Innehalten und Ruhe finden

St.-Lukas-Kapelle: Gotische Kirche ist zum religiösen Besuchermagnet geworden - »Augen schließen und abschalten«

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Die St. Lukas-Kapelle in Schöllkrippen von innen. Die Glasfenster wurden vom Aschaffenburger Künstler Siegfried Rischar gestaltet. Der Altar sowie Chorkreuz, Priestersitz, Ambo und Tabernakel stammen von Bildhauer Hermann Kröckel.
Foto: Doris Pfaff
Ein be­son­de­rer Ort für ei­ne Fei­er: In der alt­ehr­wür­di­gen St. Lu­kas-Ka­pel­le Sc­höllkrip­pen fei­ert am Markt­sams­tag, 28. April, die Feld­ge­schwo­re­nen­ge­mein­schaft Obe­rer Kahl­grund den Got­tes­di­enst zu ih­rem 100-jäh­ri­gen Be­ste­hen. (sie­he Sei­te 8).
1449 er­baut

Das kleine, 1449 erbaute Gotteshaus ist 1986 zum Kulturdenkmal ernannt worden. In den Jahren zuvor, von 1978 bis 1985, wurde bei der Renovierung der Innenraum des Kleinods neu gestaltet und mit künstlerischen Elementen ausgestattet - darunter die Glasfenster vom Aschaffenburger Künstler Siegfried Rischar (1924 bis 2009) und der Altar vom Bildhauer Hermann Kröckel (1913 bis 2000), der ebenso Chorkreuz, Priestersitz, Ambo und den Tabernakel gestaltete.
Inzwischen ist das gotische Kirchlein zu einem religiösen Besuchermagnet in der Marktgemeinde geworden, registrieren anwohnende Nachbarn. »Hier lässt es sich gut ausruhen«, bestätigt ein Gast, der regelmäßig zum Innehalten einkehrt. Aus dem Hintergrund erklingt leise meditative Musik, die er besonders schön findet. Einfach die Augen schließen und abschalten von der hektischen Zeit, »das tut so gut«, erklärt der Mann.
Geistig anregende Kunstwerke
Aber auch die Kunstwerke in der Kapelle zu betrachten und sich in der Stille darauf einzulassen, sei beruhigend und gleichsam geistig anregend, meinen wiederum andere Besucher. Siegfried Rischar erklärte zu den Kunstwerken:
»Die drei Altarfenster wachsen in eine große Komposition zusammen, die in der Mitte den Höhepunkt des Pfingstfestes darstellt. Als Symbol zeigt sich der Heilige Geist, versinnbildlicht in der Taube, der in den Gnadenstrom mündet. Aus dem Dunkel entfaltet sich ein helles, von bewegten Linien getragenes Licht in leuchtenden Farben von rot, gelb und weiß. Die spannungsreiche Zeichnung der Bleiführung ist Ausdruck für die Sehnsucht und Erwartung in der Verständigung des Glaubens.«
Zum Altar aus einfarbigem Untermainrotsandstein, der frei im Chorraum steht, hat Hermann Kröckel seine Gedanken niedergeschrieben. Nach dem II. Vatikanischen Konzil über die heilige Liturgie solle der Altar der Mittelpunkt und so das Ziel sein, die Gläubigen um Altar und Ambo zu versammeln, so Kröckel. Denn der Altar sei die eucharistische Opferstätte - der Tisch für das heilige Mahl, der Christus versinnbildlicht. Darauf wollen auch drei Reliefs am Altarsockel - ein Fisch mit fünf Broten (wunderbare Brotvermehrung), ein Kreuz (Zeichen der Hingabe), und ein Vogel, der sich aus den Früchten des Kelches ernährt (ewige Erquickung) - hinweisen. dp
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