Hautschmuck effektiv entfernen

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Der Pico-Sure-Laser behandelt nur die tätowierte Haut, das umliegende Gewebe bleibt unversehrt. Foto: svm
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Mit dem Pico-Sure-Laser lassen sich Tattoos punktgenau entfernen. Das Gerät soll auch dunkle Farben wie grün oder schwarz sicher entfernen. Foto: svm
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Thomas muss weg. Der über den Beckenkamm tätowierte Name des Verflossenen passt nicht zur neuen Beziehung. Den Manager stört das Tattoo im Nacken, die Mit-Fünfzigerin das Arschgeweih über dem Hintern.
Gründe gibt es viele überlebten Hautschmuck loswerden zu wollen, effektive und halbwegs verträgliche Möglichkeiten wenige. Bisher wurden Tätowierungen durch Erhitzung abgetragen, abgeschliffen oder wegoperiert. Das kann Narben geben, die eingesetzten Mittel wie Milchsäure oder Blitzlichtlampen können die Haut schädigen, auch allergische Reaktionen wurden schon beobachtet. Mit einem neuen Lasergerät soll das alles anders sein. Der Pico-Sure-Laser zerstört das Tattoo punktgenau mit thermischen und photomechanischen Effekten.

Auch in Aschaffenburg ist eines der Geräte im Einsatz, Ärztin Sema Seker hat damit bisher nach eigener Aussage nur gute Erfahrungen gemacht.Das Lasergerät, das seit knapp drei Jahren auf dem Markt ist und sich dort langsam etabliert, verspricht die (nahezu) vollständige Entfernung auch als schwierig geltender Farben wie grün. Sema Seker hat den Laser bei einer Fortbildung kennengelernt und war von der Wirkung sofort überzeugt. 14 Praxen in Deutschland setzen das Gerät der auf medizinische Lasertechnologie spezialisierten Cynosure Hamburg GmbH mittlerweile ein. Die Behandlung hat ihren Preis, je nach Größe des Tattoos kostet sie zwischen 180 und 380 Euro.

Vorher-Nachher-Bilder zeigen dafür gute Ergebnisse. Anästhesistin Sema Seker nutzt den Laser in ihrem Zentrum für ästhetische Medizin und Laserbehandlung in Aschaffenburg. Sie entfernt mit dem Pico-Sure-Laser Tattoos, aber auch Pigmentstörungen wie zum Beispiel Altersflecken und Permanent Make Up und setzt das Gerät zur Hautverjüngung ein. »Schon nach zwei bis sechs Sitzungen sind sie ganz oder weitgehend verschwunden.« Punktgenau auf TattooDer Pico-Sure-Laser pulverisiert die Tattoofarbe in winzigste Partikel, die vom Körper aufgenommen und mit den körpereigenen Reinigungsprozessen ausgeschieden werden. Über das Lymphsystem gelangen Schadstoffe ins Blut, aus dem die Leber sie herausfiltert und über die Gallenflüssigkeit in den Darm ausscheidet.

Die Pulverisierung erwirkt der Laser über ultrakurze Energieimpulse, die er mit einer Dauer von Billionsteln einer Sekunde in die Haut abgibt. Die Pulsbreite der Technologie beträgt nur etwa ein hundertstel derjenigen eines Nanosekundenlasers. Das kann durchaus etwas brennen; schmerzempfindlichen Patienten verabreicht Sema Seker deshalb ein Schmerzmittel. Die Behandlung selbst ist eine Sache von kaum Minuten, der Laseraufsatz schießt punktgenau auf die tätowierte Fläche. Das umliegende Gewebe bleibt intakt, auch wenn es nach dem Lasern geschwollen und gerötet ist,. »Ein normaler Effekt, der nach wenigen Stunden bis maximal zwei Tagen wieder verschwunden ist«, sagt Sema Seker. Dann ist auch das Tattoo deutlich blasser geworden. Nach sechs Wochen gelten die Farbpartikel als vollständig abgebaut und ist die nächste Sitzung möglich.Wie viele Termine notwendig sind, hängt auch von Alter und Farbe der Tätowierung ab, auch deren Professionalität spielt eine Rolle. Zur Beruhigung der Haut wird im Anschluss an die Behandlung ein leichter Salbenverband empfohlen. Wird das Tattoo im Sommer entfernt, was grundsätzlich möglich ist, sind ein guter Licht- und Sonnenschutz wichtig.

Narben seien allenfalls bei Menschen zu erwarten, die zu extremer Narbenbildung neigten, sagt Sema Seker, und dass sie diesen Fall noch nie gehabt habe.Risiko FarbenKritiker monieren, dass der Verbleib der pulversierten Farbe im Körper unklar ist; Sema Seker verweist auf Studien, denen zufolge keinerlei Partikel nachweisbar blieben. Ohnehin kann schon das Tätowieren selbst gesundheitsgefährdend sein; was in den Farben drin zu sein hat, steht nirgendwo geschrieben. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann deshalb derzeit keine Farbe als sicher bezeichnet werden.

Auch über die Wirkungen von Farbpigmenten im Körper ist laut BfR wenig bekannt. Augenbereich tabuGrundsätzlich lassen sich alle Hautpartien mit dem Pico-Sure-Laser behandeln. Tattoos nahe der Augen entfernt Sema Seker jedoch nicht. Der Laser darf nicht mit Augenlicht in Kontakt kommen, »man könnte erblinden«, sagt die Ärztin, die während ihrer Klinikszeit als Chirurgin und Anästhesistin gearbeitet hat. Während der Behandlung sind deshalb Schutzbrillen zu tragen. Das BfR rät, Tattoo-Entfernungen nur mittels medizinisch anerkannter Verfahren und von geschultem Personal in entsprechenden Einrichtungen vornehmen zu lassen. Verbraucher sollten in jedem Fall umfassend über die möglichen Risiken der Tattoo-Entfernung aufgeklärt werden. Ist das Hautbild entfernt, lässt sich übrigens bald an Ort und Stelle ein neues auftragen. Das nennt sich dann Cover Up. Susanne von Mach
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