Lebenserfahrung zu Songs verdichtet

Folk:Joe Ginnane hat mit »Livin' every Minute« ein sehr persönliches Album vorgelegt - Live beim Stadtfest

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Nachdenken über das Leben: Joe Ginnanes neue CD. Foto: privat
Foto: privat
ASCHAF­FEN­BURG. Recht­zei­tig vor sei­nen Auf­trit­ten auf dem Stadt­fest am Sams­tag hat der in Aschaf­fen­burg le­ben­de iri­sche Song­wri­ter Joe Ginna­ne ei­ne neue CD ver­öf­f­ent­licht. »Li­vin' eve­ry Mi­nu­te« heißt das Al­bum, das ihm be­son­ders am Her­zen liegt.

Die darauf enthaltenen alten, neu interpretierten und neuen Songs seien so etwas wie die Bilanz seines bisherigen Lebens, sagt der Gitarrist und Sänger. Das gilt insbesondere für den Titelsong, eine eingängige, schmissige Folkrocknummer, die von Akkordeon, Schlagzeug und Background-Vocals vorangetrieben wird.

»Ich habe immer versucht, mein Leben in vollen Zügen zu genießen und keine Minute zu verschwenden«, sagt der 1957 geborene Songwriter über »Livin' Every Minute«. Er habe sich schon als Teenager geschworen: »Ich werde nicht irgendwann auf dem Sterbebett jammern: Ich wünschte, ich hätte dies oder das getan.«

Dieser zupackende Ansatz prägt auch die anderen meist autobiografischen Liedern, die selbst in den nachdenklichen Momenten nicht zuletzt dank der Musik meist optimistisch grundiert sind.

Viele Stücke sind komprimierte Lebenserfahrung: »Come« beschreibe die Gefühle eines Musikers während der Tour, wenn ihm nach dem Auftritt Heimweh, Einsamkeit und Zweifel zu Leibe rücken. Das 12 Jahre alte »I'll Be Waiting« hat Ginnane seinen Kindern gewidmet. Es ist die Bandfassung des damals akustisch veröffentlichten Stücks.

Gefährliche Gratwanderung

Das abgründige »Accident of Birth« wird von flächigen Keyboards, Saxofon und Chören vor dem Absturz in die Dunkelheit bewahrt. »Love to Hate« beschreibt die gefährliche Gratwanderung zwischen Liebe und Hass. Auch musikalisch sei die CD die Quintessenz seines bisherigen Schaffens, sagt Ginnane. Im Zentrum steht sein warmer Gesang und die akustische Rhythmusgitarre. Es gibt folkige Nummern, die in jedem traditionellen Pub bestehen können, Folkrocksongs mit funkigen Anklängen, Balladen und rockige Stücke. Das Intro von »Love to Hate« etwa würde sich auch in einem Thin-Lizzy-Song gut machen. Dazwischen sorgt Pedal-Steel-Gitarrist Dietmar Waechtler für Country-Flair. Er sei sehr stolz auf das Album sagt Ginnane: »Es ist vielleicht mein Meisterwerk.«

Eingespielt hat er das Album in Frank Metzners Krombacher Dreamland-Studio, wo bereits der Vorgänger »Things I cannot change« entstand. Produzent Metzner spielt sämtliche Tasteninstrumente. Uta Desch ist im Chorus mit dabei.

Tochter Sarah singt

Und auf gleich sechs Nummerns ist Ginnanes Tochter Sarah als Backgrund-Sängerin zu hören. Dass die junge Frau auch solo ein Talent ist, belegt ein Youtube-Clip, auf dem sie mit ihrem Vater den Song »Skin« von Boy covert.

Als Gimmick hat Joe Ginnane das Album um vier Songs seines vergriffenen 1994-er Albums »Songs of Love, Hate, Hope and Sorrow« erweitert. An ihnen lässt sich verfolgen, wie sich der Musiker seit jener Zeit entwickelt hat.

ALEXANDER BRUCHLOS
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