Kommen Sie vorbei: Redaktion vor Ort in Aschaffenburger Miteinanderzone

Mittwoch, 6. November, 11 bis 13 Uhr in der Herstallstraße

Aschaffenburg
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Mit dem Rad und zu Fuß in der Herstallstraße: Seit 2012 ist Fahrradfahrern das Radeln in Schrittgeschwindigkeit in der Herstallstrasse erlaubt. Foto: Björn Friedrich
Foto: Björn Friedrich
Über die Aschaf­fen­bur­ger Mit­ein­an­der­zo­ne so­wie über wei­te­re The­men möch­te die Re­dak­ti­on un­se­res Me­di­en­hau­ses am Mitt­woch, 6. No­vem­ber, von 11 bis 13 Uhr mit den Bür­gern ins Ge­spräch kom­men. Im Zen­trum dürf­te die Fra­ge ste­hen, wie die Frei­ga­be der ehe­ma­li­gen Fuß­g­än­ger­zo­ne für Rad­fah­rer im Jahr 2012 zu be­wer­ten ist: als Er­folgs­sto­ry oder ein miss­glück­tes Pro­jekt?

Die Chronik der Miteinanderzone reicht viele Jahre zurück: Nach Protesten gegen die Androhung von Strafgeldern für das Radeln in der Fußgängerzone erlaubt die Stadt im Juli 2011 das Radfahren in der ehemaligen Fußgängerzone von 20 bis 9 Uhr vormittags. Der Initiative »Familienfreundliches Radeln«, die aus Eltern und weiteren Bürgern besteht, ist das nicht genug.

Aschaffenburger "Miteinanderzone": Darum kommt unsere Redaktion vor Ort
Quelle: Moni Münch

Im Mai 2012 werden die Aschaffenburger Fußgängerzone und das Schöntal rund um die Uhr für Fahrradfahrer geöffnet und in eine sogenannte Miteinanderzone umgewandelt. Radler dürfen seitdem in Schrittgeschwindigkeit - sieben bis zehn Stundenkilometer - durch die Straßen, Gassen und Parks fahren, vorausgesetzt, sie gefährden keine Fußgänger, die weiterhin Vorrang haben. Gebot ist die gegenseitige Rücksichtnahme. Ausgangspunkt für die Miteinanderzone ist der Wunsch der Radler nach mehr Sicherheit. Bis heute fehlt eine sichere Fahrradumfahrung der Innenstadt, die auch für Kinder und älter Radler geeignet wäre.

Nach einer Probephase stimmt die Mehrheit des Stadtrats 2013 der dauerhaften Freigabe der ehemaligen Fußgängerzone und des Schöntals zu. Eine Bachelorarbeit untersucht die Akzeptanz der neuen Regelung.

2015 belegt die Miteinanderzone der Stadt Aschaffenburg den 3. Platz beim Deutschen Fahrradpreis. Mit Jörn Büttner erhält die Stadt erstmals einen Fahrradbeauftragten.

Hintergrund: Die Miteinanderzone im Gespräch

Über die Miteinanderzone und alles, was in Ihrem Heimatort sonst noch wichtig ist, möchte die Main-Echo-Redaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Am Mittwoch, 6. November, von 11 bis 13 Uhr sind Redakteure unseres Medienhauses an der Ecke Herstallstraße/Steingasse (auf Höhe der Buchhandlung Diekmann) vor Ort.

Sie können die Aktion am Mittwoch ach in unserem Live-Ticker verfolgen.

Im Juli 2018 startet die Stadt eine Info-Kampagne mit Plakaten und Flugblättern. Ihr Ziel ist es, Radfahrer zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr anzuhalten. Hintergrund sind die kontinuierliche Zunahme der Radfahrer im Straßenverkehr und daraus erwachsende Konflikte.

Die Bilanz der Miteinanderzone von Stadt und Polizei ist positiv: Die gemeldeten Unfälle mit Radfahrbeteiligung tendierten in den vergangenen Jahren »gegen Null«, stellt die Polizei in einem Bilanzgespräch im April 2019 fest. Stadt und Polizei kündigen Kontrollen an, welche die Einhaltung der Regeln überwachen sollen.

Im Mai 2019 besucht Tübingens Bürgermeister Boris Palmer (Grüne) Aschaffenburg. Hintergrund: Auch Tübingen will das Radfahren in der Fußgängerzone erlauben.

 

Die positive Bewertung der Miteinanderzone, der sich auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) anschließt, teilen nicht alle. Im Juni 2019 gründet sich eine Initiative, welche in einer Petition eine Rückkehr zum Radfahrverbot fordert. Sie sammelt in den folgenden Monaten 859 Unterschriften für ihr Anliegen. Es gibt kaum ein Thema, das seitdem in den Leserbriefspalten unserer Zeitung so emotional diskutiert wird wie die Miteinanderzone. Während die Gegner die Sicherheitsgefährdung der Fußgänger durch radelnde "Rowdies" beklagen, verweisen die Befürworter unter anderem auf die weiterhin bestehende Gefährdung der Radler im Innenstadtverkehr. Noch immer gibt es keine sichere Umfahrung für Radler. Hinzu kommt: Seit 2012 hat die Diskussion um eine fahrradgerechte Innenstadt und um klimafreundliche Verkehrsmittel im Zuge der Fridays-for-Future-Bewegung stark an Fahrt aufgenommen. Auch der Radverkehr in der Stadt hat seit 2012 zugenommen.

Die Zahl der Radler in der Fußgängerzone sei in den vergangenen Jahren indes etwa gleich geblieben, sagt Bürgermeister Jürgen Herzing (SPD) im August in einem Gespräch. Er führt das auf die vermehrten Abstellmöglichkeiten am Rande der Miteinanderzone zurück.

Eine politische Debatte zu diesem Thema im Stadtrat zeichnet sich derzeit nicht ab.

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