Kanal: Bauabschnitte festgelegt

Gemeinderat: Bis 2012 zwei von drei Teilstücken in Großostheims Bachstraße fertig

Grossostheim
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Kanal: Bauabschnitte festgelegt
Ursprünglich sollte der erste Bauabschnitt der Bachstraßensanierung von der Breitestraße bis zur Pfarrgasse gehen. Doch daraus wird aus technischen und Kostengründen nichts. Hier wird wahrscheinlich erst 2010/11 gebaut.
Foto: Bernd Hilla
Kanal: Bauabschnitte festgelegt
Vor 75 Jahren wurde der Welzbach in der Bachstraße in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme eingehaust. Grund war die ständige Überflutungsgefahr im Frühjahr und im Herbst. Ab dem nächsten Jahr könnte es wieder ähnlich aussehen, denn der gesamte Kanal muss erneuert werden.
Foto: Archiv Geschichtsverein
75 Jahre hat der Kanal in der Bachstraße gehalten. Nun hat er ausgedient, ein neuer wird gebaut. Die Straße in der Ortsmitte wird zu einer verkehrsberuhigten Zone umgestaltet
Aus städtebaulichen Gründen war einmal geplant, in der Mitte von der Breitestraße zu beginnen. Da dieser Teil im Ortskernsanierungsgebiet liegt, hatte die Regierung von Unterfranken dafür Zuschüsse in Aussicht gestellt. Allerdings hätte dann das Abwasser zwischenzeitlich abgepumpt werden müssen. Die Mehrkosten von 400 000 Euro, die das Kleinostheimer Ingenieurbüro Jung dafür errechnete, hätten die Zuschussmittel allerdings wieder aufgefressen.

So fängt man nun an der Kreuzung Mühl-/Ostendstraße an. Der erste Abschnitt endet am Wildgraben und kostet 3,5 Millionen Euro. Der zweite schließt sich unmittelbar an und geht bis zur Breitestraße; er wird auf 2,8 Millionen Euro geschätzt. Ende 2012 will man hier angekommen sein. Für den dritten Abschnitt bis zur Grabenstraße wurde noch kein Zeitpunkt festgelegt. Die Ausschreibungsunterlagen stellt das Ingenieurbüro sofort fertig.

Zuletzt war der Kanal unter dem breiten Fußweg nur noch ein reiner Schmutzwasserkanal, nachdem der Welzbach Ende der 1960er in das alte Wildgrabenbett umgeleitet worden war. Eine Kamera-Analyse zeigte schon Ende der 1980er Jahre nicht sachgemäß ausgeführte Hausanschlüsse und Erosionserscheinungen. Aber aus Kostengründen folgten nur geringfügige Reparaturarbeiten, vor allem im Bereich der ehemaligen Schwanenbrauerei.  Ausschlaggebend für die Einhausung des Welzbaches in der Bachstraße war einst ein verheerendes Hochwasser im November 1924, als sich die Wassermassen in den niedrigeren Ortskern wälzten.

Der Damm des Wildgrabens, der das Hochwasser abführen sollte, war in Höhe der ehemaligen Getränkefirma Schnabel (Nähe Mühltörchen) gebrochen. Es sollte jedoch noch acht Jahre dauern, bis mit dem Bau begonnen werden konnte, denn auch damals fehlte das Geld. 

Eine Chance bot sich ausgerechnet nach der Weltwirtschaftskrise, die durch den Schwarzen Freitag an der New Yorker Börse 1929 ausgelöst worden war. Millionen Menschen wurden mit einem Schlag arbeitslos. In Großostheim waren 1932 von 3500 Einwohnern rund 200 ohne Job, schreibt Dorothee Klinksiek in ihrer Chronik. Da die Gemeinde einen Teil der Arbeitslosen, die keine staatliche Unterstützung bekamen, finanziell unterstützen musste, erhob sie von den Erwerbstätigen eine Krisensteuer.

 Gleichzeitig wurden "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen" ins Leben gerufen. Dazu zählte neben dem Bau von Wirtschaftswegen auch die Einhausung des Welzbachs, bei der ausschließlich arbeitslose Ortsbürger beschäftigt wurden. In den Jahren 1932 und 1933 war man mit dem Bau beschäftigt, der 140 000 Reichsmark kostete und von der oberen zur unteren Mühle führte. bh
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