Harmonie zwischen Chor und Orchester

Musik: Mit einem Festkonzert feiert der Kirchenchor in der in Kleinostheimer Pfarrkirche St. Laurentius sein 80. Jubiläum - 80 Sänger

Kleinostheim
1 Min.

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Festkonzert: Der Kleinostheimer Kirchenchor mit Dirigent Heinz Peter Rausch und Sopransängerin Ulrike Matheis führen Mozarts »Laudate Domino« auf.
Foto: B
»Wenn En­gel zu ih­rem Vergnü­gen mu­si­zie­ren, spie­len sie Mo­zart«. Die­ses Bon­mot des Theo­lo­gen Karl Barth be­wahr­hei­te­te sich am Sonn­ta­g­a­bend in der Klei­n­ost­hei­mer Pfarr­kir­che St. Lau­ren­ti­us, als der Kir­chen­chor mit ei­nem Fest­kon­zert sein 80. Ju­bi­läum fei­er­te.
Dafür sorgten als »irdische« Ausführende außer dem Kirchenchor der ihn verstärkende Madrigalchor Kreis Aschaffenburg, die Sopranistin Ulrike Matheis und die Rhein-Main-Sinfonietta unter der Gesamtleitung von Heinz Peter Rausch.
Es schien aber nicht nur wegen Mozart so, als ob Engel musizierten. Gewiss haben sie ihre Freude auch an Werken des 20. Jahrhunderts. In zwei A-capella-Werken überwältigten die rund 80 Chorsänger mit emotionaler Tiefe und Wärme: In der fünften von insgesamt neun Ave-Maria-Vertonungen des Brasilianers Heitor Villa-Lobos (1887-1959) und in der Motette »Cantate Domino« des 1944 geborenen Waliser Karl Jenkins, für die er sein ursprünglich für einen Werbespot komponiertes »Adiemus« mit einem geistlichen Text versah.
Hauptwerk des mit der Purcell-Ouvertüre »The Fairy Queen« schwungvoll eingeleiteten Konzerts war die Salzburger Trinitatismesse (Köchelverzeichnis 167) des erst 17-jährigen Mozart. Ein frisches, beinahe ungestümes Werk, in dem im »Kyrie« und im »Agnus Dei« kein um Erbarmen und Frieden ringendes verzweifeltes Herz spricht, sondern ein selbstbewusster junger Mann nach dem Motto: »Schau lieber Gott, ich mache für Dich so schöne Musik, da muss Du mir einfach gnädig sein.«!
Jederzeit frisch
80 gut aufgelegte Chorsänger und die jederzeit frisch aufspielenden und die Betonung der Klangfarben nicht scheuenden Instrumentalisten gaben Mozart Recht. Behutsam sorgte »Maestro« Rausch für eine harmonische Klangbalance zwischen Chor und Orchester.
Für einen musikalischen Fluss zwischen einzelnen liturgischen Gottesdiensthandlungen sorgte Mozart mit seinen 17 instrumentalen Kirchensonaten. Die Vierzehnte in C-Dur (KV 278) kam als beschwingtes Allegro für Orchester daher.
Schwebende Sopranstimme
In seiner Psalmvertonung »Laudate Domino« (KV 339) erklang die überirdisch schön weitgespannte Melodie zunächst orchestral, dann als inniges Gebet der wunderbar über einer lautenähnlichen Begleitung schwebenden Sopranstimme von Ulrike Matheis und danach vom Chor. Der trat zunächst leise hinzu, bevor er überschwänglich in den Lobpreis einstimmte.
Ein fulminantes Konzert verlangt nach einer Zugabe: Den Himmel vor Augen habe Händel sein »Hallelujah« wie im »Rausch« komponiert, sagte Pfarrer Kaufmann. Von einem »Rausch« dirigiert und in einen Beifalls-Rausch mündend - so endete der Konzertabend.
Ernst Bäppler
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