Hilfsbereite Engel im Alltag

Ehrenamt: Wie sich Menschen mit Behinderung wie Manuel Izer in ihrer Freizeit für andere einsetzen - Engagiertes Team der Lebenshilfe

Aschaffenburg
2 Min.

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Auch sie helfen in der Engel-Gruppe mit (von links): Jule-Stine Schmitt, Manfred Tietze und Daniel Stadtmüller, hier beim Adventsmarkt des Café Freitag im Jugendzentrum.
Foto: Cornelia Müller
Ma­nu­el Izer ist ein En­gel. Kei­ner mit wei­ßem Ge­wand und Flü­geln, son­dern ein jun­ger Mann, der mit an­packt, sich für sei­ne Mit­men­schen ein­setzt, der hilft, wo er ge­braucht wird. Der 30-Jäh­ri­ge aus Großost­heim ge­hört zum En­gel-Team der Le­bens­hil­fe, ei­ner Grup­pe von der­zeit 16 Frau­en und Män­nern mit Be­hin­de­rung, die eh­renamt­lich ak­tiv sind.

Wie das zusammenpasst, zeigt das Beispiel von Manuel Izer. Bei ihrem Sohn, so erzählt seine Mutter, seien im Kindergartenalter starke geistige Entwicklungsverzögerungen festgestellt worden, wahrscheinlich hervorgerufen durch einen Gendefekt. Wer den sportlichen jungen Mann mit Brille und Bart sieht, mag das nicht glauben.

Größter Wunsch hat sich erfüllt

Bis zum Frühjahr war Manuel Izer in der Lebenshilfe-Werkstätte in Aschaffenburg tätig. Seit Juni aber ist sein großer Wunsch in Erfüllung gegangen: Er hat einen Außenarbeitsplatz im inklusiven Café KOMMpakt, das Teil des gemeinnützigen Mosaik-Mehrgenerationenhauses in Ringheim ist und mit der Lebenshilfe kooperiert. Izer bereitet dort im Café Frühstück und Mittagessen mit zu, hat die Kaffeemaschine im Griff, bedient die Gäste, spült das Geschirr.

So etwas wie der »Thekenchef«

Alles Tätigkeiten, die er ehrenamtlich seit vielen Jahren im evangelischen Jugendzentrum (Juz) in der Dinglerstraße verrichtet. Im integrativen Café Freitag, wo sich allwöchentlich Menschen mit und ohne Behinderung zum Plausch, zum Spielen und Musikhören treffen, ist Izer so etwas wie »der Thekenchef«, wie er lachend verrät. Und nicht nur dort hilft der 30-Jährige regelmäßig aus: Mit den Engeln mixt er beim integrativen Spielfest oder beim Brüderschaftsfest Cocktails, verkauft Selbstgebasteltes auf dem Jukuz-Weihnachtsmarkt, unterstützt den Martinsumzug und andere Feiern in den Kindertagesstätten der Lebenshilfe, bereitet Gottesdienste mit vor.

»Manuel ist sehr hilfsbereit, er würde am liebsten überall dabei sein«, sagt seine Mutter, die dafür sorgen muss, dass er sich nicht übernimmt.

Niemanden überfordern

Auch Daniel Stadtmüller (29), der einen Außenarbeitsplatz bei Linde hat, gehört zur Engel-Gruppe. Über beide jungen Männer und die anderen Teammitglieder sagt Selma Mattern, die Ehrenamtskoordinatorin der Lebenshilfe: »Sie haben viele praktische Begabungen, packen mit an, können gut mit Menschen umgehen.« Raus aus dem geschützten Lebenshilfe-Raum, rein ins »normale« Leben ist die Devise im Bereich Freizeit, Begegnung, Bildung, zu dem die Heilpädagogin gehört.

Mattern weiß aber auch um die Grenzen: »Wir müssen ganz genau und individuell hinschauen, wer was kann, um niemanden zu überfordern.«

Über ihre ehrenamtliche Arbeit holen sich Izer und Stadtmüller nicht nur Bestätigung ihrer Talente, sondern auch Respekt für ihr Tun. So gehört sich das für Engel.

CORNELIA MÜLLER
Hintergrund: Engel-Gruppe der Lebenshilfe

Etwa 60 Jugendliche, Frauen und Männer sind derzeit laut Selma Mattern vom Bereich Freizeit, Begegnung, Bildung der Offenen Hilfen ehrenamtlich und ohne Bezahlung bei der Lebenshilfe Aschaffenburg tätig.

26 von ihnen haben selbst eine Behinderung. Seit 2010 gibt es das Team der »Engel« mit derzeit 16 Mitgliedern, die sich regelmäßig zu Planungsgesprächen treffen. Sie helfen bei Festen, Aktionen und Veranstaltungen, setzen sich für Mitmenschen und gemeinnützige Gruppen ein.

Geschult werden sie durch gezielte Fortbildungen, trainieren Gesprächsregeln, soziales Verhalten, aber auch den Umgang mit Internet oder E-Mails. ()

b Im Internet: www.lebenshilfe-aschaffenburg.de

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