Großostheimer Grundwasser schützen: Nitratsanierungskonzept vorgestellt

Umwelt- und Verkehrsausschuss: Teilnahme der Landwirte ist freiwillig - Ausgleichs- und Bonuszahlungen

Großostheim
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Mat­thias Pe­ter von der »Schnitt­s­tel­le Bo­den« hat das er­wei­ter­te Ni­t­rat­sa­nie­rungs­kon­zept zum Schutz des Grund­was­sers im Großost­hei­mer Um­welt- und Ver­kehrs­aus­schuss vor­ge­s­tellt, denn es ge­he sch­licht und er­g­rei­fend, so Bür­ger­meis­ter Her­bert Ja­kob (CSU), um die dau­er­haf­te Ge­neh­mi­gung für die Was­ser­ent­nah­me an den drei Ring­hei­mer Brun­nen. De­ren Roh­was­ser wei­sen im­mer noch mit et­wa 70 Mil­li­gramm pro Li­ter zu ho­he Ni­t­rat­wer­te auf, die al­ler­dings im Was­ser­werk für das Trink­was­ser auf et­wa 30 Mil­li­gramm pro re­du­ziert wer­den. Er­laubt sind 50 Mil­li­gramm.

Das bisherige Konzept mit Beprobungen und Düngeempfehlungen sowie das Wiesenprogramm, die seit etwa 30 Jahren bestehen und Ausgleichszahlungen für die Landwirte für Mindererträge beinhalten, haben nur zu einer geringen Absenkung der Nitratwerte geführt. Schuld daran ist vor allem die bis zu 30 Meter dicke Lösslehmschicht mit ihrer geringen Fließgeschwindigkeit. Die Wasserrechtsbehörde des Aschaffenburger Landratsamtes hat daher eine Überarbeitung des Konzeptes gefordert, das zusammen mit den Landwirten und der Aschaffenburger Versorgungs-GmbH (AVG), deren Wasserschutzzone sich auch über Großostheim hinzieht, in mehreren Zusammenkünften erarbeitet wurde. Dabei wurde Einigkeit erzielt.

Wasserschonende Fruchtfolge

Neu ist vor allem, dass eine wasserschonende, dreijährige Fruchtfolge mit Zwischenfruchtanbau in die Ausgleichs- und Bonuszahlungen mit aufgenommen wurde. Die Teilnahme der Landwirte am neuen Konzept ist freiwillig, betonte Peter. Wenn sie sich allerdings entschieden haben, wird ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, in dem sie sich verpflichten, alle Vorgaben einzuhalten. Dazu gehören auch die bayerische und hessische Wasserschutzverordnung. Daher soll der Pestizideinsatz reduziert werden. Zur Kontrolle werden 25 Prozent der Ackerflächen abwechselnd jährlich im Herbst und während der Vegetation beprobt. Wer sich nicht an die Empfehlungen hält, bekommt kein Geld.

Stickstoffgehalt schon im Pflanzenwachstum messen

Im Fokus steht dabei vor allem der Mais, dessen Stickstoffgehalt auch im Pflanzensaft während des Wachstums gemessen wird. Dann ist schon feststellbar, ob auf eine späte Düngung verzichtet werden kann. Matthias Peter wies darauf hin, dass es heute möglich ist, auch Mais grundwasserschonend anzubauen. Allerdings sorgt die Trockenheit dafür, dass die Pflanze nicht genug Nitrat aufnehmen kann, der dann im Boden bleibt. Wichtig ist vor allem, dass der Boden immer bedeckt ist. Das Risiko sind vegetationslose Zeiten. Dann droht die Auswaschung.

Hilde Frohmader (CSU) wäre es am liebsten, wenn in der gesamten Zone der Maisanbau verboten würde. Jürgen Klabunde (Grüne/JLB) regte an, auch andere Energiepflanzen für den Betrieb einer Biogasanlage in der Fruchtfolge als Maisersatz zu berücksichtigen. Für den minderen Gasertrag könnten dann auch Ausgleichszahlungen an den Betreiber der Biogasanlage geleistet werden. Nach zustimmender Kenntnisnahme durch den Ausschuss geht es nun noch mal in die Gremien, ehe das neue Konzept am 1. Januar 2023 in Kraft treten kann.

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