Im Schatten des berühmten Bruders

Stadtgeschichte: Heute vor 225 Jahren ist Maria Cornelia Stadelmann gestorben - Cornelienstraße erinnert an Stifterin

Aschaffenburg
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Erinnerung an die Stifterin Maria Cornelia Stadelmann: die Cornelienstraße in der Innenstadt.
Foto: Peter Rogowsky
Maria Cornelia Stadelmann steht bis heute im Schatten ihres berühmten Bruders Christian, des Priesters und Erbauers der neuen Aschaffenburger Muttergottespfarrkirche. Wer weiß schon, dass die Cornelienstraße in der Innenstadt der Schwester Stadelmanns gewidmet ist, die heute vor 225 Jahren starb?
Christian Stadelmann (1699 - 1782), Priester, Stiftskanoniker und erzbischöflicher Kommissar, war seit 1735 als Pfarrer an der neuen Muttergottespfarrkirche tätig, als deren Erbauer er gilt. Die Einweihung am 3. September 1775 durch Erzbischof und Kurfürst Friedrich Carl Joseph von Erthal (1719 - 1802) war zugleich der Höhepunkt in seinem Leben.
Stadelmann zu Ehren trägt eine Straße in der Aschaffenburger Innenstadt seit 1871 seinen Namen. Aber auch seine Schwester Maria Cornelia hat sich durch ihre Stiftung verdient gemacht; auch sie wurde mit einer Straßenbezeichnung geehrt, sogar im selben Jahr wie ihr Bruder. Da man jedoch einen Familiennamen für topographische Zwecke in einer Stadt nicht zweimal verwenden kann, heißt diese Straße, ebenfalls in der Innenstadt gelegen, Cornelienstraße, benannt nach ihrem zweiten Vornamen.
Der zweite Vorname
Maria Cornelia Stadelmann kam als neuntes der zehn Kinder des Kaufmanns Johannes Wynand Stadelmann und dessen Ehefrau Barbara, geborene van der Smissen, in Maastricht zur Welt. Sie starb am 13. September 1785 in Aschaffenburg, eingetragen in den Sterbematrikeln der Muttergottespfarrei.
Als Universalerbin des Stadelmannschen Nachlasses besaß Maria Cornelia ein Vermögen von rund 19 700 Gulden, nach heutiger Kaufkraft etwa 250 000 Euro, das sie in eine Armenstiftung umwandelte. Etwa 9700 Gulden vermachte sie dem »Cornelia Stadelmann‘chen Armenfonds«, den Rest im Dezember 1783 dem Kollegiatstift St. Peter und Alexander.
Aus diesem Fonds, zugeteilt dem Stiftsvermögen, »wurden die Kanoniker versorgt, und man kann annehmen, dass sie damit im Sinne ihres Bruders gehandelt hat«, heißt es in den Mainzer Vikariatsakten aus dem Würzburger Staatsarchiv.
Ferner hatte sie bestimmt, dass das Institut der Englischen Fräulein 160 Gulden bekommen sollte. 1834/35 wies das Rechnungsbuch immer noch ein Kapital von 10 000 Gulden auf, so dass bei den damaligen Zinsen von vier Prozent beim Staat und den Gemeinden sowie fünf Prozent bei Hypotheken jährlich eine Auszahlung bis zu 400 Gulden an die Armenkasse möglich war.
Unter einem Dach
1870 empfahl die Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg, den Fonds mit anderen zusammenzulegen, um Verwaltungskosten zu sparen. So entstanden die »vereinigten Armenfonds«, in denen der Cornelia Stadelmann’sche Armenfonds 1876 einen Wert von knapp 17 000 Goldmark erreicht hatte.
Als in den 1920-er Jahren das Vermögen als Folge der Inflation rapide abnahm, ging auch dieser Fonds in den »Vereinigten Armenstiftungen« ein, eine Art Dachorganisation für alle Aschaffenburger Wohltätigkeitsstiftungen.
cap
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