Käferbedingter Holzeinschlag: Keine Entwarnung für Dammbach

Forst: Experten erläutern den Gemeinderäten die Situation im Gemeindegebiet

Dammbach
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Aus­gie­big in­for­miert wor­den ist der Damm­ba­cher Ge­mein­de­rat bei sei­ner Sit­zung am Don­ners­tag über den Zu­stand der Wäl­der und die wei­te­ren Pla­nun­gen. Der zu­stän­di­ge Re­vier­förs­ter, For­stamt­mann El­mar Freu­den­ber­ger und der im Amt für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten zu­stän­di­ge For­st­rat Se­bas­ti­an Spatz ga­ben ei­nen aus­führ­li­chen Rück­blick und Aus­blick.

Nach wie vor ein großes Thema des Waldes im Gemeindebereich ist die Borkenkäferkalamität. Wobei der knapp 266 Hektar große Gemeindewald mit einem Anteil von rund 25 Prozent Fichtenbestand nicht so belastet ist wie die restlichen Waldflächen. Schwerpunkt des Käferbefalls im Gemeindewald war 2019. In den Jahren 2020 und 2021 gingen die Belastungen leicht zurück. In 2019 mussten 1000 Festmeter Holz wegen Käferbefall eingeschlagen werden, 2020 waren es 500 Festmeter und 2021 noch 400 Festmeter.

Anders sieht es im gesamten Wald auf Gemeindegebiet aus: Hier steigerte sich der käferbedingte Holzeinschlag von 2018 mit 1100 Festmetern bis 2021 kontinuierlich auf 5000 Festmeter Holz. Und auch für 2022 kann Freudenberger keine Entwarnung geben. Borkenkäferbefallenes Holz müsste schnellstmöglich aufgearbeitet und aus dem Wald herausgebracht werden. Allerdings wissen viele Privatwaldbesitzer gar nicht, wo sich ihre Stücke genau befinden und noch weniger haben das nötige Equipment, um das befallene Holz aus dem Wald zubringen. Dazu kommt noch, dass manche Holzabteilungen nicht gut zu erreichen sind. Besonders problematisch sei dies im Gößbachtal, so Freudenberger. Dort stehen vor allem Fichten im Privatwald.

Während man in den vergangenen Jahren mit dem Hiebsatz noch vorsichtig war, soll auch aufgrund der steigenden Preise für 2022 wieder der volle Hiebsatz von 1800 Festmeter eingeschlagen werden. Die Einnahmen daraus werden vorsichtig geschätzt mit rund 105.000 Euro angenommen, weitere 10.000 Euro bekommt die Gemeinde aus staatlichen Förderungen. Für Holzernte, Investitionen in Wegebau und Neuaufforstung und Pflegekosten sind insgesamt Ausgaben von rund 112.000 Euro kalkuliert, sodass die Gemeinde mit einem kleinen Gewinn rechnen kann.

Infoveranstaltung für Privatwaldbesitzer

Auch für Privatwaldbesitzer sei eine Wiederaufforstung finanziell interessant, erklärte Freudenberger. Pro Pflanze gibt es eine Förderung von 2,70 Euro, das ist ausreichend für die Pflanze und das Setzen, lediglich durch das Einzäunen entstehen ungedeckte Kosten. Allerdings muss man mit der Pflanzaktion die Bagatellgrenze von 500 Euro überschreiten, um überhaupt in die Förderung zu kommen. Ab dem dritten Jahr der Anpflanzung gibt es für die Hege dann wieder eine Förderung. Für Ende Juli ist eine Informationsveranstaltung von der Forstverwaltung geplant, um die betroffenen Waldbesitzer besser über die Fördermöglichkeiten zu informieren.

Neu aufgestellt werden muss auch der Forstwirtschaftsplan. Einstimmig hat das Gremium die Kostenübernahme von rund 6750 Euro beschlossen. Die zweite Hälfte der Kosten trägt der Freistaat Bayern. Mit ersten Ergebnissen rechnet man Ende 2023. Bis dahin wird durch eine stichprobenartige Inventur der Waldzustand erhoben, die Bewirtschaftung der vergangenen 20 Jahre bewertet und eine Planung der Maßnahmen in den kommenden 20 Jahren aufgestellt. Die Arbeiten werden durch einen unabhängigen Forstsachverständigen erledigt. Die Ergebnisse seiner Ermittlungen werden im Revierbuch und einer aktuellen Forstwirtschaftskarte dargestellt. Diese sind dann die Grundlage für die Waldbewirtschaftung der nächsten 20 Jahre, wobei nach zehn Jahren überprüft wird, ob der eingeschlagene Weg tatsächlich noch der richtige ist.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!