, amerikanische Roteschen und Platanen. Ebenso wie Kaiser-Linden und einer gegen das allgenmeine Sterben dieser Bäume resistente Ulmen-Art, gleichfalls aufgeführt, kommen all diese Baumarten nach Worten des städtischen Forst-Experten Bernd Handlbichler besonders gut mit Hitze und Trockenheit zurecht. Die meisten sind nach Angaben der Fachleute als Straßenbäume vielfach bewährt, wachsen schnell und spenden reichlich Schatten. Allgemein, heißt es in der Vorlage, trage die Halballee zur Verbesserung des Kleinklimas sowie zur Bindung von Feinstaub und zur Lärmminderung bei.

Ökologisch wirklich wertvoll ist eine solche Baumreihe aus Sicht von Grünen-Sprecherin Claudia Neumann indessen nur bei Verwendung einheimischer Baumarten, die auch Insekten ohne Einschränkung Heimat böten. Der Liberale Rolf Ringert will nach eigenen Worten vermeiden, dass die Bäume den an dieser Stelle besonders eindrucksvollen Blick über die Mainebene stören. Einen Klima-Fortschritt bringe die Pflanzung auf jeden Fall, hielt CSU-Fraktionssprecher Bernd Pontani dagegen. Sein SPD-Kollege Wolfgang Röder sprach sich dafür aus, die Auswahl der Baumarten den Fachleuten zu überlassen.

Für die Umsetzung des Vorhabens, die der Bürgermeister auch als Teil seiner Initiative »Stadtgrün« sieht, hatte die Umweltabteilung dem Rat ein fertiges Konzept vorgelegt. Demnach sollen auf rund 420 Metern zwischen beiden Ortsteilen auf einem drei Meter breiten Grünstreifen westlich des künftigen Fuß- und Radwegs - also mindestens die gesetzlich geforderten 4,50 Meter von der Fahrbahn entfernt - maximal 34 Bäume im Abstand von bis zu 13 Metern gepflanzt werden. Die genaue Zahl ist abhängig von den Standorten der Straßenlaternen, die dort ebenfalls Platz finden sollen.

Um schnell genug Schatten und einen Klima-Effekt zu bekommen, will die Stadt keine ganz jungen, sondern schon vier bis fünf Meter hohe Bäume mit 20 bis 25 Zentimeter Stammumfang ordern. Gepflanzt werden sollen sie im Herbst 2020. Die geschätzten Kosten von 95000 Euro einschließlich Grunderwerb - davon bis zu 48300 Euro für Anschaffung und Pflanzung der Bäume - werden laut Beschluss im Haushalt des kommenden Jahres bereitgestellt.

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